MLP mit Rekordumsatz und deutlich weniger Gewinn

Quelle: MLP

Der Finanzdienstleister MLP hat 2025 erneut Gesamterlöse von über einer Milliarde Euro eingefahren. Gleichzeitig blieb das Ergebnis deutlich unter dem Vorjahr. Für die kommenden Jahre will der Finanzdienstleister stärker auf Künstliche Intelligenz setzen.

Die MLP Gruppe hat im Geschäftsjahr 2025 einen neuen Umsatzrekord aufgestellt und damit ihre Erlöse im zwölften Jahr in Folge gesteigert. Die Gesamterlöse kletterten auf 1,08 Milliarden Euro nach 1,07 Milliarden Euro im Jahr zuvor. Damit erreicht der Wieslocher Finanzdienstleister erneut einen Höchstwert. Gleichzeitig blieb das operative Ergebnis unter dem Vorjahr.

Auch zentrale Bestandskennzahlen legten weiter zu. Das betreute Vermögen stieg auf 65,9 Milliarden Euro, während das verwaltete Prämienvolumen in der Sachversicherung auf 809 Millionen Euro anwuchs. Diese Kennzahlen gelten als wichtiger Indikator für die zukünftige Erlösentwicklung.

Beim Ergebnis zeigt sich jedoch ein anderes Bild. Denn das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) sank auf 87,9 Millionen Euro nach 95 Millionen Euro im Vorjahr. Hintergrund ist ein bereits angekündigter Einmaleffekt von 9,2 Millionen Euro im Zusammenhang mit der Fokussierung des Immobiliengeschäfts. Ohne diesen Effekt hätte das EBIT bei rund 97 Millionen Euro gelegen.

Auch unter dem Strich blieb weniger Gewinn als im Vorjahr. Das Konzernergebnis sank auf 55,7 Millionen Euro, nachdem im Jahr zuvor noch 69,3 Millionen Euro erzielt worden waren. Das ist ein Minus von 19,6 Prozent. MLP spricht dennoch von einer stabilen operativen Geschäftsentwicklung. „Die erfolgreiche operative Geschäftsentwicklung des zurückliegenden Jahres unterstreicht einmal mehr die strategische und operative Stärke der MLP Gruppe“, sagt Vorstandschef Dr. Uwe Schroeder-Wildberg.

Die Sparten im Überblick

Im Leistungsbereich Absicherung erzielte MLP ein deutliches Wachstum. Die Erlöse stiegen um acht Prozent auf 223 Millionen Euro. Treiber war vor allem eine positive Entwicklung im Sachversicherungsgeschäft mit Privat- und Firmenkunden. Auch der Bereich Vorsorge legte leicht zu. So stiegen die Erlöse bei der Altersvorsorge und Krankenversicherung auf 303 Millionen Euro nach 298 Millionen Euro im Vorjahr. Wachstum kam vor allem aus der privaten Krankenversicherung, wo weiterhin eine hohe Nachfrage nach hochwertigen Gesundheitsleistungen besteht.

Der Leistungsbereich Vermögen, der im Vorjahr noch ein zentraler Wachstumstreiber war, entwickelte sich dagegen stabil bis leicht rückläufig. Die Erlöse sanken leicht auf 510 Millionen Euro (2024: 520 Millionen Euro). Belastend wirkten sich unter anderem niedrigere Zinserträge sowie deutlich geringere erfolgsabhängige Vergütungen im Vermögensmanagement aus.

Der Bereich Sonstiges, zu dem auch das Immobilienentwicklungsgeschäft gehört, ging erwartungsgemäß zurück. Die Erlöse sanken auf rund 10 Millionen Euro nach 13 Millionen Euro im Vorjahr. Hintergrund ist die strategische Reduzierung der Risiken in diesem Geschäftsfeld.

Trotz leicht rückläufiger Erlöse bleibt das Vermögensmanagement ein zentraler Bestandteil des Geschäftsmodells. Hierzu zählen sowohl das Privatkundengeschäft von MLP als auch die Betreuung institutioneller Investoren und vermögender Kunden über die Tochter FERI. Allerdings lagen die erfolgsabhängigen Vergütungen im Jahr 2025 mit 10,7 Millionen Euro deutlich unter dem Vorjahreswert von 33,9 Millionen Euro. Ohne diesen Effekt wäre im Vermögensmanagement ein Wachstum von rund sieben Prozent möglich gewesen.

MLP-Ergebnisse in der Übersicht:

  • Gesamterlöse steigen leicht auf 1,08 Milliarden Euro
  • Ausblick 2026: EBIT soll auf 100 bis 110 Millionen Euro steigen
  • EBIT liegt bei 87,9 Millionen Euro – unter Vorjahr wegen Einmaleffekt im Immobiliengeschäft
  • Konzernergebnis sinkt auf 55,7 Millionen Euro (Vorjahr: 69,3 Millionen Euro)
  • Erlöse im Bereich Absicherung wachsen um acht Prozent auf 223 Millionen Euro
  • Vorstand schlägt eine Dividende von 36 Cent pro Aktie vor (unverändert)

Künstliche Intelligenz soll Beratung unterstützen

Eine zentrale Rolle in der strategischen Weiterentwicklung spielt der verstärkte Einsatz von Künstlicher Intelligenz. So hat der Finanzdienstleister im Privatkundengeschäft eine automatisierte Analyse- und Abschlussstrecke für weniger beratungsintensive Sachversicherungen eingeführt. Darüber hinaus baut das Unternehmen ein KI-Agentensystem auf, das Berater bei administrativen Aufgaben unterstützen und Kunden zusätzliche digitale Services bieten soll. Ziel ist es, Beratungsprozesse effizienter zu gestalten und gleichzeitig die persönliche Beratung zu ergänzen.

Für das laufende Geschäftsjahr erwartet MLP eine weitere Verbesserung des Ergebnisses. Das EBIT soll 2026 zwischen 100 und 110 Millionen Euro liegen. Bis Ende 2028 sollen die Gesamterlöse auf 1,3 bis 1,4 Milliarden Euro steigen. Beim EBIT peilt das Unternehmen 140 bis 155 Millionen Euro an. Wachstumspotenziale sieht das börsennotierte Unternehmen insbesondere in der Beratung von Familienkunden, im Ausbau des Firmenkundengeschäfts sowie in der Betreuung institutioneller Investoren. Auch an der Dividendenpolitik hält der Konzern fest. Für das Geschäftsjahr 2025 soll eine Dividende von 36 Cent je Aktie ausgeschüttet werden.