Jeder zweite Versicherer bereits von Cybercrime betroffen

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Sichern sich Versicherer aber selbst genügend gegen die neuen Cyber-Risiken ab? Diese Frage stellt sich Gunter Lescher, PwC-Partner und Experte für Compliance und Wirtschaftskriminalität im Versicherungssektor, aufgrund der Vorstellung der Studienergebnisse. Denn Compliance-Managementsysteme sind mittlerweile Standart in der Versicherungswirtschaft: 95 Prozent der befragten Versicherer verfügen über ein solches System, um analoger Kriminalität vorzubeugen.

Rund ein Drittel der befragten Versicherer jedoch hat kein spezielles Compliance-Programm, um gegen Cybercrime anzugehen oder die damit verbundenen Rechtsgebiete abzudecken. Für den Compliance-Berater ist das ein Zeichen, dass „ein beträchtlicher Anteil der Versicherer“ noch „zu wenig unternimmt“. Derartige Programme schreiben unter anderem Verhaltensregeln fest, welche Maßnahmen in der Firma präventiv ergriffen werden sollen, um solche Schäden erst gar nicht enstehen zu lassen. Darüber hinaus bieten sie Orientierung, mit welchen Schritten auf eine Cyber-Attacke zu reagieren ist, um den Schaden möglichst gering zu halten.

Hintergrundinformationen zur Studie „Wirtschaftskriminalität 2018“

Durchgeführt wurde die Studie "Wirtschaftskriminalität 2018" vom Juli bis September 2017 in Zusammenarbeit der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PwC mit der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Befragt wurden 500 Unternehmen in Deutschland, wobei man sich auf Unternehmen konzentrierte, die in Deutschland oder weltweit mindestens 500 Mitarbeiter beschäftigen.

Unter den Unternehmen waren 40 Unternehmen der Versicherungswirtschaft, für die eine Sonderauswertung vorgenommen wurde. Ein Fünftel (21 Prozent) dieser Unternehmen sind mittelständische Versicherer mit weltweit 500 bis 1.000 Mitarbeitern, 56 Prozent der befragten Unternehmen verfügen über 1.000 bis 5.000 Mitarbeiter.