Die Arag hat 2025 ihre Beitragseinnahmen kräftig gesteigert und die Marke von drei Milliarden Euro deutlich übertroffen. Besonders stark wuchsen Rechtsschutz- und Krankenversicherung. Gleichzeitig registriert der Konzern einen massiven Anstieg bei Arbeits- und Mietrechtsfällen.
Die Arag hat im Geschäftsjahr 2025 erneut ein starkes Wachstum erzielt und ihre ursprünglichen Ziele deutlich früher erreicht als geplant. Die Bruttobeitragseinnahmen des Konzerns stiegen um 13,2 Prozent auf 3,16 Milliarden Euro. Damit knackte der Düsseldorfer Versicherer die Marke von drei Milliarden Euro bereits fünf Jahre früher als ursprünglich vorgesehen.
Auch das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit legte weiter zu und stieg von 141 Millionen Euro auf 149,8 Millionen Euro. Der Jahresüberschuss des Konzerns erhöhte sich auf 88,7 Millionen Euro. Im Vergleich zum Vorjahr ist das ein Plus von 16,9 Prozent. Gleichzeitig verbesserte sich die Combined Ratio von 90,6 Prozent auf 89,4 Prozent. Das versicherungstechnische Ergebnis stieg nach einem schwächeren Vorjahr wieder von 96 Millionen Euro auf 105 Millionen Euro. Belastend wirkte dagegen ein leicht rückläufiges Kapitalanlageergebnis von 157 Millionen Euro nach 161,5 Millionen Euro im Vorjahr.
„Die Arag hat im vergangenen Geschäftsjahr eine souveräne Performance gezeigt. Das Unternehmen ist erneut kräftig gewachsen und hat seine Ergebnisse weiter verbessert“, sagte Arag-Vorstandsvorsitzender Dr. Renko Dirksen bei der Bilanzvorlage.
Das Kerngeschäft Rechtsschutz entwickelte sich erneut gut. Die Beitragseinnahmen stiegen um 11,5 Prozent auf 1,82 Milliarden Euro. Allein das deutsche Rechtsschutzgeschäft wuchs um 9,2 Prozent auf rund 600 Millionen Euro. Auch international konnte der Konzern zulegen. Die internationalen Beitragseinnahmen erhöhten sich um 13,5 Prozent auf 1,41 Milliarden Euro. Insgesamt betreut die Arag inzwischen rund 14 Millionen Verträge.
Der Blick auf den deutschen Rechtsschutzmarkt zeigt zudem, dass die Branche weiter wächst. Laut Marktübersicht der ARAG stiegen die gebuchten Bruttoprämien im deutschen Rechtsschutzmarkt 2025 um 5,9 Prozent auf 5,63 Milliarden Euro.
Arag-Zahlen in der Übersicht
- Bruttobeiträge steigen um 13,2 % auf 3,16 Mrd. Euro
- Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit wächst auf 149,8 Mio. Euro
- Jahresüberschuss steigt auf 88,7 Mio. Euro
- Combined Ratio verbessert sich auf 89,4 %
- Rechtsschutzgeschäft wächst um 11,5 % auf 1,82 Mrd. Euro
- Krankenversicherung legt um 18,4 % auf 886,3 Mio. Euro zu
- Kompositgeschäft wächst um 10,9 % auf 430 Mio. Euro
- Internationales Geschäft steigt um 13,5 %
- Konzern betreut inzwischen 14 Mio. Verträge
- Beitragseinnahmen wachsen im ersten Quartal 2026 erneut um 10 %
Besonders stark entwickelte sich erneut die Krankenversicherung. Hier stiegen die Beitragseinnahmen um 18,4 Prozent auf 886,3 Millionen Euro. Treiber seien vor allem die Vollkostentarife gewesen. Auch das Kompositsegment legte kräftig zu und wuchs um 10,9 Prozent auf 430 Millionen Euro. Gleichzeitig verbesserte sich die Kostenquote des Konzerns von 35,9 Prozent auf 34,8 Prozent.
Parallel zum Wachstum registriert der Versicherer einen deutlichen Anstieg der Leistungsfälle im Rechtsschutz. Besonders betroffen seien die Bereiche Arbeitsrecht sowie Miete und Wohnen. Allein im Arbeitsrecht stiegen die Leistungsfälle 2025 um 11,1 Prozent. Seit 2021 habe sich die Zahl der Fälle sogar um 63 Prozent erhöht. Besonders auffällig sei die starke Zunahme von Kündigungsschutzklagen mit einem Plus von 33 Prozent gegenüber dem Vorjahr. „Der Peak ist noch lange nicht erreicht. Es zeichnet sich der Trend ab, dass das Modell Deutschland – lange Beschäftigung, sichere Arbeitsplätze – bröckelt“, erklärte ARAG-Vorstand Hanno Petersen.
Noch stärker stiegen die Fälle im Mietrecht. Dort legten die Rechtsschutzfälle 2025 um 15,1 Prozent zu. Seit 2021 ergibt sich sogar ein Plus von mehr als 74 Prozent. Vor allem hohe Nebenkostenabrechnungen, Mieterhöhungen und Kündigungen wegen Mietrückständen treiben die Entwicklung.
Arag fordert Reform beim Rechtsmarkt
Der Versicherer nutzt die Entwicklung zugleich für politische Forderungen. Der Rechtsschutzversicherer kritisiert erneut das deutsche Anwaltsmonopol und fordert mehr Möglichkeiten für Rechtsschutzversicherer bei der Rechtsberatung.
„Unsere Kundinnen und Kunden suchen den schnellsten und naheliegendsten Weg, ihre Angelegenheiten über ihren Rechtsschutzversicherer zu klären“, sagte Dirksen. In Ländern wie Großbritannien würden bereits große Teile der Fälle direkt über eigene Kanzleien abgewickelt. Gleichzeitig setzt der Konzern verstärkt auf künstliche Intelligenz im Leistungsmanagement. Besonders im Rechtsschutzgeschäft sieht die Arag großes Potenzial für effizientere Prozesse und schnellere Bearbeitungszeiten.