Nach der Fusion treiben Helvetia und Baloise den Stellenabbau voran. In Deutschland sollen rund 300 Jobs entfallen. Dies soll jedoch ohne betriebsbedingte Kündigungen geschehen. Möglich wird das durch ein freiwilliges Abbauprogramm.
Nach dem rechtlichen Vollzug der Fusion von Helvetia und Baloise kündigt der größte Allbranchenversicherer der Schweiz einen großen Stellenabbau an. Bis 2028 sollen zwischen 2.000 und 2.600 Stellen der aktuell 22.000 Stellen abgebaut werden. Rund 1.400 bis 1.800 der wegfallenden Arbeitsplätze soll auf die Schweiz entfallen. Hier seien vor allem die Konzernzentrale sowie auf lokale Geschäfte im Blick. Auch Deutschland bleibt vom Rückbau nicht verschont. In Summe sollen bundesweit rund 300 Stellen abgebaut werden.
Beim geplanten Stellenabbau will der Konzern vor allem auf natürliche Fluktuation setzen. Diese liege jährlich bei sieben bis acht Prozent. Überdies würden Frühpensionierungen eine Rolle spielen. Auch in Deutschland soll der Abbau von Stellen ohne betriebsbedingte Kündigungen vollzogen werden. Nach Angaben des Unternehmens ist dieses Ziel nun offenbar bereits erreicht. „Eine ausreichende Anzahl an Personen wurde gefunden, sodass es in Deutschland aller Voraussicht nach keine betriebsbedingten Beendigungskündigungen geben wird“, erklärte ein Unternehmenssprecher dem Fachportal "procontra online". Demnach habe ein Freiwilligenprogramm als zentraler Baustein geholfen.
Möglich wurde dies durch eine Einigung mit den Betriebsräten der fusionierten Gesellschaften. Mitarbeiter konnten sich im Rahmen eines entsprechenden Programms für einen vorzeitigen Austritt entscheiden. „Mitarbeitende haben die Möglichkeit erhalten, im Rahmen von Altersteilzeitverträgen oder Auflösungsverträgen über den Zeitraum von 2026 bis Ende 2028 freiwillig aus dem Unternehmen auszuscheiden“, so der Sprecher weiter.
Im Heimatmarkt Schweiz seien im ersten Quartal des laufenden Jahres ebenfalls mehrere hundert Mitarbeitende identifiziert worden, die das Unternehmen im Zuge der Neustrukturierung verlassen werden.
Der Stellenabbau ist Teil der Integrationsmaßnahmen nach dem Zusammenschluss von Helvetia und Baloise. Mit der Fusion verfolgen beide Unternehmen das Ziel, Synergien zu heben, Kostenstrukturen zu optimieren und ihre Marktposition zu stärken. Ziel sei es 350 Millionen Franken einzusparen. Hinzu kommen bestehende Programme beider Häuser aus dem Vorjahr, die ebenfalls weiterlaufen. Demnach wollte die Baloise rund 100 Millionen Franken und die Helvetia etwa 200 Millionen Franken einsparen.