Altersvorsorge: Drei Viertel der Deutschen vertrauen nicht mehr auf den Staat

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Drei von vier Deutschen halten ihr Erspartes angesichts von Krisen und Inflation nicht mehr für sicher. Noch größer ist das Misstrauen in die staatliche Altersabsicherung. Wo die finanziellen Ängste besonders ausgeprägt sind, zeigt eine aktuelle Umfrage.

Die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Krisen der vergangenen Jahre haben offenbar deutliche Spuren beim Sicherheitsempfinden der Deutschen hinterlassen. Eine deutliche Mehrheit der Deutschen blickt mit finanzieller Sorge in die Zukunft. 72 Prozent der Befragten sorgen sich vor einer unsicheren Zukunft. Zudem halten 75 Prozent ihr Erspartes angesichts aktueller Krisen und der Inflation nicht mehr für sicher. Das zeigt eine aktuelle YouGov-Umfrage im Auftrag der Bayerischen.

Besonders groß ist das Misstrauen mit Blick auf die gesetzliche Alterssicherung. Denn 76 Prozent der Befragten glauben, dass sie sich im Ruhestand finanziell eher nicht oder überhaupt nicht auf den Staat verlassen können. „Viele Menschen erleben Zukunft gerade nicht als Versprechen, sondern als Risiko“, sagt Martin Gräfer, Vorstand der Bayerischen. Daraus ergebe sich die Notwendigkeit, Vorsorge verständlicher und stärker an den tatsächlichen Sorgen der Menschen auszurichten. „Wenn drei Viertel der Menschen sagen, dass sie sich im Alter nicht auf den Staat verlassen können, dann reicht es nicht, über Produkte zu sprechen. Dann müssen wir über ganzheitliche Lösungen sprechen“, so Gräfer.

Die Verunsicherung beschränkt sich allerdings nicht auf die Altersvorsorge. Auch die finanzielle Situation während des Erwerbslebens bereitet vielen Menschen offenbar zunehmend Sorgen. 52 Prozent der Befragten geben an, sich heute mehr Gedanken über die Sicherheit ihres Einkommens zu machen als noch vor einigen Jahren. Lediglich 13 Prozent berichten, dass ihre Sorgen in diesem Bereich abgenommen hätten.

Besonders deutlich zeigt sich die finanzielle Unsicherheit beim Thema Immobilien. Unter den Befragten ohne eigenes Wohneigentum halten es 78 Prozent für wahrscheinlich, dass sie sich auch künftig keine eigene Immobilie leisten können. Lediglich zwölf Prozent rechnen damit, Wohneigentum erwerben zu können. Doch auch Immobilieneigentümer blicken mit wachsender Sorge auf ihre finanzielle Absicherung. 37 Prozent der Eigentümer machen sich heute mehr Gedanken über mögliche Schäden am Eigenheim als noch vor einigen Jahren. Als Beispiel nennt die Studie Schäden durch Unwetter.

Bemerkenswert ist zudem, dass Nachhaltigkeit und Energiewende trotz wirtschaftlicher Unsicherheit für viele Befragte relevant bleiben. 53 Prozent stimmen der Aussage zu, dass diese Themen derzeit allgemein zu sehr in den Hintergrund zu geraten drohen.