Das Institut für Vorsorge und Finanzplanung (IVFP) hat zum 17. Mal Privatrenten einem Rating unterzogen. Besonders fondsgebundene Lösungen gewinnen im Markt weiter an Bedeutung. Die klassische Rente bleibt dagegen ein Nischenprodukt. Die Allianz sichert sich im Rating erneut zahlreiche Spitzenplätze.
Das Ratinghaus Institut für Vorsorge und Finanzplanung (IVFP) hat Privatrenten von 41 Anbietern unter die Lupe genommen. In Summe seien 107 Tarife auf Herz und Nieren auf bis zu 100 Kriterien hin untersucht worden. Im Vergleich zum Rating aus dem Vorjahr hat sich die Zahl der geprüften Tarife leicht erhöht. Denn anno 2025 waren noch 103 Tarife geprüft worden. Die Produkte wurden derweil in sechs Kategorien (klassisch, Klassik Plus, Index, fondsgebunden mit und ohne Garantien sowie Comfort) eingeteilt.
So wurde getestet
Mit der Veröffentlichung des neuen Ratings wurde auch die Methodik zur Bewertung privater Rentenversicherungen überarbeitet. Ziel sei es dabei, die Aussagekraft der Ergebnisse zu stärken und praxisrelevante Unterschiede zwischen den Angeboten deutlicher sichtbar zu machen. Die Renten-Policen hat das Institut mit Sitz in Altenstadt erneut in vier Teilbereiche durchleuchtet, für die es unterschiedlich gewichtete Noten gab.
Besonders gewichtet wurde im Rating mit 40 Prozent der Faktor "Rendite", die anhand von Stabilität, Sicherheit, Ertragskraft und Markterfolg benotet wird.Testkriterium Numero Zwei und drei sind "Unternehmensqualität" und "Flexibilität" mit jeweils 25 Prozent. Bei der Unternehmensqualität wurde unter anderem gewertet, wie sicher ein Unternehmen aufgestellt ist: etwa, wie groß der Vertragsbestand ist, die Beitragseinnahmen anhand der Bruttobeiträge und ob es in internationale Strukturen eingebettet ist. Bei der Flexibilität der Police wurde neben Kriterien, die eher für Fonds- und Indexpolicen wichtig sind, unter anderem gewertet, ob vor Rentenbeginn zusätzliche Zuzahlungen möglich sind, eine Beitragsfreistellung erlaubt ist, welche Fristen hierfür vorgesehen sind und wie die Überschüsse in der Ansparphase verwendet werden. Als letztes Testkriterium floss die Transparenz und der Service in das Rating ein: Etwa ob die Effektivkosten nachvollziehbar errechnet werden oder ob das Werbematerial verständlich gestaltet ist. Dieses Kriterium, für Verbraucher ebenfalls wichtig, trug nur magere zehn Prozent zum Gesamtrating bei.
Klassische Rentenversicherung bleibt Mangelware
Die Zahl der Spitzentarife bleibt auch 2026 hoch, allerdings konzentrieren sich die Bestnoten vor allem auf fondsgebundene Produkte. In den Kategorien Comfort, fondsgebunden mit Garantie, fondsgebunden ohne Garantie, Index und Klassik Plus vergab das IVFP insgesamt 25 Mal die Gesamtnote „Exzellent“. Während insbesondere Allianz erneut in nahezu allen Produktwelten vertreten ist, verteilen sich die Spitzenplätze darüber hinaus auf Anbieter wie AXA, ERGO, neue leben, Nürnberger, LV 1871, Provinzial, HDI, Canada Life und BL die Bayerische.
Das Segment der klassischen Privatrenten bleibt dagegen weiterhin überschaubar. Im aktuellen Rating untersuchte das IVFP bei den Serviceversicherern lediglich neun klassische Tarife. Anders als in den übrigen Kategorien wurde hier kein Tarif mit „Exzellent“ ausgezeichnet. Die höchste vergebene Bewertung lautet „Sehr gut“. Diese erreichten die Hannoversche Lebensversicherung mit PrivatRente Klassik, Ideal Leben mit UniversalLife sowie die Lebensversicherung von 1871 a. G. München (LV 1871) mit ihrer Klassischen Rentenversicherung. Damit bleibt die klassische Rentenversicherung auch 2026 ein Nischensegment, während fondsgebundene und hybride Vorsorgelösungen den Markt zunehmend prägen.
Die weiteren geprüften Kategorien
Zusätzlich zu den klassischen Tarifen unterscheidet das IVFP auch eine „Klassik Plus“-Variante. Dabei handelt es sich laut Definition „um eine klassische Rentenversicherung mit in der Regel geringeren Garantieelementen, aber erhöhter Renditechance. Die Kapitalanlage erfolgt in der Regel im Deckungsstock oder in einem sicherheitsorientierten Sondervermögen.“ Eine recht vage Beschreibung.
