Die Ostangler Brandgilde sieht sich nach der Fusion mit der LSH Versicherung auf Wachstumskurs. Ein Jahr nach dem Zusammenschluss zieht der Versicherungsverein eine positive Bilanz. Gleichzeitig steht bereits die nächste Fusion mit der Schwarzwälder Versicherung in den Startlöchern.
Im August 2025 haben die Versicherer Ostangler Brandgilde VVaG und die LSH Versicherung VVaG ihre Fusion offiziell bekanntgegeben. Ein Jahr nach der Vereinigung fällt das Fazit des Versicherungsvereins auf Gegenseitigkeit positiv aus. Gleichzeitig haben die Mitgliedervertreterversammlungen der Ostangler Brandgilde und der Schwarzwälder Versicherung dem geplanten nächsten Zusammenschluss einstimmig zugestimmt. Derzeit läuft das Genehmigungsverfahren bei den zuständigen Aufsichtsbehörden.
„Die Fusion mit der LSH war ein wichtiger Schritt, um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben“, sagt Vorstandsvorsitzender Jens-Uwe Rohwer. „Bereits jetzt zeigt sich, dass die Zusammenführung der Strukturen sehr gut funktioniert hat.“
Nach Angaben des Unternehmens verlief die Integration der LSH Versicherung im ersten gemeinsamen Geschäftsjahr erfolgreich. Insbesondere im Personalbereich seien zahlreiche Synergien realisiert worden. Die Teams arbeiteten inzwischen eng zusammen, gleichzeitig führe die positive Geschäftsentwicklung zu einem steigenden Bedarf an qualifizierten Fachkräften. Auch im Vertrieb habe sich ein gemeinsames Vorgehen etabliert. Die LSH AG bleibt weiterhin als Assekuradeur mit eigener Marke und eigenem Produktportfolio am Markt aktiv. Hinter den Kulissen seien jedoch zentrale Prozesse und Strukturen innerhalb der Unternehmensgruppe zusammengeführt worden.
Auch die Geschäftszahlen des Jahres 2025 spiegelten die Auswirkungen des Zusammenschlusses wider. Das Prämienvolumen der Unternehmensgruppe liegt inzwischen bei rund 80 Millionen Euro. Durch die Fusion mit der LSH Versicherung wuchs die Ostangler Brandgilde um rund 30 Prozent. Ohne den Zusammenschluss hätte das Wachstum nach Unternehmensangaben bei etwa sechs Prozent gelegen. Die Bruttoschadenquote betrug rund 55 Prozent. In Versicherungstechnik und Kapitalanlagen erwirtschaftete die Gruppe einen Überschuss von 2,9 Millionen Euro. Dieser wurde vollständig den Rücklagen zugeführt. Die Solvenzquote liegt bei rund 300 Prozent und unterstreicht die finanzielle Stabilität des Unternehmens.
Für das laufende Jahr zeigt sich der Versicherer ebenfalls optimistisch. Erwartet wird ein Wachstum von deutlich mehr als fünf Prozent. Dabei soll die Abhängigkeit von der Wohngebäudeversicherung, die weiterhin die größte Sparte darstellt, schrittweise reduziert werden. Andere Geschäftsfelder sollen künftig stärker wachsen.
IT modernisiert, nächster Zusammenschluss vorbereitet
Neben der organisatorischen Integration investierte die Ostangler Brandgilde auch in ihre technische Infrastruktur. Im vergangenen Jahr wurde ein neues EDV-System eingeführt und die IT-Landschaft in ein Rechenzentrum verlagert. Die Umstellung sei reibungslos verlaufen.
Mit der geplanten Fusion mit der Schwarzwälder Versicherung will die Unternehmensgruppe nun den nächsten Wachstumsschritt gehen. Die Schwarzwälder Versicherung soll als Versicherer in die Ostangler Brandgilde integriert werden, gleichzeitig aber als Assekuradeur unter ihrer etablierten Marke weiter am Markt auftreten. Standort und Mitarbeiter in Villingen-Schwenningen sollen erhalten bleiben. Auch für die Versicherungsnehmer soll sich nichts ändern, bestehende Verträge behalten ihre Gültigkeit.
Die beiden Unternehmen arbeiten bereits seit vielen Jahren zusammen. Durch die Fusion sollen insbesondere Verwaltungsprozesse gebündelt und Doppelstrukturen vermieden werden. Controlling, Verwaltung und IT sollen künftig noch enger verzahnt werden. Mit dem zweiten Zusammenschluss innerhalb kurzer Zeit will die Ostangler Brandgilde ihre Position als unabhängiger Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit stärken und den Wachstumskurs fortsetzen.