Die Digitale Rentenübersicht wird nur von wenigen Bürgern genutzt. Aktuell haben sich lediglich 320.000 Personen registriert. Das entspricht einer aktiven Nutzerquote von unter einem Prozent. Das könnte unter anderem am Registrierungsprozess liegen.
Die Digitale Rentenübersicht sollte eigentlich ein zentraler Baustein für mehr Transparenz in der Altersvorsorge werden. Gesetzliche, betriebliche und private Rentenansprüche werden dort gebündelt dargestellt, damit Bürger ihre spätere Versorgung besser einschätzen können. Doch die tatsächliche Nutzung des Portals bleibt bislang deutlich hinter den Erwartungen zurück. Nach aktuellen Zahlen informierten sich bis Ende 2025 zwar rund 4,8 Millionen Menschen allgemein auf dem Portal. Tatsächlich registriert haben sich jedoch lediglich etwa 320.000 Nutzer. Bezogen auf die mehr als 35 Millionen potenziell Berechtigten entspricht das einer aktiven Nutzerquote von unter einem Prozent. Darauf weist die DCS Deutsche Clearing-Stelle hin.
Demnach zeige sich eine deutliche Diskrepanz zwischen grundsätzlichem Interesse und konkreter Nutzung. Viele Interessierte scheiterten offenbar an der notwendigen Registrierung mittels eID und Steuer-ID. Die eigentlich vom Gesetzgeber angestrebte Transparenz über die gesamte Altersvorsorge werde dadurch bislang nur eingeschränkt erreicht.
„Die Digitale Rentenübersicht liefert eine notwendige Datenbasis für die Bürger, um die Höhe ihrer gebündelten Altersrente realistisch einzuschätzen und Rentenlücken entgegenzusteuern“, sagt Marco Eckert, Geschäftsführer der DCS Deutsche Clearing-Stelle. „Die Betreiber sollten den Registrierungsprozess auf dem Portal daher so einfach halten wie möglich.“
Zugleich sieht die DCS auch Arbeitgeber und öffentliche Stellen in der Verantwortung, stärker für das Angebot zu werben. „Außerdem ist es wichtig, dass sowohl öffentliche Hand als auch Arbeitgeber stärker auf das Portal aufmerksam machen“, so Eckert weiter. Denn diese könnteneine wichtige Multiplikatorenrolle übernehmen. Viele Beschäftigte hätten bislang keinen vollständigen Überblick über ihre späteren Alterseinkünfte. Hinweise im Intranet, auf Entgeltabrechnungen oder Informationsveranstaltungen könnten helfen, die Bekanntheit und Nutzung der Digitalen Rentenübersicht zu steigern.
Davon könnten auch die Arbeitgeber selbst profitieren. Wenn Beschäftigte ihre Versorgungssituation besser nachvollziehen können, steige häufig auch die Wertschätzung für die betriebliche Altersversorgung. Gleichzeitig könne eine bessere Informationsbasis die Beratung in den Personalabteilungen vereinfachen und zeitlich entlasten.
Als größte Hürde gilt weiterhin die vergleichsweise aufwendige Anmeldung über die Online-Ausweisfunktion samt PIN. Unternehmen sollten ihren Mitarbeitern deshalb aktiv Unterstützung bei der Registrierung anbieten und dies optimalerweise sogar während der Arbeitszeit ermöglichen, empfiehlt die DCS.
Zusätzlich erinnert die Clearing-Stelle an neue regulatorische Anforderungen in der betrieblichen Altersversorgung. Seit dem 1. Januar 2025 sind Direktversicherungen, Pensionskassen und Pensionsfonds verpflichtet, an die Digitale Rentenübersicht angebunden zu sein. Arbeitgeber sollten daher prüfen, ob ihre Anbieter die entsprechenden Daten korrekt übermitteln. Wichtig sei zudem, Beschäftigte über die Aussagekraft der angezeigten Werte aufzuklären. Denn im Portal werden ausschließlich Bruttowerte ausgewiesen. Welche Steuern und Sozialabgaben später im Rentenbezug tatsächlich anfallen, müsse individuell berücksichtigt werden.