Wettbewerb im Tierversicherungsmarkt verschärft sich

Quelle: ChatGPT

Der Markt für Tierversicherungen wächst weiter. Besonders Tierkranken- und OP-Versicherungen gelten als große Wachstumstreiber. Gleichzeitig steigen die Ansprüche der Tierhalter an Leistungen, Service und Glaubwürdigkeit der Anbieter.

Der deutsche Markt für Tierversicherungen bleibt in Bewegung. Laut der aktuellen Trendstudie „Tierversicherungen 2026 – Status Quo, Potenziale und Perspektiven“ von Nordlight Research besitzen bereits 90 Prozent der Pferdehalter, 84 Prozent der Hundebesitzer und 32 Prozent der Katzenhalter mindestens eine Tierversicherung. Gleichzeitig plant mehr als jeder dritte Tierhalter den Neuabschluss weiterer Policen. Besonders groß ist das Wachstumspotenzial bei Tierkranken- und Tier-OP-Versicherungen. Rund ein Fünftel der Hunde-, Katzen- und Pferdehalter plant laut Studie den Abschluss entsprechender Policen. Damit bleibt der Markt sowohl für klassische Universalversicherer als auch für spezialisierte Anbieter attraktiv.

Im Wettbewerb dominieren derzeit unterschiedliche Anbieter je nach Tierart. Während die Allianz laut Studie Marktführer bei Hunde- und Katzenversicherungen ist, liegt die Uelzener im Segment der Pferdeversicherungen vorne. Bei Bekanntheit und Anbieterpräferenz zählen zudem HanseMerkur und Barmenia zu den führenden Universalversicherern. Unter den spezialisierten Anbietern schneiden insbesondere AGILA, PetProtect, Uelzener und Petolo stark ab.

Auffällig ist zugleich die hohe Kundenzufriedenheit im Markt. Viele Versicherer erzielen gute Weiterempfehlungswerte. Gerade spezialisierte Anbieter liegen beim sogenannten Net Promoter Score teilweise vor großen Universalversicherern. PetProtect, Petolo, Lassie und AGILA gehören hier laut Studie zu den Spitzenreitern.

„Insgesamt zeigt der Tierversicherungsmarkt – je nach zugrunde gelegten Performancekriterien sowie Tierarten und Versicherungsarten – deutliche Ausdifferenzierungen und spezifische Stärken-Schwächen-Profile“, erklärt Dr. Torsten Melles, Geschäftsführer von Nordlight Research. „Grund zum Ausruhen hat im Wettbewerb kein Anbieter.“

Trotz der hohen Wachstumsdynamik warnen die Studienautoren allerdings davor, Tierversicherungen als Selbstläufer zu betrachten. Viele Tierhalter wägen sehr genau ab, welche Leistungen sie tatsächlich benötigen und welche Beiträge sie akzeptieren. Besonders im Bereich der Tierkrankenversicherung erwarten Kunden umfangreiche Leistungen wie Operationsschutz (72 Prozent), freie Tierarztwahl und möglichst stabile Beiträge.Auf Vorsorgemaßnahmen wird hingegen vergleichsweise weniger Wert gelegt (je nach Tierart 41 bis 51 Prozent).

Gleichzeitig wächst bei einem Teil der Tierhalter die Skepsis gegenüber Versicherungen. Vor allem Besitzer ohne bestehende Tierpolicen setzen zunehmend auf Eigenvorsorge statt auf Versicherungsprodukte. Der Anteil dieser Gruppe stieg laut Studie von 24 Prozent im Jahr 2022 auf inzwischen 35 Prozent. Als wichtigste Hürden gelten neben den Kosten auch Zweifel daran, ob Versicherer im Schaden- oder Krankheitsfall tatsächlich zuverlässig leisten.

Die Anforderungen der Kunden unterscheiden sich zudem stark nach Tierart und Produktsegment. Preisbereitschaften sowie emotionale und funktionale Abschlussmotive variieren deutlich zwischen Hunde-, Katzen- und Pferdehaltern.

„Differenzierte Marktkenntnis bewahrt Tierversicherer davor, an den Kundenbedürfnissen vorbeizuentwickeln und ermöglicht die Gestaltung passgenauer, flexibler Produktwelten“, sagt Jessica Ruiz Ribota, Senior Research Consultant bei Nordlight Research. „Davon profitieren auch Vertrieb und Marketing durch präzisere, zielgruppenspezifische Kundenansprache und Beratung.“