Index- und fondsgebundene Lebensversicherungen gewinnen im deutschen Lebensversicherungsmarkt weiter an Bedeutung. Im Jahr 2025 entfielen bereits 31,1 Prozent der verdienten Bruttoprämien auf diese Produktgruppe. Versicherungsbote stellt im ersten Teil seines Marktvergleichs die Marktführer auf den Rängen 14 bis 8 vor.
Die Erfolgsgeschichte index- und fondsgebundener Lebensversicherungen begann während der langjährigen Niedrigzinsphase. Hohe Garantiezinsen belasteten die Bilanzen vieler Lebensversicherer, zusätzlich erhöhte die Zinszusatzreserve den Kapitalbedarf. Fonds- und Indexpolicen boten einen Ausweg. Sie ermöglichten kapitalmarktorientierte Vorsorge, ohne dass Versicherer über Jahrzehnte hohe Garantien zusagen mussten.
Die Quadratur des Kreises gelang damit allerdings nicht. Fonds- und Indexpolicen eröffneten zwar neue Renditechancen, verlagerten zugleich aber einen größeren Teil der Kapitalmarktrisiken auf die Kunden. Beide Produktarten verfolgen dabei unterschiedliche Konzepte: Während Fondspolicen unmittelbar in Investmentfonds oder ETFs investieren, koppeln Indexpolicen die Überschussbeteiligung an die Entwicklung eines Börsenindex und kombinieren dies mit einem Sicherungsvermögen.
Dennoch setzte sich die Produktgruppe durch. Auch nach der Zinswende ab 2022 blieb ihre Bedeutung hoch. Obwohl klassische Lebensversicherungen durch gestiegene Kapitalmarktzinsen wieder attraktiver kalkuliert werden können und Bankeinlagen zeitweise an Wettbewerbsfähigkeit gewannen, wuchs das Geschäft mit index- und fondsgebundenen Lebensversicherungen weiter.
Inzwischen entfällt jeder dritte Beitragseuro auf index- und fondsgebundene Lebensversicherungen
Die Entwicklung spiegelt sich inzwischen auch in den Marktzahlen wider. Die verdienten Bruttoprämien der index- und fondsgebundenen Lebensversicherungen stiegen 2025 branchenweit von 26,65 Milliarden Euro auf 29,54 Milliarden Euro. Das entspricht einem Wachstum von 10,9 Prozent innerhalb eines Jahres. Gleichzeitig gewann die Produktgruppe innerhalb der Lebensversicherung weiter an Gewicht: Entfielen 2024 noch 29,5 Prozent der verdienten Bruttoprämien auf index- und fondsgebundene Lebensversicherungen, waren es 2025 bereits 31,1 Prozent. Mittlerweile entfällt damit nahezu jeder dritte Euro an verdienten Bruttoprämien in der Lebensversicherung auf dieses Segment.
Index- und fondsgebundene Lebensversicherungen stehen dabei nicht isoliert, sondern konkurrieren innerhalb der Lebensversicherung mit weiteren Produktgruppen um Marktanteile. Zu diesen zählen insbesondere Rentenversicherungen einschließlich selbstständiger Berufsunfähigkeitsversicherungen, Kapitalversicherungen, Risikolebensversicherungen sowie Kollektivversicherungen. Grundlage der folgenden Analyse ist der MAP-Report 944 von Franke und Bornberg. Er weist die verdienten Bruttoprämien der Lebensversicherer im Geschäft mit index- und fondsgebundenen Lebensversicherungen gesondert aus und ermöglicht damit einen Vergleich der Anbieter in diesem Segment.
Maßgeblich für die folgende Rangliste sind nicht die Zahl der Verträge oder versicherten Personen, sondern die verdienten Bruttoprämien im Geschäft mit index- und fondsgebundenen Lebensversicherungen. Sie bilden die Grundlage für die Berechnung der Marktanteile und zeigen, welche Versicherer in diesem Segment das größte Beitragsvolumen erzielen. Für eine realitätsnahe Einordnung werden dabei die Marktanteile auf Konzernebene ausgewiesen, sodass auch die Beiträge von Tochtergesellschaften berücksichtigt werden.
