Tarifverhandlungen für den Versicherungsaußendienst ohne Ergebnis - Was AGV, Verdi und DBV fordern

Quelle: ChatGPT

Die Tarifverhandlungen im Versicherungsaußendienst scheinen schon nach der ersten Runde festgefahren. Arbeitgeber und Gewerkschaften liegen bei Laufzeit und Höhe der Erhöhungen weit auseinander. Eine Einigung ist vorerst nicht in Sicht.

Die Tarifverhandlungen für den angestellten Außendienst der Versicherungswirtschaft sind ohne Ergebnis geblieben. In der ersten Verhandlungsrunde in Wuppertal konnten sich Arbeitgeber und Gewerkschaften weder auf die Laufzeit noch auf die Höhe der Vergütung einigen. Betroffen sind rund 32.000 Beschäftigte.

Der Arbeitgeberverband der Versicherungsunternehmen in Deutschland (AGV) hat ein Angebot vorgelegt, das eine Laufzeit von 36 Monaten vorsieht. In diesem Zeitraum sollen die Einkommen schrittweise steigen – insgesamt um rund 9,5 Prozent.

Die Anpassungen sind gestaffelt und sollen jeweils im November der Jahre 2026, 2027 und 2028 erfolgen. Je nach Tätigkeit und Erfahrungsstufe ergeben sich dabei unterschiedliche Erhöhungen. Über die gesamte Laufzeit summieren sich diese auf knapp unter zehn Prozent.

Der Arbeitgeberverband hatte ein erstes Angebot mit folgendem Inhalt unterbreitet:

  • Laufzeit 36 Monate.
  • Erhöhungen ab 1. November 2026 (1. Stufe), ab 1. November 2027 (2. Stufe) und ab 1. November 2028 (3. Stufe).
  • Erhöhungen für die Angestellten des akquirierenden Werbeaußendienstes der Stufe I (in den ersten beiden Jahren der Unternehmenszugehörigkeit) in der ersten Stufe um 4,50 Prozent, in der zweiten Stufe um 2,99 Prozent und in der dritten Stufe um 2,01 Prozent.
  • Erhöhungen für die Angestellten des akquirierenden Werbeaußendienstes der Stufe II (nach zwei Jahren Unternehmenszugehörigkeit) in der ersten Stufe um 4,49 Prozent, in der zweiten Stufe um 2,98 Prozent und in der dritten Stufe um 2,01 Prozent.
  • Erhöhungen für die Angestellten des organisierenden Werbeaußendienstes in der ersten Stufe um 4,50 Prozent, in der zweiten Stufe um 3,01 Prozent und in der dritten Stufe um 2,01 Prozent.

Ganz andere Eckdaten ruft die Arbeitnehmerseite auf. Sowohl die Gewerkschaft Verdi als auch der Deutsche Bankangestellten-Verband (DBV) lehnen die lange Laufzeit ab. Sie fordern stattdessen einen Tarifvertrag mit nur zwölf Monaten Laufzeit. Verdi verlangt darüber hinaus eine Erhöhung des Mindesteinkommens um zehn Prozent innerhalb eines Jahres sowie eine Einmalzahlung von 1.500 Euro. Auch weitere tarifliche Bestandteile sollen deutlich angehoben werden:

  • Die Laufzeit der Tarifvereinbarung soll 12 Monate betragen.
  • 1.a Eine Erhöhung des Mindesteinkommens nach § 3 GTV um 10 Prozent
  • Eine unverrechnbare, tarifliche Einmalzahlung in Höhe von 1.500 €
  • 1.b Erhöhung der Sozialzulage nach §4 GTV um 50€
  • 2.a Wegfall der Begrenzungsbeträge nach § 19 Ziff. 5 Abs. 1 MTV und § 22 Ziff. 3 Abs. 1 MTV.
  • 2.b Eine Erhöhung des mit Provisionen unverrechenbaren Einkommensteil für den organisierenden Außendienst (§ 19 Ziff. 1 Abs. 2. MTV) +10 Prozent € auf 633 €. Diese Regelung ist für den gesamten Werbeaußendienst zu vereinbaren.
  • 2.c Eine Erhöhung des Provisionsausgleiches bei Urlaub § 22 Ziff. 2 Abs. 2 MTV +10Prozent auf 407 €
  • 2.d Wegfall der Höchstbeträge bei der Krankenbeihilfe § 21 Ziff. 2 Abs. b und c MTV
  • 3. Eine Übertragung des Altersteilzeitabkommens für den organisierenden Außendienst auf den gesamten Werbeaußendienst.
  • 4. Zahlung einer Verdienstausfallentschädigung für die gesetzlich geregelte Weiterbildungsverpflichtung von 15 Stunden im Jahr.
  • 5. Umwandlung von Entgeltbestandteilen in zusätzliche Urlaubstage

Der DBV verfolgt eine ähnliche Stoßrichtung. Auch hier steht eine kurze Laufzeit im Mittelpunkt. Diese soll mit einer deutlichen Anhebung der Mindesteinkommen kombiniert werden. Ziel ist es unter anderem, die Vergütung klar über das Niveau des gesetzlichen Mindestlohns zu heben.

Im Außendienst der Versicherer setzt sich die Vergütung aus einem festen Mindesteinkommen und variablen Provisionen zusammen. Aktuell liegt mit lediglich 575 Euro ein Teil des Einkommens außerhalb der Provisionsanrechnung und ist damit garantiert. Genau hier setzen die Forderungen der Gewerkschaften an. Dieser Sockel soll deutlich steigen und perspektivisch für mehr Beschäftigtengruppen gelten.

Wie zwischen den Tarifvertragsparteien vorab vereinbart, werden die Verhandlungen am 30. April 2026 in Wuppertal fortgesetzt.