Berufsunfähigkeitsversicherung: Früh abschließen kann über 100.000 Euro sparen

Quelle: Finanzberatung Bierl

Warum eine Berufsunfähigkeitsversicherung für junge Menschen das wertvollste Geschenk zum Berufsstart sein kann und weshalb frühes Handeln entscheidend ist, erklärt BU-Experte Tobias Bierl.

Mit dem Start ins Berufsleben schenken viele Eltern ihren Kindern das erste Auto, unterstützen den Führerschein oder richten ein ETF-Depot ein. Die Absicherung der Arbeitskraft spielt dagegen häufig nur eine Nebenrolle. Dabei zählt die Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) aus Sicht des Versicherungsmaklers und BU-Experten Tobias Bierl zu den wichtigsten Vorsorgelösungen für Berufsanfänger.

„Eine Berufsunfähigkeitsversicherung ist das wichtigste Geschenk, das Eltern ihren Kindern zum Ausbildungs- oder Studienstart machen können. Sie ist die mit Abstand wirksamste Existenzsicherung für alle, die von ihrem Einkommen leben“, sagt Bierl.

Nach Angaben des Verbraucherportals Finanztip verliert ein junger Mensch, der direkt nach der Ausbildung dauerhaft berufsunfähig wird, im Durchschnitt rund 1,7 Millionen Euro an Lebenseinkommen. Für Bierl ist deshalb klar, dass die Absicherung der Arbeitskraft noch vor der Altersvorsorge stehen sollte. „Wenn dem jungen Menschen morgen dauerhaft das Einkommen wegbricht, fehlt nicht nur die Grundlage für die Altersvorsorge. Es fehlt schlicht und einfach das Geld im Hier und Jetzt“, sagt der Makler.

Dabei sei der Versicherungsschutz für Berufseinsteiger häufig noch vergleichsweise günstig. Eine monatliche BU-Rente von 1.500 Euro lasse sich teilweise bereits ab rund 40 Euro im Monat absichern. Der monatliche Beitrag ist dabei abhängig vom angestrebten Beruf. Bei risikobehafteteren Arbeitswelten sind die Beiträge entsprechend höher. Grundsätzlich ist der Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung in jungen Jahren fast immer einfacher und günstiger.

Allerdings beobachtet Bierl eine Entwicklung aus dem täglichen Geschäft, die den Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung zunehmend erschwert. Immer häufiger scheiterten junge Menschen bereits an den Gesundheitsfragen der Versicherer. Der häufigste Grund seien psychische Vorerkrankungen oder entsprechende Einträge in der Krankengeschichte.

„Psychische Beschwerden sind für Versicherer leider häufig K.-o.-Kriterien. Da wird nicht nur der vor Jahren dokumentierte ADHS-Verdacht zum Problem. Auch die Familientherapie nach der Trennung der Eltern oder die psychologische Beratung in der Schule sorgen oft dafür, dass junge Menschen keine BU oder nur eine mit Ausschlussklauseln erhalten“, berichtet Bierl.

Dabei bewertet der Experte die gesellschaftliche Entwicklung ausdrücklich positiv. Denn laut Axa Mind Health Report 2026 sprechen die 18- bis 34-Jährigen am offensten über mentale Gesundheit. Keine andere Altersgruppe geht so transparent mit psychischen Problemen um und holt sich so schnell Hilfe. „Das Dilemma ist nur: Bekannte psychische Risiken sind für Versicherer einfach unheimlich schwer kalkulierbar. Da reichen oft schon kleine Anzeichen für eine Ablehnung“, sagt er.

Wer eine Ausbildung oder ein Studium erst in den kommenden Wochen beginnt, kann nach Einschätzung des Maklers zudem von der Berufsgruppeneinstufung profitieren. Vor Ausbildungs- oder Studienbeginn gelten viele Antragsteller bei den Versicherern noch als Schüler und werden entsprechend günstiger kalkuliert.

Gerade bei späteren Berufen mit erhöhtem Risiko wie etwa im Handwerk, in der Pflege oder im Erzieherberuf könne dies erhebliche Auswirkungen auf den Beitrag haben. Nach Angaben von Bierl kostet eine BU-Rente von 1.500 Euro monatlich für Schüler häufig zwischen 50 und 100 Euro monatlich. Dieselbe Absicherung könne wenige Wochen später etwa für angehende Handwerker bereits 250 bis 300 Euro kosten. Über die gesamte Vertragslaufzeit seien dadurch Beitragsunterschiede von deutlich über 100.000 Euro möglich.