Ergänzend betrachtet Versicherungsbote den Stellenwert index- und fondsgebundener Lebensversicherungen innerhalb des jeweiligen Geschäftsmodells. Hierfür wird ausgewiesen, welchen Anteil die verdienten Bruttoprämien dieser Produktgruppe am gesamten Lebensversicherungsgeschäft des jeweiligen Unternehmens ausmachen. Gerade dieser Wert unterscheidet sich zwischen den Anbietern erheblich: Während einige Versicherer den Schwerpunkt ihres Geschäfts auf index- und fondsgebundene Produkte gelegt haben, spielen sie bei anderen trotz hoher Beitragsvolumina lediglich eine ergänzende Rolle.
Rang 14: Continentale-Gruppe (2,34 Prozent Marktanteil)
Die Continentale-Gruppe belegt im Markt für index- und fondsgebundene Lebensversicherungen Rang 14. Zusammen erreichen die zur Gruppe gehörenden Lebensversicherer im Jahr 2025 verdiente Bruttoprämien von 690,8 Mio. Euro, was einem Marktanteil von 2,34 Prozent entspricht. Den überwiegenden Anteil trägt die Continentale Lebensversicherung mit 669,9 Mio. Euro bei. Hinzu kommt die Europa Lebensversicherung, die weitere 20,9 Mio. Euro auf diese Produktgruppe entfallen lässt.
Continentale Leben: Fonds- und Indexpolicen bilden einen Schwerpunkt des Geschäfts
Die Continentale Lebensversicherung erzielt 2025 mit index- und fondsgebundenen Lebensversicherungen verdiente Bruttoprämien von 669,9 Mio. Euro und belegt damit Rang 14 unter den größten Einzelgesellschaften. Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einem Wachstum von 13,2 Prozent. Gleichzeitig erhöhte sich der Anteil dieser Produktgruppe am gesamten Lebensversicherungsgeschäft von 50,8 auf 52,9 Prozent. Damit entfällt inzwischen mehr als jeder zweite Euro der verdienten Bruttoprämien auf index- und fondsgebundene Lebensversicherungen. Die Produktgruppe bildet somit einen zentralen Bestandteil des Geschäftsmodells der Continentale.
Europa ergänzt das fondsgebundene Geschäft nur in geringem Umfang
Anders stellt sich die Situation bei der Europa Lebensversicherung dar. Das Unternehmen erreicht 2025 in der Produktgruppe verdiente Bruttoprämien von 20,9 Mio. Euro und liegt damit auf Rang 51. Der Anteil index- und fondsgebundener Lebensversicherungen am gesamten Lebensversicherungsgeschäft beträgt 6,0 Prozent und fällt damit deutlich geringer aus als bei der Continentale. Innerhalb der Gruppe wird das Geschäft mit index- und fondsgebundenen Produkten somit klar von der Continentale Lebensversicherung geprägt.
Rang 13: Volkswohl Bund-Gruppe (2,46 Prozent Marktanteil)
Die Volkswohl Bund-Gruppe belegt im Markt für index- und fondsgebundene Lebensversicherungen Rang 13. Zusammen erreichen die zur Gruppe gehörenden Lebensversicherer im Jahr 2025 verdiente Bruttoprämien von 727,2 Mio. Euro, was einem Marktanteil von 2,46 Prozent entspricht. Den mit Abstand größten Anteil trägt der Volkswohl Bund mit 719,1 Mio. Euro bei. Hinzu kommt die Dortmunder Lebensversicherung, die weitere 8,1 Mio. Euro auf diese Produktgruppe entfallen lässt.
