Dividenden auf Rekordkurs: Deutschland wächst stärker als Europa

Quelle: ChatGPT

Die weltweiten Dividendenzahlungen sind mit Rekordwerten in das Jahr 2026 gestartet. Besonders deutsche Unternehmen überraschten mit einem überdurchschnittlich starken Wachstum. Rückenwind kam dabei unter anderem aus Industrie, Rohstoffen und Währungseffekten.

Die globalen Dividendenzahlungen haben im ersten Quartal 2026 einen neuen Höchststand erreicht. Weltweit stiegen die Ausschüttungen laut aktuellem Dividendenradar der Capital Group um 8,2 Prozent auf 419 Milliarden US-Dollar. Besonders stark entwickelte sich dabei der deutsche Markt: Hierzulande legten die Dividenden deutlich kräftiger zu als im europäischen und globalen Durchschnitt.

In Deutschland summierten sich die Ausschüttungen im ersten Quartal auf 7,5 Milliarden US-Dollar. Im Vorjahreszeitraum hatte der Wert bei 6,0 Milliarden US-Dollar gelegen. Das entspricht einem Gesamtwachstum von 25,8 Prozent. Das sogenannte Kernwachstum der Dividenden lag bei 11,4 Prozent und damit klar über dem europäischen Vergleichswert ohne Großbritannien von 3,4 Prozent sowie über dem weltweiten Durchschnitt von 5,2 Prozent. Treiber des Wachstums waren unter anderem wiederaufgenommene Ausschüttungen im Industriesektor. Zudem wirkte sich der stärkere Euro positiv auf die ausgewiesenen Werte aus.

lobal betrachtet kamen die stärksten Impulse im ersten Quartal aus dem Rohstoffsektor. Vor allem Bergbauunternehmen sorgten nach Jahren schwächerer Ausschüttungen wieder für kräftiges Wachstum. Laut Capital Group entfiel rund ein Fünftel des weltweiten Dividendenanstiegs auf diesen Bereich. Besonders Goldminenunternehmen entwickelten sich stark. Auch Finanzwerte, Halbleiterunternehmen, Softwarefirmen und Maschinenbaukonzerne verzeichneten deutliche Zuwächse bei den Ausschüttungen.

Dagegen entwickelten sich klassische Dividendenbranchen wie Energie, Banken und Pharma vergleichsweise schwach. Im Energiesektor stiegen die Ausschüttungen lediglich um 3,1 Prozent. Belastend wirkten hier unter anderem rückläufige Gewinne sowie umfangreiche Aktienrückkäufe.

Deutschland gehört zu den stärksten Märkten

Im internationalen Vergleich zählte Deutschland zu den dynamischsten Märkten. Auch Australien, Indien, die USA und Kanada verzeichneten hohe Wachstumsraten. Schwächer entwickelten sich dagegen Großbritannien, Europa insgesamt und China. Für das Gesamtjahr 2026 hält Capital Group an ihrer Prognose fest. Erwartet werden weltweite Dividendenzahlungen von 2,20 Billionen US-Dollar. Das ist ein Plus von 5,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

„Der Beginn in das Jahr 2026 war ermutigend – selbst angesichts zunehmender geopolitischer Unsicherheit sowie anhaltendem Kosten- und Energiedruck“, erklärt Alexandra Haggard, Head of Asset Class Services für Europa und Asien-Pazifik bei Capital Group. Aus Sicht der Kapitalmarktexperten gewinnen dividendenstarke Unternehmen gerade in volatilen Marktphasen an Bedeutung. „Während diese Herausforderungen die Kosten einiger Unternehmen erhöhen, können dividendenzahlende Aktien zur Stabilisierung von Portfolios beitragen, wenn die Märkte volatiler werden“, sagt Haggard. Zugleich sieht sie Vorteile für aktive Investmentstrategien. Entscheidend seien fundiertes Research und eine gezielte Auswahl der Unternehmen. „Aktive Manager sind gut positioniert, um jene Unternehmen zu identifizieren, die ihre Dividenden langfristig aufrechterhalten und steigern können“, so Haggard weiter.