Städte fordern Aufweichung des Kita-Rechtsanspruchs

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Die Kommunen rechnen bereits mit einer Klagewelle und hohen Schadenserersatzforderungen, da der Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz nicht überall gewährleistet werden kann. Neben Fachkräften mangelt es den Städten auch an den erforderlichen Grundstücken und Gebäuden. Der derzeitige Präsident des Deutschen Städtebundes und Münchener Oberbürgermeister Christian Ude bezeichnete es deshalb als absurd, „wenn Städte in Finanznot auch noch einen solchen Schadensersatz zahlen müssen“. Hier müsse der Gesetzgeber schnell pragmatische Lösungen anbieten.

Zudem deutet sich bereits an, dass unter dem beschleunigten Kita-Ausbau die Betreuungsqualität leiden wird. Innerhalb weniger Monate wird der Mangel an qualifiziertem Personal nicht aufzuholen sein. Deshalb setzt die Bundesregierung darauf, verstärkt Tagesmütter und -väter anzuwerben, die über keine Fachausbildung verfügen. Nach Informationen von Zeit online besitzen bereits zum jetzigen Zeitpunkt rund 40 Prozent der Tagesbetreuer keine pädagogische Qualifikation, doch der Anteil Ungelernter könnte sich sogar erhöhen. Ein 6wöchiger Crashkurs soll nach Plänen des Familienministeriums bereits ausreichen, um zukünftig als Kita-Erzieher tätig zu werden (der Versicherungsbote berichtete).