Altersvorsorge: Mit 89 Euro monatlich zu 1.000 Euro Zusatzrente

Quelle: ChatGPT

Wie Sparer auch mit vergleichsweise kleinen Sparbeträgeneine spürbare Zusatzrente aufbauen können? Dieser Frage nimmt sich eine Modellrechnung an. Im Ergebnis zeigt sich, dass der entscheidende Faktor dabei vor allem die Zeit ist. Wer früh beginnt, kann mit weniger als 100 Euro monatlich langfristig ein beträchtliches Vermögen ansparen.

Schon mit vergleichsweise kleinen monatlichen Sparraten lässt sich eine zusätzliche Rente im Alter aufbauen. Berechnungen des Vergleichsportals Verivox zeigen, dass bereits 89 Euro pro Monat ausreichen können, um im Ruhestand 1.000 Euro monatliche Zusatzrente zu finanzieren. Die Voraussetzung dafür ist, dass der Sparprozess früh genug beginnt.

Grundlage der Modellrechnung ist ein Kapitalbedarf von 246.374 Euro zum Renteneintritt. Dieses Vermögen wird in der Auszahlphase über einen Zeitraum von 25 Jahren genutzt, um monatlich 1.000 Euro auszuzahlen. Während dieser Zeit wird das Kapital konservativ zu zwei Prozent Zinsen angelegt, etwa in sicheren Anlageformen wie Tages- oder Festgeld. Dadurch bleibt das Vermögen vor starken Kursschwankungen geschützt und kann planbar über die gesamte Rentenphase verteilt werden.

Während der Ansparphase setzen die Berechnungen hingegen auf höhere Renditechancen am Kapitalmarkt. Hier wurde ein ETF-Sparplan mit einer durchschnittlichen jährlichen Rendite von 7,5 Prozent zugrunde gelegt. Dieser Wert orientiert sich an der historischen Durchschnittsrendite des Weltaktienindex MSCI World, abzüglich typischer ETF-Kosten.

Wie stark sich ein früher Einstieg auszahlt, zeigt der Vergleich verschiedener Altersgruppen. Wer erst mit 55 Jahren beginnt zu sparen, hat nur noch rund zwölf Jahre bis zum Renteneintritt. In diesem Fall müsste die monatliche Sparrate bereits 1.151 Euro betragen, um das notwendige Kapital aufzubauen. Für viele Menschen ist ein solcher Betrag kaum realistisch.

Deutlich günstiger fällt die Rechnung für frühere Vorsorge aus. 45-Jährige müssen laut Modellrechnung etwa 426 Euro monatlich investieren, während 35-Jährige mit rund 189 Euro pro Monat auskommen. Besonders deutlich zeigt sich der Effekt bei sehr frühem Einstieg: 25-Jährige benötigen lediglich 89 Euro monatlich, um bis zur Rente das erforderliche Vermögen aufzubauen.

Der Grund dafür liegt im Zinseszinseffekt. Wer früh beginnt, profitiert über viele Jahre von der Rendite am Kapitalmarkt. „Je früher Anlegerinnen und Anleger mit dem Sparen beginnen, desto mehr Zeit haben sie noch bis zur Rente – und umso stärker wirkt sich die Rendite der ETF-Anlagen zu ihren Gunsten aus“, erklärt Oliver Maier, Geschäftsführer der Verivox Finanzvergleich GmbH. „Wer schon im jungen Alter finanziell für die Zukunft vorsorgt, kann durch die Kraft von Rendite und Zinseszins relativ leicht genug Vermögen aufbauen, um später materiell gut abgesichert in Rente zu gehen.“

Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Inflation. Über Jahrzehnte hinweg kann sie die Kaufkraft des Geldes deutlich reduzieren. Wer heute eine Zusatzrente von 1.000 Euro plant, sollte deshalb berücksichtigen, dass dieser Betrag künftig weniger wert sein könnte. Laut Verivox kann es sinnvoll sein, die monatlichen Sparbeträge regelmäßig anzupassen. Anlässe könnten dabei etwa nach Gehaltserhöhungen oder tariflichen Einkommenssteigerungen sein.

Zugleich weist die Analyse darauf hin, dass sich Börsenkurse in der Realität nicht linear entwickeln. Zwischenzeitliche Rückgänge oder Krisen an den Kapitalmärkten sind jederzeit möglich. Langfristige Anleger können solche Phasen jedoch häufig aussitzen. „Bislang haben sich die Börsenkurse selbst nach schwersten Rücksetzern immer wieder erholt und in den Folgejahren neue Höchststände erreicht“, sagt Maier. Die Berechnungen zeigten daher, dass bereits mit überschaubaren Sparbeträgen eine solide Grundlage für die Altersvorsorge geschaffen werden kann.