Signal Iduna übernimmt Spezialversicherer

Quelle: ChatGPT

Die Signal Iduna will den Spezialversicherer SHB Allgemeine Versicherung übernehmen. Mit dem Zusammenschluss baut der Versicherer seine Position im Bäckerhandwerk weiter aus. Für die Fusion fehlt aktuell noch das grüne Licht der Finanzaufsicht BaFin.

Die Signal Iduna übernimmt die SHB Allgemeine Versicherung VVaG. Nach den entsprechenden Beschlüssen der Mitgliedervertreterversammlungen beider Versicherungsvereine soll der Zusammenschluss im Jahr 2026 wirksam werden. Voraussetzung ist noch die Zustimmung der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin).

Mit der Übernahme sichert sich der Dortunder Versicherer nicht nur den spezialisierten Versicherer für das Bäckerhandwerk, sondern übernimmt auch dessen Expertise und einen Kundenbestand von rund 10.000 Verträgen. Damit festigt der Versicherer nach eigenen Angaben seine Marktführerschaft im deutschen Bäckerhandwerk.

Die SHB hat ihren Sitz in Königswinter und ist traditionell eng mit dem Bäckerhandwerk verbunden. Durch die Fusion will Signal Iduna diese Spezialisierung mit ihrer eigenen Produkt- und Servicekompetenz verbinden. Ziel sei es, Betrieben des Lebensmittelhandwerks künftig noch umfassendere und passgenauere Versicherungslösungen anzubieten.

„Wir sind stolz darauf, unsere Kräfte mit der SHB zu bündeln und unsere DNA als Handwerksversicherer zu stärken“, sagt Fabian Schneider, Komposit-Vorstand der Signal Iduna Gruppe. Das Lebensmittelhandwerk sei „eine entscheidende Zielgruppe in unserer Wachstumsstrategie“. Gemeinsam werde man „nicht nur größer, sondern auch schlagkräftiger“. Schneider zeigt sich überzeugt, „dass dieser Zusammenschluss zu einem langfristigen Erfolg für das deutsche Bäckerhandwerk wird und wir der verlässliche Partner für Bäckerbetriebe jeglicher Größe bleiben“.

Dass beide Versicherungsvereine zueinanderfinden könnten, hatte sich bereits seit geraumer Zeit abgezeichnet. Schon im Herbst 2024 war bekannt geworden, dass die SHB Gespräche mit mehreren potenziellen Partnern führt. Signal Iduna galt dabei früh als Favorit. Die Verbindung liegt nahe. Während sich die SHB auf das Bäckerhandwerk spezialisiert hat, liegen die historischen Wurzeln von Signal Iduna ebenfalls in der Absicherung von Handwerksbetrieben. Beide Unternehmen sind zudem als Versicherungsvereine auf Gegenseitigkeit organisiert.

Zusätzliche Dynamik erhielt die Entwicklung im Frühjahr 2025. Damals wurde bekannt, dass die SHB zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2024 die aufsichtsrechtliche Mindestkapitalanforderung (Minimum Capital Requirement, MCR) nicht mehr erfüllte. Die MCR-Bedeckungsquote war auf 85,7 Prozent gesunken, nachdem sie ein Jahr zuvor noch bei 117,7 Prozent gelegen hatte. Auch die Solvenzquote (SCR) ging deutlich zurück und fiel von 225,9 auf 135 Prozent. Vor diesem Hintergrund dürfte die Suche nach einem finanzstarken Partner zusätzlich an Bedeutung gewonnen haben.

Auch aus Sicht der SHB ist der Zusammenschluss eine strategische Entscheidung für die Zukunft. „Angesichts der veränderten Marktbedingungen war es für uns entscheidend, einen starken Partner zu finden, um unseren Mitgliedern langfristig erstklassigen Schutz zu einem fairen Preis zu garantieren“, erklärt Markus Holderied, Aufsichtsratsvorsitzender der SHB. Signal Iduna verstehe „die Bedürfnisse des Handwerks umfassend und ist daher der ideale Partner“.