Die ALH Gruppe wächst 2025 deutlich. Vor allem die Lebensversicherung sorgt für starken Rückenwind. Gleichzeitig belasten steigende Leistungsausgaben das Ergebnis im Krankenbereich.
Die ALH Gruppe hat im Geschäftsjahr 2025 ein deutliches Wachstum erzielt. Demnach kletterte der Gesamtumsatz von 5,36 Milliarden Euro auf 5,94 Milliarden Euro und nähert sich der Marke von sechs Milliarden Euro. Allein beim Alte Leipziger Konzern betrugen die gebuchten Bruttobeiträge 3,74 Milliarden Euro. Das entspricht einem Plus von 13,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
„Das Wachstum ist für die ALH Gruppe sehr erfreulich“, sagt Vorstandsvorsitzender Christoph Bohn. „Damit können wir die vor uns stehenden Herausforderungen zukunftssicher bewältigen. Dazu zählen der demografische Wandel mit Auswirkungen auf unsere Beschäftigten- und Kundenstruktur, die Digitalisierung und der Einsatz von Künstlicher Intelligenz. Ebenso gehören die Konsolidierung am Maklermarkt und die Ertragschancen am Kapitalmarkt dazu.“
Treiber des Wachstums ist insbesondere die Alte Leipziger Lebensversicherung. Die gebuchten Bruttobeiträge stiegen hier um 15,3 Prozent auf 3,12 Milliarden Euro. Besonders stark entwickelte sich das Neugeschäft. Dieses legte um 52,8 Prozent auf rund 1,06 Milliarden Euro zu. Allein die Einmalbeiträge erhöhten sich von 463 auf 812 Millionen Euro. Resultierend daraus konnte der Rohüberschuss vor Steuern und Direktgutschrift um 7,9 Prozent auf 436,4 Millionen Euro gesteigert werden.
Die Hallesche Krankenversicherung konnte ihre Beitragseinnahmen ebenfalls deutlich steigern. Diese kletterten um 9,3 Prozent auf rund 1,81 Milliarden Euro. Das Neugeschäft erreicht 2025 einen Monatssollbeitrag von 7,0 Millionen Euro. Besonders stabil zeigt sich erneut die betriebliche Krankenversicherung. Gleichzeitig schlagen die im Markt stark gestiegenen Leistungsausgaben auf das Ergebnis durch und spiegeln sich in einem Bruttoüberschuss von rund 187,2 Millionen Euro wider. Im Vorjahr lag der Wert noch bei 201,9 Millionen Euro.
ALH-Zahlen in der Übersicht:
- Bruttobeiträge im Konzern: 3,74 Mrd. Euro (+13,1 Prozent)
- Lebensversicherung: 3,12 Mrd. Euro Beiträge (+15,3 Prozent)
- Neugeschäft Leben: 1,06 Mrd. Euro (+52,8 Prozent)
- Krankenversicherung: 1,81 Mrd. Euro Beiträge (+9,3 Prozent)
- Kapitalanlagen: 37,0 Mrd. Euro
- Eigenkapital: 1,19 Mrd. Euro
In der Schaden- und Unfallversicherung entwickelt sich die Alte Leipziger Versicherung insgesamt robust. Zwar liegt das Neugeschäft mit rund 100 Millionen Euro leicht unter dem Vorjahreswert, die Beitragseinnahmen steigen jedoch um etwa fünf Prozent auf 576,6 Millionen Euro. Besonders dynamisch wuchsen die Beiträge in der gewerblichen Haftpflicht sowie in den Sachversicherungen. Belastend wirkten allerdings drei Feuergroßschäden mit einem Gesamtvolumen von 45 Millionen Euro. Dennoch verbessert sich die Nettoschaden-Kostenquote und liegt bei 98,7 Prozent. Diese hatte im Vorjahr noch bei 106 Prozent gelegen. Durch die Zuführung zur Schwankungsrückstellung war das Jahresergebnis dennoch negativ. Bereits im Geschäftsjahr hatte ein Minus von 17,8 Millionen Euro gestanden. Im Geschäftsjahr lag der Fehlbetrag bei 20,3 Millionen Euro.
Zum Wachstum der Gruppe tragen auch die weiteren Gesellschaften bei. Die Alte Leipziger Bauspar setzte ihren Expansionskurs in der Baufinanzierung fort und steigerte das außerkollektive Neugeschäft auf über 206 Millionen Euro. Das Neugeschäft mit klassischen Bauspardarlehen hat sich im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt. Dagegen ging das Bauspar-Neugeschäft nach den Boomjahren in einem anspruchsvollen Marktumfeld um 13 Prozent zurück. Positiv entwickelte sich auch die Alte Leipziger Trust: Das verwaltete Fondsvolumen stieg auf 3,1 Milliarden Euro, getragen vor allem durch Zuwächse bei Publikumsfonds. 2026 feiert die Gesellschaft ihr 40-jähriges Bestehen.