Lebensversicherung 2026: Verzinsung, Garantien und Markttrends im Überblick

Quelle: ChatGPT

Die Überschussbeteiligung steigt weiter. Für 2026 liegt die laufende Verzinsung im Marktdurchschnitt bei 2,87 Prozent. Das ist ein moderater Anstieg um 0,05 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr. Gleichzeitig verabschiedet sich die Branche zunehmend von klassischen Garantien.

Das Ratinghaus Assekurata hat zum 24. Mal Altersvorsorgeverträge unter die Lupe genommen. In diesem Jahr wurden 37 Lebensversicherer analysiert. Diese haben einen gemeinsamen Marktanteil von rund 64 Prozent. Insgesamt hatte Assekurata 74 Lebensversicherer befragt, die nahezu den gesamten Markt abdecken. Damit ist die Beteiligungsquote erneut leicht gesunken: Im Vorjahr waren noch 39 Lebensversicherer mit einem Marktanteil von 62 Prozent analysiert worden. 2024 waren es sogar noch 43 Unternehmen mit 68 Prozent Marktanteil.

Ein zentrales Kriterium der Studie ist auch weiterhin, ob Versicherer klassische Produkte im Neugeschäft anbieten. 17 der 37 befragten Unternehmen tun das noch. Damit ist die Zahl der Gesellschaften, die klassische Kapitallebensversicherungen, private Rentenversicherungen oder laufende Rentenpolicen anbieten, konstant geblieben. Klassische Riester- oder Basisrenten bieten nur noch zwei beziehungsweise vier Versicherer an. Damit bleibt die klassische Lebensversicherung zwar im Bestand relevant, entwickelt sich aber zunehmend zum Nischenprodukt.

„Die Klassik bleibt damit zwar ein wichtiger Bestandteil des Bestandes, entwickelt sich im Wettbewerb mit renditeorientierteren Lösungen jedoch zu einem Nischenprodukt“, erklärt Lars Heermann, Bereichsleiter Analyse und Bewertung bei Assekurata.

Stattdessen dominieren weiterhin Produkte mit abgesenkten oder ganz ohne Garantien. Bei der „Neuen Klassik“ garantieren die meisten Versicherer zwischen 80 und 90 Prozent der Beiträge. Nur fünf Unternehmen sichern noch den vollständigen Beitragserhalt zu. Eine 100-Prozent-Garantie ist wirtschaftlich kaum noch darstellbar. Die Mindestlaufzeiten für den Erhalt dieser Garantien liegen zwischen zwei und 15 Jahren.

Für 2026 zeigt sich: Über alle Tarifarten hinweg beträgt die durchschnittliche laufende Verzinsung 2,87 Prozent. Das ist ein Plus von 0,05 Prozentpunkten. Im gewichteten Durchschnitt beträgt der Wert 2,95 Prozent​ (2,91 Prozent). Der höchste Einzelwert liegt sogar bei 3,40 Prozent. Der Anstieg bleibt damit stabil, aber verhalten. Viele Versicherer agieren weiterhin vorsichtig bei der Deklaration. „Die Versicherer profitieren in der Kapitalanlage zwar von höheren Erträgen, agieren bei der Überschusspolitik aber weiterhin mit Bedacht“, so Heermann.

Die laufende Verzinsung im Neugeschäft liegt bei 2,57 Prozent bei klassischen Tarifen und bei 2,65 Prozent in der Neuen Klassik. Damit fällt die Verzinsung für klassische Produkte erneut etwas geringer aus als bei der Neuen Klassik.

Höhere Renditen gibt es dagegen bei Indexpolicen. Im Durchschnitt erhielten die Kunden 2025 eine Renditegutschrift von 4,49 Prozent. Im Vorjahr hatte der Wert noch bei 3,78 Prozent gelegen. Besser als 2025 verliefen nur die Indexjahre 2017 und 2021. Der deklarierte laufende Überschusszins liegt bei durchschnittlich 3,07 Prozent (3,04 Prozent). Dagegen blieb die laufende Verzinsung bei den untersuchten Fondspolicen mit 2,49 Prozent (2,37 Prozent) nahezu konstant.

Insgesamt haben sieben Gesellschaften ihre laufende Verzinsung erhöht, während ein Versicherer sie gesenkt und 22 sie unverändert gelassen haben. Die stärkste Steigerung verzeichnete die Debeka mit +0,50 Prozentpunkten. Die höchste laufende Verzinsung am Markt bietet derzeit Inter mit 3,40 Prozent, gefolgt von der Provinzial mit 3,25 Prozent und vier weiteren Unternehmen, die 3,00 Prozent gewähren. Die niedrigsten Werte haben Öffentliche Oldenburg und die SV Leben mit jeweils 2,00 Prozent.

Gesamtverzinsung und Garantien im Fokus

Auch bei der deklarierten Gesamtverzinsung zeigt sich eine positive Entwicklung. Für den Mustervertrag einer privaten Rentenversicherung beträgt die durchschnittliche Gesamtverzinsung 3,23 Prozent (3,19 Prozent). Zuzüglich sonstiger Gewinnanteile liegt der Wert bei 3,26 Prozent. Die garantierte Beitragsrendite in klassischen Verträgen bleibt stabil bei 0,42 Prozent. Die illustrierte Beitragsrendite ist leicht von 2,32 auf 2,35 Prozent gestiegen.

In der Neuen Klassik hat sich die garantierte Beitragsrendite deutlich verbessert, bleibt aber im negativen Bereich: -0,22 Prozent im Durchschnitt (Vorjahr: -0,26 Prozent). Die illustrierte Beitragsrendite beträgt hier durchschnittlich 2,63 Prozent und kann bei einer BWR-Zuteilung auf 2,65 Prozent steigen. Effektivkosten schlagen in der Neuen Klassik mit durchschnittlich 1,04 Prozent zu Buche – etwas mehr als in der Klassik (0,91 Prozent)​.