Höhere Beitragsbemessungsgrenzen: Wirtschaftsstarke Regionen würden stärker belastet

Quelle: ChatGPT

Eine Anhebung der Beitragsbemessungsgrenzen würde die Lasten nicht gleichmäßig verteilen. Besonders betroffen wären wirtschaftsstarke Regionen mit vielen Gutverdienern.

Die Diskussion um die Finanzierung der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) und der Sozialen Pflegeversicherung (SPV) gewinnt mal wieder an Fahrt. Im Raum steht unter anderem eine Anhebung der Beitragsbemessungsgrenzen, um zusätzliche Einnahmen für die Sozialversicherungen zu generieren. Dass eine solche Maßnahme erhebliche regionale Unterschiede bei der Belastung von Beschäftigten und Unternehmen mit sich bringen würde, zeigt eine Analyse des Wissenschaftlichen Instituts der PKV (WIP).

Demnach würden insbesondere wirtschaftsstarke Regionen mit vielen gut qualifizierten Beschäftigten die zusätzlichen Lasten tragen. Mehr als zwei Drittel der Mehreinnahmen entfielen auf die vier Bundesländer Baden-Württemberg, Bayern, Hessen und Nordrhein-Westfalen.

Während bundesweit zusätzliche Einnahmen erzielt würden, konzentrierten sich die Belastungen auf jene Regionen, in denen besonders viele Beschäftigte oberhalb der heutigen Beitragsbemessungsgrenze verdienen. Besonders hoch wäre der Anteil der betroffenen GKV-Versicherten in Baden-Württemberg (25,1 Prozent), Hessen (19,9 Prozent), Bayern (19,2 Prozent) und Nordrhein-Westfalen (17,5 Prozent). Deutlich geringer fiele die Belastung dagegen in Sachsen und Thüringen aus, wo jeweils lediglich 7,4 Prozent der gesetzlich Versicherten betroffen wären.

Die Analyse zeigt zudem erhebliche regionale Unterschiede innerhalb der Länder. Besonders stark betroffen wären wirtschaftliche Ballungsräume wie Stuttgart, Heidelberg, Erlangen, München, Frankfurt am Main oder Bonn. Dort ist der Anteil hoch qualifizierter Beschäftigter besonders groß und damit auch die Zahl der Arbeitnehmer, die künftig höhere Sozialversicherungsbeiträge zahlen müssten.

Nach Einschätzung des WIP besteht ein enger Zusammenhang zwischen der regionalen Belastung und der Qualifikationsstruktur des Arbeitsmarktes. Regionen mit hoher Wertschöpfung und vielen gut bezahlten Arbeitsplätzen würden entsprechend überproportional belastet.