Plant Unicredit den nächsten großen Schritt im europäischen Finanzsektor? Medienberichten zufolge soll die italienische Großbank Interesse an einer deutlichen Aufstockung ihrer Beteiligung am Versicherer Generali gehabt haben. Ein entsprechender Vorstoß wurde jedoch offenbar zunächst zurückgewiesen.
Die Konsolidierung im europäischen Finanzsektor könnte um ein weiteres Kapitel reicher werden. Medienberichten zufolge hat die italienische Großbank Unicredit bei der Holding Delfin der Unternehmerfamilie Del Vecchio Interesse an einer Übernahme von deren Generali-Beteiligung signalisiert. Das berichtet die italienische Wirtschaftstageszeitung
"Il Sole 24 Ore“.
Demnach soll Unicredit erwogen haben, den rund zehnprozentigen Generali-Anteil von Delfin zu übernehmen. Wäre das Geschäft zustande gekommen, hätte die Bank ihren Anteil am italienischen Versicherungsriesen auf knapp 20 Prozent erhöht und sich damit eine deutlich stärkere Position bei Generali gesichert.
Geld sollte bei der Transaktion jedoch nicht fließen. So sei kein klassischer Barkauf vorgesehen gewesen. Stattdessen sollte Delfin im Gegenzug rund fünf Prozent der Unicredit-Aktien erhalten. Die in Luxemburg ansässige Holding wäre damit zu einem der größten Anteilseigner der Bank aufgestiegen. Das Vorhaben kam jedoch offenbar nicht zustande. Laut dem Bericht lehnte Delfin den Vorschlag aufgrund unterschiedlicher Vorstellungen bei der Bewertung der Beteiligungen ab. Ob die Gespräche damit endgültig beendet sind oder lediglich auf Eis gelegt wurden, bleibt derzeit offen. Sowohl Delfin als auch Unicredit wollten sich dem Bericht zufolge nicht zu den Spekulationen äußern.
Der mögliche Vorstoß bei Generali passt zu den aktuellen Expansionsbestrebungen von Unicredit. Die Großbank sorgt derzeit auch mit ihrem Engagement bei der Commerzbank für Schlagzeilen. Erst kürzlich überschritt das Institut die Schwelle von 30 Prozent der Anteile an der Frankfurter Bank und treibt damit seine Übernahmeambitionen weiter voran.