US-Bürger streben Sammelklage gegen Libor-Kartell an

Laut einem Bericht im Wallstreetjournal streben US-Bürger eine Sammelklage gegen die in den Libor-Skandal verwickelten Banken an. Der Anwalt Michael Hausfeld spricht sogar von einem Kartell, in dem die betroffnen Banken die Zinsmanipulationen abgesprochen hätten. Ein Vorwurf, gegen den sich die Banken bisher erfolgreich wehren konnten.

Michael Hausfeld, Chairman der Kanzlei Hausfeld, vertritt die Stadt Baltimore. Die Stadt plant eine der größten Sammelklagen gegen 16 Banken, darunter auch Barclays, Royal Bank of Scotland Group und die UBS. Die Strafe könnte sich auf einen zweistelligen Milliardenbetrag belaufen. In den nächsten Wochen wird ein Gericht entscheiden, ob es die Klage akzeptiert. Die Banken werden versuchen die Klage abzuweisen. Dabei haben sie gute Chancen, denn die Gründe der Betroffenen sind widersprüchlich. Wo die einen von zu hohen Zinsen profitiert haben, hatten andere einen Nachteil. Das ist für eine Sammelklage denkbar ungünstig.

Viele der betroffenen Banken haben sich in den letzten Monaten bereits mit den Aufsichtsbehörden geeinigt. Die Verfahren wurden mit einem Vergleich beendet, und die Banken konnten sich so mit überschaubaren Beträgen der Verantwortung entziehen. Bis jetzt wurden stets nur einzelne Mitarbeiter der Banken für den Skandal verantwortlich gemacht. Wird die Sammelklage anerkannt, dann kann sich das ändern. Bei einer nachgewiesenen Kartell-Bildung werden die Vorstände der Banken nicht mehr behaupten können, von den Vorfällen nichts gewusst zu haben. Momentan gibt man den Boni-Systemen in den Banken die Schuld, bei denen die Gier die Mitarbeiter um den Verstand gebracht haben soll.

Gelingt die Sammelklage nicht, werden die Betroffen nur eine geringe Chance haben, denn die Verfahren vor Gericht sind für den Einzelnen zu teuer. James Cox, Jura-Professor an der Duke Universit, geht davon aus, dass die große Mehrheit mit ihren Schadensersatzforderungen leer ausgehen wird.


Wallstreetjournal: Banken stemmen sich gegen neue Libor-Klagewelle


Quelle: Wallstreetjournal