Versorgungswerk droht Verlust von fast 58 Millionen Euro

Quelle: ChatGPT

Ein Immobilieninvestment in den USA könnte für das Versorgungswerk der Rechtsanwälte im Lande Hessen zum Totalausfall werden. Rund 57,9 Millionen Euro stehen im Zusammenhang mit dem Projekt rund um die Transamerica Pyramid in San Francisco. Für die Rentenleistungen der Mitglieder soll der mögliche Verlust jedoch keine Folgen haben.

Ein Investment in ein prestigeträchtiges Büroimmobilienprojekt in den USA könnte für das Versorgungswerk der Rechtsanwälte im Lande Hessen mit einem Totalausfall enden. Im Fokus steht die Beteiligung am bekannten Hochhaus Transamerica Pyramid in San Francisco, die über einen Fonds der DF Deutsche Finance Holding AG erfolgte.

Nach Angaben des Versorgungswerks beträgt das investierte Kapital 57,9 Millionen Euro. Trotz der möglichen Abschreibung relativiert die Einrichtung die Dimension des Engagements. Denn in Relation zum Marktwert der gesamten Kapitalanlagen liege der Wert bei unter einem Prozent. Das Versorgungswerk rechnet damit, dass das Investment vollständig abgeschrieben werden muss. Die entsprechende Wertberichtigung soll im Geschäftsjahr 2025 erfolgen. Darüber berichtet das "Handelsblatt"

Für die Mitglieder des Versorgungswerks soll dies jedoch keine unmittelbaren Folgen haben. Demnach seien die Leistungssteigerungen für Renten und Anwartschaften davon unberührt. Auch würden keine Reserven und Rücklagen in Anspruch genommen.

Die Beteiligung erfolgte im Rahmen eines institutionellen Fondsinvestments. Wobei das Versorgungswerk als Kapitalgeber fungierte. Die Zusammenarbeit mit der Deutschen Finance habe sich an den vertraglich vereinbarten Reporting- und Entscheidungsprozessen orientiert. Die ursprüngliche Strategie sah vor, das markante Bürogebäude zu modernisieren und anschließend vom erwarteten Aufschwung des Büromarktes nach der Pandemie zu profitieren.

Die Realität entwickelte sich jedoch anders. So habe sich “die Mietnachfrage wesentlich schwächer als erwartet" entwickelt. Parallel dazu traf die rasche Zinswende internationale Investoren unerwartet. Steigende Baukosten und ein schwächerer Büromarkt belasteten das Projekt zusätzlich. Einhergehend damit rutschte der Cashflow des Hochhausprojekts schließlich ins Negative.

Das Versorgungswerk ist an der Stelle nur einer von mehreren Investoren in dem Immobilienkomplex, zu dem neben dem Hauptgebäude auch drei Nebengebäude gehören. Hauptinvestor ist die Bayerische Versorgungskammer (BVK), die einen deutlich höheren Betrag im Feuer hatte. Insgesamt sollen rund 1,6 Milliarden Euro investiert worden sein. Allein für 2024 musste die BVK Abschreibungen von mehr als 160 Millionen Euro auf ein Investmentvolumen von 800 Millionen Euro vornehmen. Nach internen Einschätzungen könnte sich dieser Wert sogar auf bis zu 690 Millionen Euro erhöhen.

Das Versorgungswerk der Rechtsanwälte im Lande Hessen prüft nach eigenen Angaben derzeit sämtliche Aspekte des Investments.