Volkswohl Bund: Fonds- und Indexpolicen mit wachsender Bedeutung
Der Volkswohl Bund erzielt 2025 mit index- und fondsgebundenen Lebensversicherungen verdiente Bruttoprämien von 719,1 Mio. Euro und belegt damit Rang 13 unter den größten Einzelgesellschaften. Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einem Wachstum von 13,5 Prozent. Gleichzeitig erhöhte sich der Anteil dieser Produktgruppe am gesamten Lebensversicherungsgeschäft von 38,7 auf 42,5 Prozent. Damit entfallen inzwischen mehr als vier von zehn Euro der verdienten Bruttoprämien auf index- und fondsgebundene Lebensversicherungen. Die Produktgruppe hat damit innerhalb des Geschäftsmodells weiter an Bedeutung gewonnen.
Dortmunder bleibt innerhalb des Segments von untergeordneter Bedeutung für die Gruppe
Die Dortmunder Lebensversicherung erreicht 2025 mit index- und fondsgebundenen Lebensversicherungen verdiente Bruttoprämien von 8,1 Mio. Euro und liegt damit auf Rang 58. Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies zwar einem außergewöhnlich hohen Zuwachs, der allerdings auf einem sehr niedrigen Ausgangsniveau basiert. Der Anteil index- und fondsgebundener Lebensversicherungen am gesamten Lebensversicherungsgeschäft stieg von 0,3 auf 17,7 Prozent. Trotz dieser Entwicklung bleibt das Segment innerhalb der Volkswohl Bund-Gruppe weiterhin klar vom Volkswohl Bund geprägt.
Rang 12: Nürnberger (2,51 Prozent Marktanteil)
Die Nürnberger belegt im Markt für index- und fondsgebundene Lebensversicherungen Rang 12. Im Jahr 2025 erzielt das Unternehmen mit dieser Produktgruppe verdiente Bruttoprämien von 741,9 Mio. Euro, was einem Marktanteil von 2,51 Prozent entspricht. Gegenüber dem Vorjahr stieg das Beitragsvolumen um 5,1 Prozent.
Index- und fondsgebundene Produkte leicht über Branchenschnitt
Der Anteil index- und fondsgebundener Lebensversicherungen am gesamten Lebensversicherungsgeschäft der Nürnberger erhöhte sich 2025 von 31,8 auf 33,5 Prozent. Mittlerweile entfällt rund jeder dritte Euro der verdienten Bruttoprämien auf diese Produktgruppe. Innerhalb der Top-14 bewegt sich die Gesellschaft damit allerdings im Mittelfeld – und weist weder eine besonders starke noch eine besonders geringe Spezialisierung auf die neuen Produktgruppen auf.
Rang 11: Bayern-Versicherung (3,21 Prozent Marktanteil)
Die Bayern-Versicherung, die zur Versicherungskammer gehört, belegt im Markt für index- und fondsgebundene Lebensversicherungen Rang 11. Im Jahr 2025 erzielt das Unternehmen mit dieser Produktgruppe verdiente Bruttoprämien von 948,3 Mio. Euro, was einem Marktanteil von 3,21 Prozent entspricht. Gegenüber dem Vorjahr stieg das Beitragsvolumen um 18,2 Prozent.
Index- und fondsgebundene Produkte gewinnen auch innerhalb der Versicherungskammer an Gewicht
Der Anteil index- und fondsgebundener Lebensversicherungen am gesamten Lebensversicherungsgeschäft der Bayern-Versicherung erhöhte sich 2025 von 35,2 auf 39,2 Prozent. Mittlerweile entfallen nahezu vier von zehn Euro der verdienten Bruttoprämien auf diese Produktgruppe. Der Wert liegt merklich über dem Branchendurchschnitt von 31,1 Prozent und unterstreicht, dass index- und fondsgebundene Lebensversicherungen inzwischen auch innerhalb der öffentlichen Versicherer einen hohen Stellenwert erreicht haben.
Rang 10: WWK (3,25 Prozent Marktanteil)
Die WWK belegt im Markt für index- und fondsgebundene Lebensversicherungen Rang 10. Im Jahr 2025 erzielt das Unternehmen mit dieser Produktgruppe verdiente Bruttoprämien von 960,3 Mio. Euro, was einem Marktanteil von 3,25 Prozent entspricht. Gegenüber dem Vorjahr stieg das Beitragsvolumen um 16,1 Prozent.
