Provinzial steigert Gewinn deutlich

Quelle: Provinzial

Die Provinzial Konzern hat im Geschäftsjahr 2025 die Beitragseinnahmen erneut kräftig gesteigert und erstmals mehr als fünf Milliarden Euro im Schaden-/Unfallgeschäft erzielt. Parallel dazu kletterte der Gewinn deutlich. Besonders stark entwickelten sich Kfz- und Wohngebäudeversicherung. Gleichzeitig treibt der Konzern seine Transformation mit KI, digitalen Geschäftsmodellen und neuen Vertriebsstrukturen voran.

Der Provinzial Konzern hat im Geschäftsjahr 2025 seine Beitragseinnahmen erneut deutlich gesteigert und neue Bestmarken erreicht. Die gebuchten Bruttobeiträge stiegen konzernweit um 6,4 Prozent auf 7,46 Milliarden Euro. Besonders stark entwickelte sich erneut das Schaden- und Unfallgeschäft, in dem die Provinzial erstmals die Marke von fünf Milliarden Euro überschritt.

Auch die Ertragslage fiel robust aus. Der Konzernjahresüberschuss nach Steuern erhöhte sich auf 256 Millionen Euro nach 165 Millionen Euro im Vorjahr. Gleichzeitig wuchs das Kapitalanlageergebnis leicht auf 966,8 Millionen Euro.

„Wir wollen nicht nur solide durch das ‚Heute‘ kommen, sondern uns so aufstellen, dass der Provinzial Konzern auch in zehn oder fünfzehn Jahren weiterhin zu den stärksten Versicherern in Deutschland gehört“, sagte Vorstandschef Dr. Wolfgang Breuer.

Provinzial-Zahlen 2025 im Überblick

  • Beitragseinnahmen steigen um 6,4 % auf 7,46 Mrd. Euro
  • Schaden-/Unfallgeschäft wächst auf 5,24 Mrd. Euro
  • Lebensversicherung legt auf 2,22 Mrd. Euro zu
  • Konzernjahresüberschuss steigt auf 256 Mio. Euro
  • Kapitalanlageergebnis wächst auf 966,8 Mio. Euro
  • Combined Ratio verbessert sich auf 87,5 %
  • Bruttoschadenaufwendungen steigen auf 3,3 Mrd. Euro
  • Maklergeschäft wächst um 13,5 %
  • Solvenzquote erreicht 243 %

Das wichtigste Geschäftsfeld des Konzerns blieb erneut die Schaden- und Unfallversicherung. Die gebuchten Bruttobeiträge stiegen hier um 7,2 Prozent auf 5,24 Milliarden Euro. Im selbst abgeschlossenen Geschäft lag das Wachstum sogar bei 7,6 Prozent. Besonders stark entwickelte sich die Kraftfahrtversicherung. Dort kletterten die Beitragseinnahmen um 9,8 Prozent auf 1,51 Milliarden Euro. Auch die Wohngebäudeversicherung blieb ein wesentlicher Wachstumsmotor und legte um sechs Prozent auf 1,63 Milliarden Euro zu.

Zugleich behauptete sich die Provinzial bei der Profitabilität. Trotz weiter steigender Material-, Ersatzteil- und Lohnkosten verbesserte sich die Combined Ratio im Schaden-/Unfallgeschäft leicht auf 87,5 Prozent und blieb damit klar besser als der erwartete Marktdurchschnitt von rund 90 Prozent. Die Bruttoschadenaufwendungen erhöhten sich allerdings um 7,8 Prozent auf 3,3 Milliarden Euro. Belastend wirkten insbesondere höhere Großschäden sowie die anhaltende Schadeninflation im Kfz-Bereich.

Auch die Lebensversicherung entwickelte sich solide. Die Beitragseinnahmen stiegen um 4,6 Prozent auf 2,22 Milliarden Euro. Wachstumstreiber war vor allem das Geschäft gegen Einmalbeitrag, das um 17,6 Prozent auf 746,8 Millionen Euro zulegte. Besonders gefragt waren fondsgebundene Lösungen. Vor allem zwei Tranchen der fondsgebundenen Zertifikatspolice sorgten für deutliche Impulse im Neugeschäft. Die laufenden Beiträge gingen dagegen leicht zurück und lagen mit 1,47 Milliarden Euro knapp unter Vorjahresniveau. Positiv entwickelte sich zudem das Geschäft mit biometrischen Risiken wie Berufsunfähigkeits- und Pflegeabsicherung. Gleichzeitig reduzierte die Provinzial ihre Zinszusatzreserve von 2,8 auf 2,6 Milliarden Euro.

Provinzial setzt auf KI und hybride Vertriebsmodelle

Ein zentraler Schwerpunkt bleibt die Transformation des Konzerns. Die Provinzial setzt dabei verstärkt auf künstliche Intelligenz und automatisierte Prozesse. Die konzernweite Plattform „Provi GPT“ sei inzwischen fester Bestandteil des Arbeitsalltags. Mitarbeitende entwickelten zusätzlich eigene KI-Workflows und Software-Roboter zur Automatisierung von Prozessen. Parallel verfolgt die Provinzial weiterhin ein hybrides Vertriebsmodell. Rund 1.300 Agenturen sowie mehr als 100 Sparkassen bleiben die zentralen Vertriebssäulen des Konzerns. Ergänzt werden diese durch Maklerplattformen und digitale Abschlusswege.

Auch das digitale Geschäft gewinnt weiter an Bedeutung. Über den S-Versicherungsmanager wurden inzwischen rund 200.000 Kunden angebunden. Gleichzeitig entwickelte die Provinzial ihren Maklervertrieb mit der Marke HFK1676 weiter. Das Maklergeschäft legte 2025 um 13,5 Prozent auf 209,6 Millionen Euro zu.

Parallel zum Wachstum setzt die Provinzial ihren Kurs der Substanzstärkung fort. Die Schwankungsrückstellungen wurden auf 1,1 Milliarden Euro erhöht. Zudem stieg die Solvenzquote des Konzerns auf starke 243 Prozent. „Als zweitgrößter Wohngebäudeversicherer Deutschlands sind wir in besonderem Maße von Klimafolgenrisiken und Elementarschäden betroffen“, erklärte Breuer. „Mit der Stärkung der Reserven erhöhen wir die Widerstandsfähigkeit nicht nur gegenüber Großschäden, sondern auch in Bezug auf Kapitalmarktschwankungen oder künftigen regulatorischen Anforderungen.“

Für das laufende Jahr 2026 sieht sich der Konzern ebenfalls auf Kurs. Sowohl im Komposit- als auch im Lebensversicherungsgeschäft liegen die bisherigen Wachstumsraten laut Unternehmen über den aktuellen GDV-Hochrechnungen.