Das Neugeschäft der Lebensversicherer ist 2025 deutlich gewachsen – vor allem durch hohe Einmalbeiträge. In einer Bildstrecke zeigt Versicherungsbote, welche Anbieter die größten Kapitalzuflüsse erzielen konnten. Die Auswertung macht zugleich deutlich, wie stark das Neugeschäft aktuell von kapitalgetriebenen Einmalanlagen geprägt ist.
Hintergrund: Das Neugeschäft der Lebensversicherer lässt sich aus unterschiedlichen Perspektiven betrachten. Die hier zugrunde liegende Auswertung stellt eine Kennzahl in den Mittelpunkt, die häufig weniger im Fokus steht: den gesamten Kapitalzufluss. Er zeigt, welche Anbieter im Neugeschäft die größten Mittel einsammeln – unabhängig davon, ob diese aus laufenden Beiträgen oder Einmalzahlungen stammen.
Gerade diese Perspektive gewinnt aktuell an Bedeutung. Denn die Struktur des Neugeschäfts hat sich in den vergangenen Jahren spürbar verschoben. Während klassische, laufende Beiträge lange Zeit das Bild prägten, spielen heute kapitalgetriebene Einmalanlagen eine deutlich größere Rolle. Die aktuelle Marktanalyse von Marc Surminski in der Zeitschrift für Versicherungswesen (ZfV 04|2026) belegt diese Entwicklung anhand konkreter Zahlen: Die Einmalbeiträge stiegen 2025 branchenweit um 17,3 Prozent auf 32,1 Milliarden Euro und erreichten damit wieder ein Niveau nahe früherer Höchststände aus dem Niedrigzinsumfeld. Wie Surminski hervorhebt, bleiben „die Einmalbeiträge … die Wachstumslokomotive der deutschen Lebensversicherer“.
Demgegenüber entwickelt sich das Geschäft gegen laufenden Beitrag weiterhin deutlich verhaltener. Die laufenden Neubeiträge legten lediglich um 2,3 Prozent zu. Zum Vergleich: Im Jahr 2024 lag das Volumen dieses Segments bei 10,6 Milliarden Euro – ein Wert aus der Vorjahresauswertung der ZfV. Auf dieser Basis würden die laufenden Beiträge rechnerisch bei rund 10,8 Milliarden Euro liegen. Damit verschiebt sich die Struktur des Neugeschäfts weiter zugunsten kapitalgetriebener Einmalanlagen, nachdem dieses Segment im Zuge der Zinswende zwischenzeitlich an Dynamik verloren hatte (Versicherungsbote berichtete).
Diese Verschiebung hat unmittelbare Auswirkungen auf die Interpretation der Kennzahlen: Einmalbeiträge fließen sofort und vollständig zu und können die Rangfolge der Anbieter deutlich verzerren. Zugleich unterscheiden sie sich grundlegend von laufenden Beiträgen, die über viele Jahre hinweg stabile Einnahmen generieren. Die ausgewiesenen Kennzahlen zeigen damit nicht nur, wer viel Kapital einsammelt – sondern auch, auf welcher Grundlage dieses Neugeschäft entsteht.
Gesamtneugeschäft versus Annual Premium Equivalent (APE): Was wird gemessen?
Für die Einordnung dieser Zahlen ist entscheidend, wie Neugeschäft gemessen wird. In der fachlichen Analyse wird häufig das Annual Premium Equivalent (APE) verwendet, bei dem Einmalbeiträge nur anteilig berücksichtigt werden – unter der Annahme, dass sie über mehrere Jahre wirken. Die ZfV weist hingegen den gesamten Beitragszugang aus, einschließlich Pensionskassen und -fonds, und bildet damit den vollständigen Kapitalzufluss im Neugeschäft ab.
Versicherungsbote greift genau diese Perspektive auf und stellt jene Lebensversicherer in seiner Bildstrecke vor, die 2025 in absoluten Zahlen die größten Kapitalzuflüsse erzielt haben. Ergänzend wird für jeden Anbieter ein „APE-orientierter Richtwert“ berechnet, um die Struktur des Neugeschäfts zusätzlich einzuordnen. Dieser ist nicht mit einem klassischen APE-Wert gleichzusetzen, sondern dient ausschließlich der Veranschaulichung, indem Einmalbeiträge nur anteilig berücksichtigt werden (jedoch unter der gleichen Annahme einer zehnjährigen Laufzeit der Verträge).
Alle genannten Zahlen basieren auf der aktuellen Marktanalyse von Marc Surminski in der Zeitschrift für Versicherungswesen (ZfV, Ausgabe 04|2026). Die Auswertung stützt sich auf eine kombinierte Datenbasis aus GDV-Statistiken, Geschäftsberichten der Versicherer sowie eigenen Recherchen. Ergänzend enthält die Analyse eine umfangreiche Tabelle zur Entwicklung von Neugeschäft und Beitragseinnahmen von 65 Lebensversicherern.
Der zusätzlich ausgewiesene „APE-orientierte Richtwert“ wurde auf Basis dieser Daten von Versicherungsbote selbst berechnet (ebenso die zugehörige Quote) und dient ausschließlich der strukturellen Einordnung des Neugeschäfts. Die vollständige Auswertung ist über die ZfV zugangspflichtig abrufbar.