Immer mehr gesetzlich Krankenversicherte setzen auf eine Zahnzusatzversicherung. Der Hauptgrund dafür liegt in gekürzten Kassenleistungen. Besonders gefragt sind Schutz bei Zahnersatz, Füllungen und Prophylaxe.
Ende 2024 hatten knapp 20,2 Millionen Deutsche eine Zahnzusatzversicherung. Das geht aus Zahlen des PKV-Verbands hervor. Für viele Verbraucher bleibt die zusätzliche Absicherung der Zähne auch in Zukunft ein wichtiges Thema. Hintergrund sind nach Einschätzung zahlreicher Befragter die in den vergangenen Jahren reduzierten Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen bei zahnärztlichen Behandlungen. Das zeigt eine repräsentative Umfrage im Auftrag des Vergleichsportals Verivox.
Demnach nennen 46 Prozent der Menschen, die bereits eine Zahnzusatzversicherung abgeschlossen haben oder daran interessiert sind, eingeschränkte Kassenleistungen als wichtigsten Grund für den zusätzlichen Schutz.
Verbraucher denken bei Zahnzusatzpolicen längst nicht nur an teuren Zahnersatz. Ein Viertel der Befragten (26 Prozent) wünscht sich finanzielle Unterstützung bei Prophylaxe-Maßnahmen wie professioneller Zahnreinigung. 27 Prozent rechnen künftig mit kostenintensiven Behandlungen und wollen sich deshalb frühzeitig absichern. Weitere 16 Prozent geben an, dass bereits frühere teure Behandlungen ihr Interesse an einer Zusatzversicherung geweckt hätten. 15 Prozent sorgen sich wegen einer schlechten Zahnsubstanz.
Wer mit künftigen Kosten rechnet, denkt vor allem an klassische Versorgungsmaßnahmen. 54 Prozent erwarten späteren Bedarf bei Kronen, 52 Prozent bei Implantaten und 34 Prozent bei Brücken. Entsprechend hoch sind die Erwartungen an den Leistungsumfang. Für 86 Prozent zählen hochwertiger Zahnersatz und für 83 Prozent hochwertige Füllungen zu den wichtigen oder sehr wichtigen Leistungen einer Zahnzusatzversicherung. Auch Parodontitis- und Wurzelbehandlungen sowie professionelle Zahnreinigung spielen eine zentrale Rolle. Jeweils 74 Prozent stufen diese Leistungen als wichtig oder sehr wichtig ein.
„Eine Zahnzusatzversicherung sollte präventiv abgeschlossen werden“, sagt Aljoscha Ziller, Geschäftsführer der Verivox Versicherungsvergleich GmbH. „Wenn die Zähne bei Vertragsbeginn bereits stark beschädigt sind, kann das zu hohen Beiträgen, Leistungsausschlüssen oder zu einer Komplettablehnung führen.“
Besonders deutlich wird dies beim Thema bestehender Behandlungsbedarf. Zwar wünschen sich 78 Prozent der Befragten eine Kostenübernahme dafür, in der Praxis schließen viele Tarife bereits diagnostizierte oder laufende Behandlungen jedoch aus. Rein kosmetische Leistungen stehen dagegen deutlich weniger im Mittelpunkt. Nur jeder Zehnte erwartet künftig hohe Kosten durch Zahnaufhellung, acht Prozent rechnen mit Ausgaben für ästhetische Zahnkorrekturen. Bleaching zählt lediglich für rund jeden fünften Befragten zu den wichtigen Leistungen einer Zusatzversicherung.