Die weltweiten Dividenden haben 2025 mit 2,09 Billionen US-Dollar einen neuen Rekord erreicht. Vor allem Finanzwerte und Technologie trieben das Wachstum. Auch für 2026 wird ein weiterer Höchststand erwartet.
Die weltweiten Dividendenausschüttungen haben 2025 einen neuen Höchststand erreicht. Mit 2,09 Billionen US-Dollar lagen sie nominal 7,0 Prozent über dem Vorjahr. Bereinigt um Wechselkurseffekte, Einmalzahlungen und Kalendereffekte betrug das Wachstum 6,0 Prozent. Auf Unternehmensebene lag das mediane Dividendenwachstum bei 5,8 Prozent.
Besonders stark fiel das Schlussquartal aus. Mit 428 Milliarden US-Dollar erreichten die Ausschüttungen im vierten Quartal einen Rekordwert. Das nominale Wachstum lag bei 6,5 Prozent, bereinigt bei 5,9 Prozent. Das geht aus dem aktuellen Dividendenrader von Capital Group hervor.
Wichtigster Wachstumstreiber waren 2025 Finanzwerte. Versicherungen steigerten ihre Ausschüttungen um 12,5 Prozent, sonstige Finanzwerte sogar um 16,8 Prozent. Auch der Technologiesektor überzeugte. Software-Unternehmen und IT-Dienstleister erzielten ein bereinigtes Plus von 13,0 Prozent. Die Dividenden aus dem Software-Bereich erreichten mit 64,1 Milliarden US-Dollar einen Rekordwert. Weitere Impulse kamen aus Pharma, Versorgern, Medien sowie dem Maschinenbau. Rückläufige Ausschüttungen verzeichneten dagegen Bergbau, Automobilhersteller sowie Öl-, Gas- und Energieunternehmen.
In 30 von 46 Märkten beziehungsweise Regionen wurden neue Rekordauszahlungen gemessen, darunter die USA, Japan, Kanada, Singapur, Hongkong, Taiwan sowie der Großteil Europas. Der schwächere US-Dollar begünstigte zusätzliche Rekorde in US-Dollar-Rechnung. Japan stach besonders hervor: Mit einem Plus von 12,5 Prozent wuchsen die Ausschüttungen dort doppelt so schnell wie im globalen Durchschnitt. Treiber war unter anderem ein stärkerer Fokus auf Corporate Governance und Aktionärsvergütung.
In den USA, Schwellenländern, Kanada und Europa lag das bereinigte Wachstum jeweils bei rund 6 bis 7 Prozent. In Europa erreichte das mediane Dividendenwachstum 6,8 Prozent und lag damit über dem globalen Durchschnitt.
Auch in Deutschland stiegen die Dividenden 2025 sowohl in US-Dollar als auch in Euro auf Rekordniveaus. Das Kernwachstum fiel mit 2,9 Prozent jedoch moderater aus. Hintergrund waren deutliche Kürzungen in einzelnen großen Unternehmen, insbesondere aus der Automobil- und Chemiebranche.
Ein Medianwachstum von 6,7 Prozent zeichnet allerdings ein repräsentativeres Bild des breiteren Marktes. Besonders Finanzwerte leisteten einen positiven Beitrag. Hier seien allen voran Versicherer ausschlaggebend gewesen. Insgesamt war das Dividendenwachstum sektorübergreifend breit getragen.
Für 2026 wird ein nominales Wachstum von 5,4 Prozent erwartet. Das entspräche einem neuen Höchststand von 2,20 Billionen US-Dollar. Bereinigt wird ein Plus von 5,7 Prozent prognostiziert.
„Das Dividendenwachstum erreichte 2025 Rekordniveaus – getragen von robusten Gewinnen und einer breit abgestützten Stärke über Regionen und Sektoren hinweg, mit nur wenigen Schwächebereichen“, erklärt Alexandra Haggard, Head of Asset Class Services, Europe and Asia-Pacific bei Capital Group. Mit Blick auf 2026 sieht sie „ermutigende Signale“: breitere Aktienmärkte, mehr Unternehmen mit attraktiven Renditen und ein stabiler Gewinnausblick. Dividendenströme seien ein „starker Indikator für die finanzielle Gesundheit und Stabilität eines Unternehmens“.
„Dividenden gehören zu den unmittelbarsten Wegen, wie Unternehmen ihren Erfolg mit Investoren teilen“, ergänzt Arne Tölsner, Head of Client Group DACH bei Capital Group. In einem von geopolitischer Unsicherheit, Zollkonflikten und Volatilität geprägten Umfeld könnten Unternehmen mit nachhaltiger Dividendenpolitik Portfolios Stabilität verleihen. Für Anleger in Deutschland bleiben Dividenden damit nicht nur Einkommensquelle, sondern auch ein Instrument zur Risikostreuung über unterschiedliche Marktphasen hinweg.