Wefox steht offenbar unter enormen Finanzdruck. Eine teure Refinanzierung mit harten Kreditklauseln wirft Fragen zur Stabilität des Insurtechs auf. Laut einem Bericht des "Manager Magazins" könnten zentrale Beteiligungen als Sicherheiten auf dem Spiel stehen. Für das Unternehmen geht es damit nicht nur um Liquidität, sondern auch um die Kontrolle über das verbleibende Kerngeschäft.
Im März 2025 wurde eine Notfallfinanzierung in Höhe von 15 Millionen Euro beim Berliner Insurtech Wefox bekannt. Nach Angaben des Unternehmens handelte es sich um einen temporären Finanzierungsbedarf, um den Geschäftsbetrieb auf Holding-Ebene stabil zu halten. Die Mittel aus dem Wandelkredit sollten „ausschließlich der Überbrückung des kurzfristigen Liquiditätsbedarfs“ dienen, hieß es damals.
Nun kommen weitere Details zu früheren Finanzierungsmaßnahmen ans Licht. Demnach soll Wefox bereits Anfang 2025 mit dem US-Investor Searchlight Capital einen Kredit über 73 Millionen Euro vereinbart haben und das zu äußerst anspruchsvollen Konditionen, berichtet das "Manager Magazin"
Demnach soll sich Searchlight im Gegenzug eine Mindestvergütung von 65 Prozent gesichert haben. Damit würden bei Rückzahlung rund 120 Millionen Euro fällig. Zudem soll ein jährlicher Zinssatz von 15 Prozent vereinbart worden sein. Zusätzliche Brisanz erhält der Deal durch offenbar vereinbarte Sicherheiten. Sinkt der frei verfügbare Kassenbestand der Wefox-Holding unter fünf Millionen Euro, könnte der Kredit fällig gestellt werden. Betroffen wären dem Bericht zufolge die österreichischen und niederländischen Kerngesellschaften, auf die der Investor dann zugreifen könnte.
Um genau dieses Szenario abzuwenden, soll sich das Management an bestehende Investoren gewandt und die Notfallfinanzierung organisiert haben.