Kaum ein Anbieter ist stärker auf fondsgebundene Produkte ausgerichtet
Der Anteil index- und fondsgebundener Lebensversicherungen am gesamten Lebensversicherungsgeschäft der WWK erhöhte sich 2025 von 69,5 auf 74,7 Prozent. Mittlerweile entfallen damit rund drei Viertel der verdienten Bruttoprämien auf diese Produktgruppe. Mit diesem Portfolioanteil zählt die WWK zu den am stärksten auf index- und fondsgebundene Lebensversicherungen spezialisierten Anbietern im Markt und liegt deutlich über dem Branchendurchschnitt von 31,1 Prozent.
Rang 9: Alte Leipziger-Hallesche Konzern (3,38 Prozent Marktanteil)
Der Alte Leipziger-Hallesche Konzern belegt im Markt für index- und fondsgebundene Lebensversicherungen Rang 9. Im MAP-Report wird innerhalb der Gruppe ausschließlich die Alte Leipziger Lebensversicherung ausgewiesen. Sie erzielt 2025 in dieser Produktgruppe verdiente Bruttoprämien von 998,8 Mio. Euro, was einem Marktanteil von 3,38 Prozent entspricht. Gegenüber dem Vorjahr stieg das Beitragsvolumen um 13,0 Prozent.
Auch bei einem Traditionsversicherer gewinnen fondsgebundene Produkte an Gewicht
Der Anteil index- und fondsgebundener Lebensversicherungen am gesamten Lebensversicherungsgeschäft der Alten Leipziger liegt 2025 bei 32,0 Prozent und damit leicht über dem Branchendurchschnitt von 31,1 Prozent. Damit hat sich die Produktgruppe auch bei einem traditionsreichen Lebensversicherer als fester Bestandteil des Geschäftsmodells etabliert, ohne das Portfolio allerdings so stark zu dominieren wie bei der WWK.
Rang 8: Provinzial (3,81 Prozent Marktanteil)
Die Provinzial belegt im Markt für index- und fondsgebundene Lebensversicherungen Rang 8. Im Jahr 2025 erzielt das Unternehmen mit dieser Produktgruppe verdiente Bruttoprämien von 1,13 Mrd. Euro, was einem Marktanteil von 3,81 Prozent entspricht. Gegenüber dem Vorjahr stieg das Beitragsvolumen um 17,6 Prozent.
Index- und fondsgebundene Lebensversicherungen gewinnen deutlich an Bedeutung
Der Anteil index- und fondsgebundener Lebensversicherungen am gesamten Lebensversicherungsgeschäft der Provinzial erhöhte sich 2025 von 42,7 auf 48,0 Prozent. Mittlerweile entfällt nahezu jeder zweite Euro der verdienten Bruttoprämien auf diese Produktgruppe. Mit einem Portfolioanteil von 48,0 Prozent liegt die Provinzial deutlich über dem Branchendurchschnitt von 31,1 Prozent. Damit bestätigt sich ein Trend, der bereits bei der Bayern-Versicherung sichtbar wurde: Auch bei den öffentlichen Versicherern zählen index- und fondsgebundene Lebensversicherungen inzwischen zu den prägenden Geschäftsfeldern.
Hintergrund
Grundlage der Analyse ist der MAP-Report 944 von Franke und Bornberg. Der Report führt Solvenzquoten, Beitragsvolumina und Spartenstrukturen der deutschen Lebensversicherer auf Basis der veröffentlichten SFCR-Berichte zusammen und ermöglicht dadurch einen detaillierten Marktvergleich. Neben der Lebensversicherung enthält der Report auch Kennzahlen zur Privaten Krankenversicherung sowie zur Schaden- und Unfallversicherung (Komposit). Der MAP-Report kann kostenpflichtig über die Webseite von Franke und Bornberg bezogen werden.