Die Generation X blickt so pessimistisch auf den Ruhestand wie keine andere Erwerbstätigengruppe. Viele träumen vom frühen Renteneintritt und rechnen aber gleichzeitig damit, länger arbeiten zu müssen.
Keine andere erwerbstätige Generation blickt so pessimistisch auf ihre finanzielle Situation im Ruhestand wie die Generation X. Dabei wünschen sich die heute 46- bis 61-Jährigen einerseits einen früheren Ausstieg aus dem Berufsleben, andererseits rechnen sie aus finanziellen Gründen mit einer längeren Lebensarbeitszeit. Das zeigt der aktuelle Axa Vorsorge Report.
Fast jeder Zweite (48 Prozent) aus der Generation X geht davon aus, dass sich die eigene Lebensqualität im Alter verschlechtern wird. Zum Vergleich: Unter den Millennials erwarten dies 43 Prozent, bei der Generation Z sind es 40 Prozent. Besonders deutlich wird der Zwiespalt beim Blick auf den gewünschten Renteneintritt. Zwar träumen 46 Prozent der Befragten davon, früher als regulär in den Ruhestand zu gehen. Gleichzeitig rechnen jedoch vier von zehn (40 Prozent) damit, aus finanziellen Gründen über das gesetzliche Renteneintrittsalter hinaus arbeiten zu müssen und das obwohl sie das eigentlich nicht möchten. Auch die Sorge vor steigenden Lebenshaltungskosten begleitet viele Angehörige der Generation X. 36 Prozent befürchten, dass die Inflation ihre spätere Rente deutlich entwerten wird.
Rentenlücke bleibt oft unbekannt
Die Erwartungen an die eigene Versorgung im Alter fallen ebenfalls ernüchternd aus. Jeder Zehnte rechnet mit einer monatlichen Rentenlücke von mindestens 1.500 Euro. Weitere 18 Prozent erwarten eine Versorgungslücke zwischen 751 und 1.000 Euro. Bemerkenswert ist jedoch, dass mehr als jeder Vierte (27 Prozent) die eigene Rentenlücke überhaupt nicht einschätzen kann. Damit fehlt vielen eine konkrete Vorstellung davon, wie hoch der zusätzliche Vorsorgebedarf tatsächlich ausfällt.
Auch beim Sparverhalten zeigt sich ein widersprüchliches Bild. Zwar geben 39 Prozent der Generation X an, regelmäßig privat für den Ruhestand vorzusorgen. Gleichzeitig spart jedoch fast jeder Dritte (31 Prozent) überhaupt nicht für die Altersvorsorge. Das ist mehr als in jeder anderen erwerbstätigen Generation. Hinzu kommt, dass 22 Prozent nach eigenen Angaben grundsätzlich nicht regelmäßig Geld für den Ruhestand zurücklegen. Die Mehrheit der Befragten (58 Prozent) erklärt, sie würde zwar gern mehr vorsorgen, könne sich dies jedoch finanziell nicht leisten. Lediglich 13 Prozent räumen ein, trotz ausreichender finanzieller Möglichkeiten zu wenig für das Alter zu tun.
Besonders ausgeprägt ist das Misstrauen gegenüber der Politik. Rund drei Viertel der Generation X (74 Prozent) geben an, das Vertrauen in die politischen Lösungen für die Altersvorsorge verloren zu haben. Zugleich verlässt sich nur noch rund jeder Fünfte (22 Prozent) ausschließlich auf die gesetzliche Rente. Das ist weniger als bei den jüngeren Generationen: Unter den Millennials setzen 26 Prozent allein auf die gesetzliche Absicherung, bei der Generation Z sind es 27 Prozent.