Bayern bleibt Schlusslicht

Der Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) präsentierte heute in Berlin die aktuellen Zahlen zu den Haftpflicht-Regionalklassen. Ergebnis: Am günstigsten können sich Autofahrer im Osten Deutschlands versichern.


Besonders preiswert ist es in den Zulassungsbezirken Elbe-Elster, Mecklenburg-Strelitz und dem Kreis Oberspreewald-Lausitz.
Grund dafür sei, dass die Schadenbilanz der Autofahrer im Osten geringer ausfällt als im Süden der Republik. Die bayerischen Städte Kaufbeuren und Passau bilden erneut das Schlusslicht: Sie bleiben in der Regionalklasse 12 der Kfz-Haftpflichtversicherung, der teuersten Klasse. Das Ost-Süd-Gefälle sei zudem auf die unterschiedliche Verkehrsdichte und die anderen Straßen- und Wetterverhältnisse zurückzuführen.

Für die meisten Autofahrer bleibt alles so, wie es ist

Die Unterschiede in den Regionen sind allerdings kein neues Phänomen. Die Regionalklassen-Statistik der deutschen Versicherungswirtschaft zeichnet seit Jahren ein konstantes Bild. Große Veränderungen gibt es kaum.
Von den zugelassenen Pkws bleiben rund 70 Prozent in derselben Regionaleinstufung – im Jahr zuvor waren dies gut 67 Prozent.
Erfreuliche Ausnahme ist die Ostseeinsel Rügen: Deutschlands größte Insel verbesserte sich erneut um drei Klassen und wird jetzt in die Regionalklasse 2 eingestuft. „Eine deutlich verbesserte Verkehrsinfrastruktur macht sich eben bezahlt und spiegelt sich daher auch in unserer Schadensbilanz wieder“, erklärt Jörg von Fürstenwerth, Vorsitzender der GDV-Hauptgeschäftsführung.

Niedersachsen führt Kaskoversicherung an

Die Schadenbilanz in der Regionalstruktur für die Vollkaskoversicherung zeigt ein etwas anderes Bild. Hier ist es für Niedersachsen am günstigsten. Die Regionalklasse wird hier von den Zulassungsbezirken Oldenburg, Friesland und Ammerland angeführt.
Am Ende der Skala befinden sich Ostallgäu, Garmisch-Partenkirchen und Berlin. Für 79 Prozent aller zugelassenen Pkw-Fahrer ändert sich aber auch hier nichts, sie bleiben wie gewohnt eingestuft. Noch deutlicher ist es bei der Teilkasko-Regioklasse: Für 82 Prozent der zugelassenen Autos bleibt alles beim Alten.

Über die Regionalklassen

Die Regionalklassen werden bei der Beitragsberechnung zur Kfz-Versicherung berücksichtigt. Sie spiegelt die Schadenbilanz einer bestimmten Region wieder. Die Regionalklasse einer Region wird vom Fahrverhalten der Autofahrer beeinflusst, von der Zahl der zugelassenen Fahrzeuge und von den örtlichen Straßenverhältnissen.
Die Regionalstatistik für die Kaskoversicherung berücksichtigt örtliche Besonderheiten, wie die Diebstahlhäufigkeit, die Sturm- und Hagelbilanz und die Anzahl der Wild-unfälle. Für die Haftpflicht gibt es 12, die Teilkasko 16 und die Vollkasko 9 Klassen. Je höher man eingestuft ist, desto teurer ist die Autoversicherung.

Die Regionalstatistik wird einmal im Jahr vom GDV herausgegeben. Sie ist für die Versicherungsunternehmen unverbindlich und kann ab sofort für Neuverträge und für bestehende Verträge zur Hauptfälligkeit angewendet werden – in der Regel gilt sie ab dem 1. Januar 2011.