Unfallversicherung: Die größten Bestandsverluste

Quelle: DALL-E

Der Unfallversicherungsbestand der Baloise Sachversicherung sinkt 2024 um 10.202 Verträge beziehungsweise 2,3 Prozent auf 440.180 Policen, nach 450.382 im Vorjahr. Damit erreicht die Gesellschaft Rang 19 nach Bestandsgröße. Im längerfristigen Vergleich zeigt sich jedoch weiterhin ein Aufbau: Gegenüber 2019 mit 426.585 Verträgen entspricht dies einem Plus von 13.595 Policen beziehungsweise rund 3,2 Prozent.

Wirtschaftlich ist die Baloise stärker positioniert als es der Bestand vermuten lässt. Mit 119,31 Millionen Euro Bruttoprämien, einem Marktanteil von 1,76 Prozent und Rang 14 nach Prämien liegt sie fünf Plätze vor ihrer Position nach Vertragszahl. Das Beitragsvolumen je Vertrag fällt damit überdurchschnittlich aus.

Prämienprofil: oberes Mittelfeld

Die Durchschnittsprämie je Vertrag steigt kontinuierlich von 253,97 Euro im Jahr 2019 über 266,71 Euro im Jahr 2023 auf 271,05 Euro im Jahr 2024. Im Marktvergleich ergibt sich eine Position im oberen Mittelfeld: 16 Anbieter verlangen höhere Prämien, 33 sind günstiger. Die Baloise bewegt sich damit oberhalb des breiten Marktdurchschnitts, ohne in das Hochpreissegment vorzustoßen.

Schadenentwicklung: nach Ausreißer wieder auf strukturellem Niveau

Die Schadenaufwendungen je Vertrag zeigen eine auffällige Bewegung. Nach 99,91 Euro im Jahr 2019 steigen sie 2023 deutlich auf 152,79 Euro, bevor sie 2024 wieder auf 122,29 Euro zurückgehen. Der Sechs-Jahres-Durchschnitt von 119,43 Euro bestätigt, dass das hohe Niveau von 2023 als Ausreißer zu werten ist. Im Marktvergleich ergibt sich 2024 eine mittlere Position: 32 Anbieter weisen niedrigere Schadenaufwendungen auf, 17 höhere. Das Niveau entspricht damit weitgehend der Prämienpositionierung.

Einordnung: ausgewogene Struktur ohne starke Wachstumsimpulse

Die Kombination aus überdurchschnittlichen Prämien und entsprechend mittleren bis leicht erhöhten Schadenaufwendungen ergibt ein stimmiges Verhältnis von Beitrag und Risiko. Auffällige strukturelle Verschiebungen sind nicht erkennbar.

Der Bestandsrückgang fügt sich in dieses Bild ein. In einem gesättigten Marktumfeld entstehen zusätzliche Wachstumsimpulse vor allem aus klaren Positionierungen – etwa im Niedrigpreissegment oder in spezialisierten Hochrisikobereichen. Ein ausgewogenes Geschäftsmodell wie bei der Baloise bietet Stabilität, generiert jedoch weniger dynamische Wachstumsimpulse.