Die Landeskrankenhilfe (LKH) hat 2025 ihre Beitragseinnahmen leicht gesteigert und beim Neugeschäft eine deutliche Trendwende geschafft. Gleichzeitig belasteten höhere Leistungsausgaben und Investitionen in die Transformation das Ergebnis. Dennoch sieht sich der Krankenversicherer finanziell solide aufgestellt.
Die Landeskrankenhilfe (LKH) hat im Geschäftsjahr 2025 die gebuchten Bruttobeiträge um 0,5 Prozent auf 961,7 Millionen Euro erhöhen können. Gleichzeitig konnte der Krankenversicherer sein Neugeschäft nach eigenen Angaben nahezu verdreifachen und die Zahl der versicherten Personen wieder erhöhen. Belastet wurde das Ergebnis allerdings durch deutlich gestiegene Leistungsausgaben sowie hohe Investitionen in das Zukunftsprogramm des Unternehmens.
„Nachhaltiges Wachstum zu ermöglichen und gleichzeitig die Qualität, Verlässlichkeit und Attraktivität unseres Angebotes weiter zu stärken, sind die Ziele unserer Transformation. Die LKH verfügt über eine solide finanzielle Basis, um unser initiiertes Zukunftsprogramm konsequent umzusetzen“, sagte Vorstandsvorsitzender Dr. Matthias Brake.
Nach mehreren Jahren rückläufiger Bestandsentwicklung gelang dem Lüneburger Unternehmen 2025 wieder ein Wachstum bei der Zahl der versicherten Personen. Insgesamt betreute der Versicherer zum Jahresende 334.599 Versicherte nach 317.404 im Vorjahr. Während die Zahl der Vollversicherten auf 155.299 zurückging, legte das Zusatzversicherungsgeschäft deutlich auf 179.300 Versicherte zu. Maßgeblich dafür war ein starkes Neugeschäft, das nach Unternehmensangaben über alle Produkte hinweg nahezu dreimal so hoch ausfiel wie im Vorjahr.
„Wir haben unser Neugeschäft beachtlich steigern können. Es war über alle Produkte hinweg in 2025 fast drei Mal so hoch wie im Vorjahr. Dies ist ein schöner Beweis für die in weiten Teilen bereits erfolgreich gemeisterte Transformation und die deutlich verbesserte Positionierung der LKH bei Vermittlern und Kunden“, sagte Vertriebsvorstand Jan-Peter Diercks.
LKH 2025 in der Übersicht
- Gebuchte Bruttobeiträge steigen um 0,5 Prozent auf 961,7 Mio. Euro
- Neugeschäft wächst nahezu auf das Dreifache des Vorjahres
- Leistungsausgaben erhöhen sich um 6,9 Prozent auf 832,6 Mio. Euro
- Versicherungsgeschäftliches Ergebnis sinkt auf 71,3 Mio. Euro
- Rohüberschuss nach Steuern fällt auf 52,2 Mio. Euro
- Jahresüberschuss beträgt minus 24,4 Mio. Euro infolge einer geplanten Entnahme aus den Gewinnrücklagen zugunsten der Versicherten
- Kapitalanlagen wachsen auf 9,2 Mrd. Euro
- Nettoergebnis aus Kapitalanlagen steigt auf 214,1 Mio. Euro
Die Beitragseinnahmen stiegen zwar leicht auf 961,7 Millionen Euro, gleichzeitig erhöhten sich die Aufwendungen für Versicherungsfälle jedoch deutlich um 6,9 Prozent auf 832,6 Millionen Euro. Dadurch sank das versicherungsgeschäftliche Ergebnis von 140,0 Millionen Euro auf 71,3 Millionen Euro. Die versicherungsgeschäftliche Ergebnisquote halbierte sich nahezu von 14,6 auf 7,4 Prozent.
Auch der Rohüberschuss nach Steuern fiel deutlich geringer aus. Er verringerte sich von 115,3 Millionen Euro auf 52,2 Millionen Euro. Der ausgewiesene Jahresüberschuss lag bei minus 24,4 Millionen Euro, nachdem bereits im Vorjahr ein Fehlbetrag von 30,6 Millionen Euro ausgewiesen worden war. Hintergrund ist jedoch nicht ein operativer Verlust, sondern die bewusste Entnahme von 26,6 Millionen Euro aus den Gewinnrücklagen. Damit erhöhte der Versicherer die Zuführung zur Rückstellung für Beitragsrückerstattung, um ihre Versicherten trotz hoher Investitionen in das Zukunftsprogramm zu entlasten.
Positiv entwickelte sich dagegen das Kapitalanlagegeschäft. Der Bestand der Kapitalanlagen erhöhte sich um 2,3 Prozent auf 9,2 Milliarden Euro. Das Nettoergebnis aus Kapitalanlagen stieg von 199,1 Millionen Euro auf 214,1 Millionen Euro. Die laufende Durchschnittsverzinsung verbesserte sich von 2,3 auf 2,5 Prozent, die Nettoverzinsung von 2,2 auf 2,4 Prozent.
Das Eigenkapital verringerte sich infolge der Finanzierung des Transformationsprogramms planmäßig auf 376,4 Millionen Euro. Mit einer Eigenkapitalquote von 39,1 Prozent sieht sich die LKH dennoch weiterhin deutlich über dem Branchendurchschnitt positioniert.
Neben den Geschäftszahlen stellte die LKH die Fortschritte ihres Zukunftsprogramms heraus. So führte der Versicherer 2025 unter anderem das E-Rezept und den Online-Check-in für Privatversicherte ein. Gleichzeitig wurden neue Vertriebsstrukturen geschaffen und Kooperationen mit Maklern und Finanzvertrieben aufgebaut, um das Wachstum im Jahr 2026 weiter zu beschleunigen.