Allianz investiert in Neobank

Quelle: Allianz

Die Allianz hat sich beim lateinamerikanischen Fintech Ualá eingekauft. Damit will der Versicherer digitale Finanz- und Versicherungsangebote in der Region massiv auszubauen.

Anfang 2019 verkündete die Allianz Gruppe noch mehr Geld in Start-ups und damit verbunden in neue Ideen stecken zu wollen. Der hauseigene Investment-Fonds Allianz X soll eine Milliarde Euro in junge Unternehmen investieren. Aktuell hält das Unternehmen 26 aktive Investments.

Dabei wurden eine Reihe von spannenden Deals eingetütet. Insbesondere Dienstleistungen rund um Schaden- und Technologielösungen in der Automobilbranche schienen es dem Unternehmen angetan zu haben. So hatte sich der Münchener Versicherungskonzern beispielsweise im März 2020 die Mehrheit am Schadenabwickler ControlExpert gesichert. 2022 kam mit der Innovation Group ein weiterer Big-Player aus dem Bereich hinzu.

Aber auch Fintechs, Finanzdienstleister und Banken zählen zum Portfolio der Allianz. Nun vermeldet Allianz X ein weiteres spannendes Investment. Demnach führt die Investmenttochter eine Finanzierungsrunde in Höhe von 195 Millionen US-Dollar beim Neobank-Anbieter Ualá an. Einhergehend wird das Unternehmen mit rund 3,2 Milliarden US-Dollar bewertet. Ziel des Investments sei es, den Ausbau digitaler Finanz- und Versicherungsangebote in der Region beschleunigen. Denn bereits heute zählt Ualá bereits mehr als elf Millionen Kunden und verfügt in allen Märkten über vollständige Banklizenzen.

Neben Allianz X beteiligten sich auch bestehende und neue Investoren wie Stone Ridge Holdings Group, Tencent, TABLE Holdings, Soros Fund Management und D1 Capital Partners an der Finanzierungsrunde.

Mit dem frischen Kapital soll Ualá sein digitales Finanzökosystem in Lateinamerika weiter ausbauen. Das Unternehmen bietet über eine mobile Plattform verschiedene Finanzdienstleistungen an, darunter Debit- und Kreditkarten, Kredite, Investments, Versicherungen sowie Zahlungsservices für Händler.

Die Finanzierung vertieft zugleich die Partnerschaft zwischen Allianz und Ualá. Denn der Versicherer war bereits in einer vorherigen Finanzierungsrunde im Jahr 2024 an Bord. Damals waren insgesamt 366 Millionen Dollar eingesammelt worden. Mit der neuen Finanzierung wird diese Partnerschaft weiter vertieft.

Beide Unternehmen arbeiten aktuell daran, Versicherungen direkt in digitale Finanzplattformen zu integrieren. Erste Ergebnisse dieser Zusammenarbeit im Bereich Embedded Insurance sind bereits sichtbar. In Argentinien wurden 2026 vollständig digitale Lebens- und Unfallversicherungen direkt in der App eingeführt. Innerhalb weniger Wochen wurden darüber bereits mehr als 300.000 Angebote erstellt.

„Die nächste Welle der Finanzdienstleistungen wird rund um digitale Ökosysteme entstehen, die Banking und Schutz kombinieren“, erklärt Dr. Nazim Cetin, CEO von Allianz X. „Wir sind überzeugt, dass Versicherungen in Zukunft nicht mehr aktiv verkauft werden, sondern direkt in alltägliche Finanzprozesse integriert sind.“

Lateinamerika gilt dabei als besonders attraktiver Markt. Viele Länder der Region weisen eine hohe Smartphone-Nutzung, aber zugleich eine vergleichsweise geringe Versicherungsdichte auf. „Lateinamerika gehört zu den weltweit am wenigsten erschlossenen Regionen für Finanzdienstleistungen, gleichzeitig ist die Nachfrage enorm“, sagt Pierpaolo Barbieri, Gründer und CEO von Ualá. „Wir bauen die umfassendste und innovativste Banking-Plattform der Region auf.“