Gemeint sind damit Tarife wie die „Allianz Privatrente Perspektive“, die dem Kunden nur den Erhalt der eingezahlten Beiträge als Garantie bietet. Gleichzeitig verspricht der Versicherer höhere Renditechancen. Diese erkauft er sich aber durch bestimmte Freiheiten. So kann der Kunde zwischen einer Einmalzahlung und einer lebenslangen Rente wählen.
An der Spitze des aktuellen Ratings stehen erneut drei Tarife mit der Bestnote „Exzellent“. Ausgezeichnet wurden die „PrivatRente Perspektive“ der Allianz, der „Aktivplan“ der neuen leben sowie die „KlassikRente“ der Provinzial. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich die Spitzengruppe damit verändert: Die Provinzial rückt neu in den Kreis der Bestbewerteten auf, während die Allianz und die neue leben ihre Spitzenposition behaupten. Hinter den drei Testsiegern folgen sieben Tarife mit der Bewertung „Sehr gut“. Darunter finden sich unter anderem Angebote der Alten Leipziger, Continentale, Debeka, INTER und Württembergischen.
Top-Tarife Klassik-Plus:
- Allianz "PrivatRente Perspektive"
- neue leben "Aktivplan"
- Provinzial "KlassikRente"
In der Kategorie Indexpolicen vergab das IVFP erneut viermal die Bestnote „Exzellent“. Spitzenreiter sind wie im Vorjahr die „PrivatRente IndexSelect Plus“ und „PrivatRente IndexSelect“ der Allianz sowie die „ERGO Rente Index“. Komplettiert wird die Spitzengruppe vom „PlanX“ der neuen leben. Dahinter folgen sieben Tarife mit der Bewertung „Sehr gut“, darunter Angebote der Nürnberger, Stuttgarter, Volkswohl Bund und Württembergischen.
Top-Tarife Index:
- Allianz „PrivatRente IndexSelect Plus“
- Allianz „PrivatRente IndexSelect“
- ERGO „ERGO Rente Index“
- neue leben „PlanX“
In der Kategorie fondsgebundene Privatrenten mit Garantien vergab das IVFP siebenmal die Bestnote „Exzellent“. Zu den Spitzenreitern zählen die „PrivatRente InvestFlex mit Garantie“ der Allianz, die „Relax PrivatRente Chance“ der AXA, die „ERGO Rente Dynamik“, der „MeinPlan“ der LV 1871, der „Aktivplan“ der neuen leben, die „Fondsgebundene Privatrente“ der Nürnberger sowie die „GarantRente Vario“ der Provinzial. Im Vergleich zum Vorjahr ersetzt damit die Provinzial die Württembergische in der Spitzengruppe. Weitere 14 Tarife erhielten die Bewertung „Sehr gut“.
Top-Tarife fondsgebundene Privatrente mit Garantien:
- Allianz „PrivatRente InvestFlex mit Garantie“
- AXA „Relax PrivatRente Chance“
- ERGO „ERGO Rente Dynamik“
- LV 1871 „MeinPlan“
- neue leben „Aktivplan“
- Nürnberger „Fondsgebundene Privatrente“
- Provinzial „GarantRente Vario“
Auch bei den fondsgebundenen Privatrenten ohne Garantien dominieren fondsorientierte Konzepte das Spitzenfeld. Insgesamt vergab das IVFP achtmal die Bestnote „Exzellent“. Ausgezeichnet wurden die Tarife der Allianz, AXA, BL die Bayerische, Canada Life, HDI, LV 1871, neue leben und Nürnberger. Während Canada Life neu in den Kreis der Testsieger aufrückt, gehört die Württembergische im aktuellen Rating nicht mehr zu den Bestbewerteten und erreicht mit ihrer „PrivatRente Genius Vorsorge“ die Note „Sehr gut“.
Top-Tarife fondsgebundene Privatrente ohne Garantien:
- Allianz „PrivatRente InvestFlex“
- AXA „JustInvest“
- BL die Bayerische „Fondsrente Hallo Zukunft“
- Canada Life „GENERATION private plus“
- HDI „CleverInvest“
- Lebensversicherung von 1871 a. G. München „MeinPlan“
- neue leben „Aktivplan“
- Nürnberger „Fondsgebundene Privatrente“
In der Kategorie Comfort bleibt die Spitzengruppe unverändert klein. Wie bereits im Vorjahr erreichen lediglich zwei Tarife die Bestnote „Exzellent“: die „PrivatRente KomfortDynamik“ der Allianz sowie die „Relax PrivatRente Comfort Plus“ der AXA. Dahinter folgt ein breites Feld mit „Sehr gut“ bewerteten Angeboten, unter anderem von Bayern-Versicherung, Debeka, Gothaer, Stuttgarter, uniVersa, Volkswohl Bund, VPV, Württembergischer und WWK.
Top-Tarife Comfort:
- Allianz „PrivatRente KomfortDynamik“
- AXA „Relax PrivatRente Comfort Plus“