Der Run-off-Spezialist Frankfurter Leben steht offenbar vor der nächsten Übernahme. Medienberichten zufolge könnte das Unternehmen die deutsche Athora-Tochter übernehmen. Eine Einigung gilt jedoch noch nicht als sicher.
Der Run-off-Versicherer Frankfurter Leben könnte schon bald sein Portfolio weiter ausbauen. Demnach steht das Unternehmen kurz vor einer Vereinbarung zum Erwerb der deutschen Tochtergesellschaft von Athora. Eine Bekanntgabe der Transaktion könnte noch in diesem Monat erfolgen. Offiziell bestätigt ist der Deal bislang jedoch nicht. Darüber berichtet die Nachrichtenagentur "Bloomberg".
Sollte die Übernahme gelingen, würde die Frankfurter-Leben-Gruppe ihre Rolle als Konsolidierungsplattform im deutschen Lebensversicherungsmarkt weiter ausbauen. Das Unternehmen betreibt kein Neugeschäft und konzentriert sich auf die Übernahme und Verwaltung von Versicherungsbeständen. Mehrheitseigner ist die chinesische Unternehmensgruppe Fosun.
Zuletzt hatte Frankfurter Leben im Januar 2024 die Generali Deutschland Pensionskasse sowie die Landeslebenshilfe übernommen. Nach diesen Transaktionen verwaltete die Gruppe rund 700.000 Versicherungsverträge und ein Kapitalanlageportfolio von etwa 13 Milliarden Euro.
Für Athora würde ein Verkauf einen Strategiewechsel in Deutschland markieren. Die international tätige Versicherungsgruppe hatte ursprünglich ehrgeizige Wachstumspläne verfolgt und galt unter anderem als Interessentin für eine Übernahme des Bestandsversicherers Viridium. Nachdem diese Pläne nicht umgesetzt werden konnten und das Wachstum hinter den Erwartungen zurückblieb, sondiert Athora bereits seit einiger Zeit Optionen für das Deutschlandgeschäft.
Die deutsche Athora-Gruppe verwaltet die Bestände der ehemaligen Delta Lloyd Lebensversicherung, der früheren Berlinischen Lebensversicherung sowie der Hamburger Lebensversicherung. Nach Unternehmensangaben umfasst der Bestand derzeit rund 133.000 Lebensversicherungsverträge. Das Kapitalanlagevolumen beläuft sich auf etwa 3,5 Milliarden Euro.
Während Athora in Deutschland ausschließlich Bestände verwaltet, ist die Gruppe in anderen europäischen Märkten auch im Neugeschäft aktiv. Anfang des Jahres kündigte das Unternehmen an, seinen Hauptsitz von Bermuda nach Großbritannien zu verlegen. Vorausgegangen war die Übernahme der britischen Pension Insurance Corporation, wodurch sich das verwaltete und betreute Vermögen auf rund 139 Milliarden Euro nahezu verdoppelte. Ursprünglich war Athora eine Tochtergesellschaft des US-Versicherers Athene. Gemeinsam mit dem Finanzinvestor Apollo hält Athene heute noch rund 24,5 Prozent an der Versicherungsgruppe.