Der R+V Konzern ist im vergangenen Jahr deutlich gewachsen. Neben höheren Beitragseinnahmen stand ein Gewinnsprung von knapp 1,3 Milliarden Euro auf rund 2,2 Milliarden Euro zu Buche.
Der R+V Konzern hat seine Geschäftszahlen für das Jahr 2025 veröffentlicht. Nach den schwächeren Jahren infolge von Zinswende und Marktturbulenzen zeigt sich der genossenschaftliche Versicherer mit einem Rekordergebnis wieder deutlich gestärkt. Die gebuchten Bruttobeiträge stiegen um 8,7 Prozent auf 22,8 Milliarden Euro. Damit legte der Versicherer deutlich stärker zu als in den Vorjahren und näherte sich seinem strategischen Ziel von 25 Milliarden Euro bis 2030.
„Trotz geopolitischer Spannungen, globaler Krisen und volatiler Märkte, die auch die deutsche Wirtschaft belasten, haben wir starke Ergebnisse erzielt. Wir sind in allen Sparten gewachsen und verzeichnen ein Konzernergebnis in Rekordhöhe“, fasste Norbert Rollinger, Vorstandsvorsitzender der genossenschaftlichen R+V Versicherung
Auch im deutschen Erstversicherungsgeschäft konnte die R+V kräftig wachsen. Hier legten die Beiträge um 9,3 Prozent auf 17,5 Milliarden Euro zu. Besonders deutlich fällt die Entwicklung beim Ergebnis aus. Denn das Konzernergebnis vor Steuern nach IFRS stieg von 1.275 Millionen Euro auf 2.221 Millionen Euro. Auch nach HGB zeigt sich eine klare Verbesserung beim Ergebnis. Hier konnte der Wert von 115 Millionen Euro auf 195 Millionen Euro gesteigert werden. Treiber war vor allem ein stark verbessertes versicherungstechnisches Ergebnis, das sich auf 2,6 Milliarden Euro nahezu verdoppelte.
Das Wachstum wurde von allen Sparten getragen, wobei insbesondere die Lebensversicherung hervorsticht. Im Segment Leben/Pension stiegen die Beiträge um 12,1 Prozent auf 8,5 Milliarden Euro. Maßgeblich war hier vor allem das Einmalbeitragsgeschäft, das um 28,8 Prozent zulegte. Auch die Schaden- und Unfallversicherung entwickelte sich stabil und wuchs um 6,7 Prozent auf rund 8,0 Milliarden Euro. Die Krankenversicherung überschritt erstmals die Marke von einer Milliarde Euro und legte um 7,6 Prozent zu.
R+V-Zahlen in der Übersicht:
- Gebuchte Bruttobeiträge steigen auf 22,8 Milliarden Euro (+8,7 Prozent)
- Erstversicherung Inland wächst auf 17,5 Milliarden Euro (+9,3 Prozent)
- IFRS-Konzernergebnis erreicht 2,2 Milliarden Euro
- HGB-Ergebnis steigt auf 195 Millionen Euro
- Versicherungstechnisches Ergebnis steigt auf 2,6 Milliarden Euro
- Leben/Pension wächst auf 8,5 Milliarden Euro (+12,1 Prozent)
- Schaden-/Unfallversicherung wächst auf 8,0 Milliarden Euro (+6,7 Prozent)
- Krankenversicherung überschreitet 1-Milliarde-Euro-Marke
- Schadenarmes Jahr treibt Ergebnis
Ein wesentlicher Treiber für den Gewinnsprung war ein außergewöhnlich gutes Schadenjahr. So gab es 2025 deutlich weniger Naturkatastrophen als in den Vorjahren. Dadurch beliefen sich die Elementarschadenaufwendungen auf 150 Millionen Euro nach 442 Millionen Euro im Vorjahr. Resultierend daraus sanken die Schadenleistungen in der Schaden- und Unfallversicherung um 4,3 Prozent auf insgesamt 5,2 Milliarden Euro. Auch die Schaden-Kosten-Quote konnte deutlich verbessert werden und sank auf 86,6 Prozent (Vorjahr 94,9 Prozent).
Während das Versicherungsgeschäft deutlich zulegte, entwickelte sich das Kapitalanlageergebnis rückläufig. Dieses lag bei rund 2,2 Milliarden Euro und damit unter dem Vorjahreswert. Belastend wirkten unter anderem Währungseffekte. Dabei habe insbesondere die Abwertung des US-Dollars eine Rolle gespielt.
Für 2026 rechnet die R+V selbst mit einer Normalisierung der Ergebnisse. Grund ist unter anderem die erwartete Rückkehr zu einem „normalen“ Schadenverlauf sowie ein weiterhin anspruchsvolles wirtschaftliches Umfeld. Der Versicherer will dennoch weiter wachsen und setzt dabei auf seine Strategie „NextLevel“ sowie auf eine stärkere Nutzung des genossenschaftlichen Vertriebs. Die Unternehmensstrategie hatte der Versicherer vor einem Jahr wegen der herausfordernden Rahmenbedingungen angestoßen. „Zur Stärkung unserer Wettbewerbs- und Zukunftsfähigkeit haben wir im Jahr 2025 schon erste wichtige Ergebnisse erzielt“, fasste R+V-Chef Norbert Rollinger zusammen. So sei unter anderem unternehmensweit eine stringentere Steuerung verankert worden. Im Ergebnis sei die Ertragskraft und Risikotragfähigkeit nachhaltig gestärkt worden.