Wenn der Stapler kippt: Diese Risiken unterschätzen Unternehmen massiv

Quelle: ChatGPT

Ob Gabelstapler, Bagger oder Radlader: Schäden an fahrbaren Maschinen können schnell sechsstellige Summen erreichen. Doch viele Unternehmen unterschätzen die Unterschiede zur Absicherung stationärer Anlagen. Worauf es bei der Maschinen- und Kaskoversicherung wirklich ankommt.

Ein Container voller Baumstämme, ein zu schnell anfahrender Stapler und ein zu weit ausgefahrener Mast – schon kippt die Maschine mitsamt Container zur Seite. Der Fahrer bleibt unverletzt, doch Bergung und Reparatur des Staplers schlagen mit rund 200.000 Euro zu Buche.

Der Fall zeigt exemplarisch, welche Risiken beim Einsatz fahrbarer Maschinen entstehen können. Stephan Schmitz von der BarmeniaGothaer und Andreas Knittel vom HDI erläutern im Rahmen ihrer Reihe „Sparte in 3 Minuten“, worauf Unternehmen bei der Absicherung fahrbarer Maschinen achten sollten.

Fahrbare Maschinen brauchen anderen Schutz als stationäre Anlagen

Während stationäre Maschinen über die „Allgemeinen Maschinenversicherungs-Bedingungen“ (AMB) abgesichert werden, greift bei fahrbaren oder transportablen Geräten die sogenannte ABMG – die „Maschinen- und Kaskoversicherung von fahrbaren oder transportablen Geräten“.

Der entscheidende Unterschied liegt im Einsatzort: Stationäre Maschinen befinden sich meist dauerhaft innerhalb eines Gebäudes und sind häufig bereits Bestandteil der Inhaltsversicherung. Fahrbare Maschinen hingegen wechseln regelmäßig ihren Einsatzort – und benötigen deshalb einen deutlich umfassenderen Schutz.

Allgefahrendeckung als Idealmodell

Nach Ansicht der Autoren sollte die Absicherung fahrbarer Maschinen möglichst als Voll- beziehungsweise Allgefahrendeckung ausgestaltet werden.

Versichert sind dabei unter anderem:

  • Brand, Blitzschlag und Explosion
  • Überschwemmung
  • Unfallereignisse
  • Vandalismus
  • einfacher Diebstahl (nach Vereinbarung)
  • Bedienungsfehler
  • innere Betriebsschäden
  • Material- und Konstruktionsfehler

Gerade Bedienfehler zählen in der Praxis zu den häufigsten Schadenursachen.

Alternative Deckungsmodelle bei älteren Maschinen

Nicht immer bieten Versicherer jedoch eine vollständige Allgefahrendeckung an – etwa bei älteren oder stark beanspruchten Maschinen. In solchen Fällen greifen Unternehmen häufig auf abgespeckte Varianten zurück.

Dazu zählen insbesondere:

Kaskodeckung

Hier werden innere Betriebsschäden ausgeschlossen.

Maschinenteilversicherung (MTV)

Die MTV deckt nur ausgewählte Gefahren ab, darunter:

  • Brand und Explosion
  • Diebstahl und Raub
  • Sturm und Hagel
  • Überschwemmung
  • Glasbruchschäden

Im Teilschadenfall ersetzt der Versicherer die Wiederherstellungskosten, bei Totalschäden den Zeitwert der Maschine.

Versicherungsort oft unterschätztes Risiko

Besondere Aufmerksamkeit verdient laut Schmitz und Knittel die Definition des Versicherungsortes.

Denn versichert sind grundsätzlich nur die im Vertrag benannten Betriebsgrundstücke oder Einsatzgebiete. Wer Maschinen bundesweit oder europaweit einsetzt, sollte dies unbedingt entsprechend vereinbaren. Gut beraten, wer hier von vornherein umfangreich denkt: Deutschlandweit? …oder besser noch EU-weit?

Nicht alles ist automatisch versichert

Bestimmte Risiken müssen ausdrücklich zusätzlich vereinbart werden. Dazu gehören unter anderem:

  • Diebstahl und Raub
  • Tunnel- und Untertagearbeiten
  • Einsätze auf Wasserbaustellen
  • gewerbsmäßige Vermietung von Bau- oder Landmaschinen

Generell ausgeschlossen bleiben dagegen klassische Ausschlüsse wie Krieg, bestehende Vorschäden oder betriebsbedingter Verschleiß.

Versicherer erweitern Deckungen zunehmend

Der Markt für technische Versicherungen entwickelt sich derzeit dynamisch. Viele Versicherer ergänzen ihre Policen inzwischen um zusätzliche Leistungen.

Dazu zählen etwa:

  • GAP-Deckungen
  • erweiterte Neuwertentschädigungen
  • Feuerlöschkosten
  • Schadensuchkosten
  • Zusatzgeräte und Reserveteile
  • Mietkosten für Ersatzmaschinen

Zunehmend berücksichtigt werden auch Risiken rund um E-Mobilität. Denn auch Bau- und Landmaschinen werden immer häufiger elektrisch betrieben.

Neben klassischen Risiken spielen inzwischen auch Cybergefahren und nachhaltigkeitsbezogene Mehrkosten eine größere Rolle. Insbesondere Vermieter fahrbarer Maschinen achten laut den Autoren verstärkt auf eine möglichst umfassende Absicherung von Unterschlagungsschäden.

Beliebt bleiben zudem pauschale Maschinenpark- oder Händlerdeckungen. Sie ermöglichen eine vergleichsweise einfache Verwaltung, da häufig alle Maschinen pauschal abgesichert und über Umsatzmodelle abgerechnet werden.

Unterversicherung bleibt gefährliche Kostenfalle

Nach den starken Preissteigerungen der vergangenen Jahre warnen die Autoren außerdem vor veralteten Versicherungssummen. Gerade bei Spezialmaschinen haben sich Preise und Wiederbeschaffungskosten teils massiv verändert. Liegt der tatsächliche Versicherungswert über der vereinbarten Summe, droht im Schadenfall eine Unterversicherung – mit spürbaren finanziellen Folgen für das Unternehmen.