Sparen für Kinder: Was Eltern wichtig ist und was kaum eine Rolle spielt

Quelle: ChatGPT

Wenn Elter für ihre Kinder sparen, steht die Altersvorsorge selten auf der Liste. Die Frühstartrente könnte hier einen neuen Impuls setzen. Eine aktuelle Umfrage offenbart zudem deutliche Lücken beim Finanzwissen.

Sieben von zehn befragten Eltern sparen regelmäßig für ihre Kinder. Weitere 15 Prozent legen zumindest unregelmäßig Geld zurück. Nur 13 Prozent sparen nach eigenen Angaben gar nicht für ihren Nachwuchs. Das geht aus dem aktuellen Anlegerbarometer von Union Investment hervor.

Bei der Höhe der Sparbeträge zeigt sich eine große Spannweite. Die größte Gruppe der sparenden Eltern, 24 Prozent, legt jährlich zwischen 500 und 750 Euro für die Kinder zurück. 18 Prozent kommen sogar auf mindestens 1.500 Euro pro Jahr. Auf höchstens 300 Euro jährlich kommen 17 Prozent.

Doch wofür wird eigentlich gespart? An erster Stelle steht mit 45 Prozent der Führerschein, gefolgt von Ausbildung oder Studium mit 43 Prozent. Für ein eigenes Auto des Kindes sparen 24 Prozent. Die Altersvorsorge landet dagegen weit abgeschlagen: Nur 13 Prozent nennen sie als Sparziel. 37 Prozent legen Geld zurück, ohne damit ein bestimmtes Ziel zu verfolgen.

„Die Ergebnisse zeigen, dass viele Eltern konkret für die Zukunft ihrer Kinder sparen und ihnen damit ein finanzielles Startkapital an die Hand geben möchten, auch wenn die wenigsten bisher an die Altersvorsorge für das eigene Kind denken“, sagt Kerstin Knoefel, Leiterin Privatkunden bei Union Investment.

Frühstartrente ist vielen Eltern noch unbekannt

Das könnte sich mit der geplanten Frühstart-Rente ändern. Zumindest soll das Modell Eltern früher mit der langfristigen Altersvorsorge ihrer Kinder in Berührung bringen. Allerdings besteht bei der Bekanntheit noch erheblicher Nachholbedarf. Lediglich 30 Prozent der befragten Eltern hatten zum Zeitpunkt der Erhebung schon einmal von dem Vorhaben gehört oder darüber gelesen. 68 Prozent kannten die geplante Frühstart-Rente dagegen nicht.

Interessant für den Vertrieb ist auch, wie Eltern ein solches Produkt abschließen würden: 48 Prozent würden eine staatlich geförderte Altersvorsorge für ihr Kind selbstständig online abschließen. 42 Prozent würden sich hingegen für den Weg über eine Bank oder einen Finanzdienstleister mit persönlicher Beratung entscheiden. Damit deutet sich an, dass trotz der hohen Akzeptanz digitaler Abschlusswege persönliche Beratung bei der Altersvorsorge für Kinder weiterhin eine wichtige Rolle spielen könnte.

Eine Herausforderung für den langfristigen Vermögensaufbau ist offenbar das Finanzwissen. Zwar halten 91 Prozent der Eltern Finanzkenntnisse für einen wichtigen Faktor, um erfolgreich zu sparen. Ebenso viele nennen ausreichende finanzielle Mittel, während sogar 94 Prozent Disziplin als entscheidend ansehen. Gleichzeitig zeigt die Befragung eine Diskrepanz zwischen dem Anspruch an Finanzbildung und den eigenen Erfahrungen. 90 Prozent sehen die Familie in der Verantwortung, Finanzwissen zu vermitteln, 77 Prozent auch die Schule. Doch lediglich 29 Prozent geben an, selbst von ihren Eltern gut oder sehr gut mit Finanzwissen versorgt worden zu sein.

Auch bei der Selbsteinschätzung besteht Luft nach oben: Nur 29 Prozent bewerten ihr eigenes Finanzwissen als gut oder sehr gut. Fast ebenso viele – 27 Prozent – stufen ihre Kenntnisse lediglich als ausreichend, mangelhaft oder ungenügend ein. Auffällig ist dabei der Unterschied zwischen den Geschlechtern. Während 39 Prozent der befragten Väter ihr Finanzwissen als gut oder sehr gut einschätzen, sind es bei den Müttern lediglich 17 Prozent. Umgekehrt bewerten 38 Prozent der Mütter ihre Kenntnisse nur als ausreichend bis ungenügend; bei den Vätern sind es 18 Prozent.

Für die Versicherungsbranche ist ein weiteres Ergebnis interessant: Während sich Eltern bei alltäglichen Finanzfragen vergleichsweise sicher fühlen, nimmt das wahrgenommene Wissen bei komplexeren Finanzthemen deutlich ab. Beim Verwalten der eigenen Einnahmen und Ausgaben geben sich 85 Prozent die Schulnote eins oder zwei. Beim Thema Zinsen fühlen sich noch 55 Prozent gut oder sehr gut informiert. Bei Versicherungen sind es dagegen lediglich 36 Prozent. Den gleichen Wert erreichen die Themen vermögenswirksame Leistungen und die Definition von Rendite.

Gleichzeitig halten Eltern Versicherungswissen für ihren Nachwuchs für ausgesprochen wichtig: 85 Prozent sind der Ansicht, dass junge Menschen spätestens beim Verlassen der Schule über Versicherungen Bescheid wissen sollten. Noch höhere Werte erreichen nur Kenntnisse über die eigenen Einnahmen und Ausgaben mit 92 Prozent sowie über das Girokonto mit 89 Prozent.

Über Geld wird gesprochen – über Geldanlage deutlich seltener

Grundsätzlich ist Geld in vielen Familien kein Tabuthema mehr. 89 Prozent der Befragten sprechen mit ihren Kindern darüber. Besonders häufig ergeben sich solche Gespräche beim Einkaufen: 92 Prozent nutzen diese Situationen, um mit dem Nachwuchs über Geld zu reden. Beim Taschengeld sind es 74 Prozent, bei größeren Ausgaben 67 Prozent. Deutlich seltener geht es dagegen um die Geldanlage. Nur 43 Prozent sprechen mit ihren Kindern darüber.

„Der alte Spruch ‚Über Geld spricht man nicht‘ ist zum Glück nicht mehr gültig“, sagt Knoefel. Die Frühstart-Rente könne einen zusätzlichen Gesprächsanlass schaffen und damit auch „das Thema Geldanlage und Wertpapiere auf den Tisch“ bringen. Das könnte durchaus notwendig sein: 56 Prozent der Eltern empfinden es als große Herausforderung, Kindern einen guten Umgang mit Geld zu vermitteln. Nur 38 Prozent halten dies für einfach.

Bei der konkreten Geldanlage setzen viele der befragten Eltern bereits auf den Kapitalmarkt. 55 Prozent der regelmäßig sparenden Eltern nutzen Investmentfonds für den Vermögensaufbau ihrer Kinder. 39 Prozent greifen auf das Sparbuch zurück, 22 Prozent auf Tagesgeld. Die Anforderungen an die Geldanlage für den Nachwuchs unterscheiden sich dabei teilweise von der eigenen Geldanlage. Für 39 Prozent gelten grundsätzlich die gleichen Erwartungen. 36 Prozent wünschen sich für das Geld ihrer Kinder jedoch mehr Sicherheit als bei der eigenen Anlage. Jeder vierte Befragte erwartet zudem, dass die Geldanlage für das Kind kostengünstiger sein sollte.