Warum Caravan-Kunden eine attraktive Zielgruppe sind

Quelle: ChatGPT

Camping ist längst mehr als ein Urlaubstrend. Viele Deutsche besitzen inzwischen Reisemobile oder Caravans, die Branche erzielt Milliardenumsätze und die Zielgruppe gilt als kaufkräftig, aktiv und beratungsaffin. Für Vermittler eröffnet sich damit ein Markt, der weit über die klassische Kfz-Versicherung hinausgeht.

Wer vor wenigen Jahren noch davon ausging, dass der Camping-Boom ein vorübergehendes Phänomen der Corona-Pandemie sei, wird inzwischen von den Marktzahlen eines Besseren belehrt. Caravaning hat sich dauerhaft als Reise- und Freizeitform etabliert. Für Versicherungsvermittler ist das eine gute Nachricht. Denn hinter den beeindruckenden Zulassungszahlen verbirgt sich eine Zielgruppe, die häufig überdurchschnittlich vermögend ist, hohe Sachwerte besitzt und einen überdurchschnittlichen Absicherungsbedarf aufweist.

Die Entwicklung des Marktes zeigt die Dimensionen. Nach Angaben des Caravaning Industrie Verbandes (CIVD) wurden allein 2024 insgesamt 96.392 Reisemobile und Caravans neu zugelassen. Das entsprach einem Plus von 6,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr und war das drittbeste Ergebnis der Branchengeschichte. Besonders dynamisch entwickelte sich das Reisemobilsegment mit 74.718 Neuzulassungen, ein Zuwachs von 9,1 Prozent.

Noch beeindruckender ist der Blick auf den Bestand. In Deutschland sind inzwischen mehr als 1,8 Millionen Caravans und Reisemobile zugelassen. Gleichzeitig summieren sich Neuzulassungen und Besitzumschreibungen auf fast 300.000 Fahrzeuge pro Jahr. Damit ist Caravaning längst kein Nischenmarkt mehr, sondern ein bedeutender Wirtschaftsfaktor.

Auch der Tourismus liefert starke Argumente. Im Jahr 2024 wurden auf deutschen Campingplätzen rund 55 Millionen Gästeübernachtungen registriert. Das ist ein neuer Höchstwert. Zusätzlich kamen laut Deutschem Wirtschaftswissenschaftlichen Institut für Fremdenverkehr (dwif) rund 19 Millionen Übernachtungen außerhalb klassischer Campingplätze hinzu. Selbst 2025 setzte sich die Entwicklung fort. Das Statistische Bundesamt registrierte 44,7 Millionen Übernachtungen auf Campingplätzen und damit ein Plus von 4,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Für Vermittler wird die Zielgruppe vor allem deshalb interessant, weil sich hinter dem Begriff "Camper" längst nicht mehr das Klischee des sparsamen Dauercampers verbirgt. Eine aktuelle Marktstudie zum Caravaning-Markt zeigt, dass Caravaning-Interessierte heute im Durchschnitt jünger, einkommensstärker und digitalaffiner sind als die Gesamtbevölkerung. Zudem verfügen viele Haushalte über mehrere Personen und überdurchschnittliche Kaufkraft. Rund 19 Millionen Menschen gelten in Deutschland als potenzielle Caravaning-Interessierte.

Hinzu kommt der enorme Fahrzeugwert. Während ein klassischer Wohnwagen oft zwischen 20.000 und 40.000 Euro kostet, liegen neue Reisemobile häufig zwischen 70.000 und 120.000 Euro. Hochwertige Luxusliner erreichen problemlos Preise von 250.000 Euro und mehr. Dazu kommen Sonderausstattungen wie Solaranlagen, Lithium-Batterien, Satellitentechnik, Fahrradträger oder hochwertige Campingmöbel. Schnell bewegen sich die versicherten Werte im sechsstelligen Bereich.

Doch das eigentliche Potenzial liegt für Vermittler nicht allein in der Fahrzeugversicherung. Caravan-Kunden benötigen häufig eine Vielzahl weiterer Absicherungen. Dazu zählen Inhaltsversicherungen für mitgeführte Gegenstände, Auslandskrankenversicherungen für längere Reisen, Rechtsschutzversicherungen, Unfallversicherungen oder spezielle Absicherungen für Dauercamper und Saisonstellplätze. Wer ein hochwertiges Reisemobil besitzt, verfügt häufig auch über Immobilienvermögen, Kapitalanlagen oder weiteren Versicherungsbedarf. Caravaning-Kunden sind daher oft ideale Ansatzpunkte für eine ganzheitliche Beratung.

Interessant ist zudem die hohe Kundenbindung innerhalb der Branche. Viele Wohnmobilbesitzer bleiben dem Hobby über Jahre oder sogar Jahrzehnte treu. Gleichzeitig wächst der Gebrauchtmarkt kontinuierlich. Allein 2025 wechselten laut CIVD über 111.000 Reisemobile den Besitzer. Hinzu kamen mehr als 81.000 Besitzumschreibungen bei Caravans. Damit entstehen laufend neue Beratungssituationen rund um Fahrzeugwechsel, Wertanpassungen und Versicherungsschutz.

Ein weiterer Pluspunkt aus Vermittlersicht ist die hohe Beratungsintensität der Zielgruppe. Wohnmobil- und Caravan-Besitzer investieren oft erhebliche Summen in ihr Hobby und beschäftigen sich intensiv mit Technik, Ausstattung und Reisen. Entsprechend hoch ist die Bereitschaft, sich auch mit Absicherungsthemen auseinanderzusetzen. Gleichzeitig steigt die Komplexität moderner Fahrzeuge. Solaranlagen, Batteriespeicher, Wechselrichter, Assistenzsysteme und digitale Vernetzung schaffen neue Risiken und damit zusätzlichen Beratungsbedarf.

Bemerkenswert ist außerdem, dass Caravaning trotz wirtschaftlich schwieriger Rahmenbedingungen robust bleibt. Zwar gingen die Neuzulassungen 2025 leicht auf 94.134 Fahrzeuge zurück, Deutschland blieb jedoch mit Abstand der größte Caravaning-Markt Europas. Allein 75.368 neue Reisemobile wurden zugelassen. Der Gebrauchtmarkt erreichte gleichzeitig neue Rekordwerte. Dies deutet darauf hin, dass sich der Markt nicht abschwächt, sondern auf einem dauerhaft hohen Niveau stabilisiert.

Für Vermittler ergibt sich daraus eine Zielgruppe, die hohe Vermögenswerte besitzt, regelmäßig investiert, beratungsaffin ist und zahlreiche Anknüpfungspunkte für zusätzliche Absicherung bietet. Kaum ein anderer Freizeitmarkt verbindet so hohe Sachwerte mit einer derart breiten Palette möglicher Versicherungslösungen. Genau deshalb dürften Caravan-Kunden auch in den kommenden Jahren zu den interessantesten Zielgruppen der Versicherungsbranche gehören.