Allianz bekommt neuen Aufsichtsratschef

Quelle: erstellt mit künstlicher Intelligenz via ChatGPT

Bei der Allianz beginnt ein Machtwechsel an der Spitze des Aufsichtsrats. Jörg Schneider soll den Vorsitz des Kontrollgremiums von Michael Diekmann übernehmen. Gleichzeitig rückt die Nachfolge von Konzernchef Oliver Bäte zunehmend in den Fokus der Investoren.

Mit der Hauptversammlung der Allianz am Donnerstag endet eine Ära: Michael Diekmann gibt den Vorsitz des Aufsichtsrats ab. Sein Nachfolger soll der frühere Munich-Re-Finanzvorstand Jörg Schneider werden. Einhergehend damit wird erstmals seit langer Zeit kein ehemaliger Allianz-Manager an der Spitze des Kontrollgremiums stehen. Wie aus dem vorab veröffentlichten Redemanuskript Diekmanns hervorgeht, entspricht dieser Schritt „dem ausdrücklichen Wunsch vieler institutioneller Investoren“.

Jörg Schneider gehört dem Allianz-Aufsichtsrat bereits seit der Hauptversammlung 2024 an und leitet dort den Prüfungsausschuss. Der promovierte Jurist und Betriebswirt war rund drei Jahrzehnte für Munich Re tätig, zuletzt bis 2018 als Finanzvorstand des Rückversicherers.

Diekmann selbst hatte die Allianz über Jahrzehnte geprägt. Nach seinem Einstieg 1988 führte er den Konzern von 2003 bis 2015 als Vorstandsvorsitzender und wechselte später nach einer Karenzzeit in den Aufsichtsrat. Dass der aktuelle Allianz-Chef Oliver Bäte diesen Weg nicht ebenfalls einschlagen dürfte, galt zuletzt bereits als wahrscheinlich. Große Investoren und Stimmrechtsberater sehen ehemalige Vorstandsvorsitzende zunehmend kritisch in der Rolle des Aufsichtsratschefs. Die Diskussion läuft derzeit auch bei Munich Re rund um den früheren Vorstandschef Joachim Wenning.

Mit dem Wechsel an der Spitze des Kontrollgremiums rückt zugleich die nächste große Personalentscheidung der Allianz näher: die Nachfolge von Oliver Bäte. Dessen Vertrag läuft noch bis zur Hauptversammlung 2028. Für Investoren gewinnt die Frage zunehmend an Bedeutung. Bereits bei der diesjährigen Hauptversammlung wollen Anteilseigner Hinweise darauf erhalten, wer den nächsten Strategiezyklus ab 2028 führen soll. Hintergrund ist, dass die aktuelle Dreijahresstrategie „Lifting Ambitions“ noch bis Herbst 2027 läuft und Bäte die nächste Strategie zwar wohl noch präsentieren, aber möglicherweise nicht mehr langfristig begleiten wird.

In Investorenkreisen gilt derzeit ein interner Nachfolger als wahrscheinlichste Lösung. Besonders häufig genannt werden Renate Wagner und Andreas Wimmer. Wagner verantwortet unter anderem Fusionen und Übernahmen und soll künftig zusätzlich das Deutschlandgeschäft übernehmen. Wimmer wiederum führt die Bereiche Asset Management sowie das US-Lebensversicherungsgeschäft. Auch Sirma Boshnakova werden Außenseiterchancen eingeräumt. Sie verantwortet derzeit unter anderem Allianz Direct und Allianz Partners.

Neben dem Vorsitz stehen auf der Hauptversammlung auch personelle Veränderungen im Aufsichtsrat selbst an. Sophie Boissard und Rashmy Chatterjee kandidieren erneut für das Gremium. Neu hinzukommen soll Wirtschaftsprüfer und Steuerberater Frank Ellenbürger.