Trends in der betrieblichen Altersversorgung

Quelle: ChatGPT

Was macht eine moderne betriebliche Altersversorgung wirklich wettbewerbsfähig? Aktuell prägen kapitalmarktorientierte Produkte, verpflichtende Arbeitgeberbeiträge und großzügige Matching-Modelle den Markt. Für Arbeitgeber wird eine marktübliche bAV zunehmend zum Pflichtprogramm im Wettbewerb um Fachkräfte.

Kapitalmarktorientierte Lösungen gewinnen in der betrieblichen Altersversorgung weiter an Bedeutung. Besonders gefragt sind moderne Klassik-Produkte sowie Komfort- und Hybrid-Rentenversicherungen mit Kapitalmarktnähe. Auch in der Unterstützungskasse zeigt sich dieser Trend. Das gilt insbesondere seit der steuerlichen Anerkennung fondsgebundener Rückdeckungsversicherungen im Jahr 2022. Derweil verlieren komplexe Indexprodukte spürbar an Attraktivität. Das sind zentrale Ergebnisse aus dem „Funk bAV-Atlas 2026“ der Funk Vorsorgeberatung GmbH. Diese hatte 195 Versorgungspläne von mehr als 140 Unternehmen und Konzernen unterschiedlicher Größen und Branchen durchleuchtet. Ziel der Studie war es, die Merkmale moderner, konkurrenzfähiger Versorgungssysteme herauszuarbeiten. Der Fokus lag bewusst auf versicherungsbasierten, arbeitgeberfinanzierten Modellen. Reine Entgeltumwandlungsmodelle, bei denen das Engagement der Arbeitgeber kaum über die eingesparten Sozialversicherungsbeiträge hinausgeht, blieben unberücksichtigt. Fast durchgängig dominiert dabei die beitragsorientierte Leistungszusage.

Drei Viertel der analysierten Modelle sehen einen obligatorischen Arbeitgeberbeitrag vor. In rund 60 Prozent der Pläne bemisst sich dieser prozentual am Gehalt. Der durchschnittliche Versorgungsbeitrag liegt bei 3,3 Prozent des Gehalts, sofern kein Unterschied zwischen Einkommen unterhalb und oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze (BBG) gemacht wird.

Besonders attraktiv für Besserverdienende sind Modelle mit BBG-Split. „Unsere Analyse zeigt, dass bei arbeitgeberfinanzierten Systemen mit einem BBG-Split Gehaltsteile bis zur Beitragsbemessungsgrenze durchschnittlich mit 3,0 % und darüber hinaus mit 8,0 % in die bAV einfließen“, erklärt Christian Till, Bereichsleiter Markets, Products & Investments bei Funk Vorsorge. Damit entstehen insbesondere für Beschäftigte mit höherem Einkommen deutlich verbesserte Versorgungsperspektiven.

Matching-Modelle schaffen zusätzliche Anreize

Neben festen Arbeitgeberbeiträgen setzen viele Unternehmen auf Matching-Regelungen. Mitarbeitende, die selbst per Entgeltumwandlung vorsorgen, erhalten zusätzliche Zuschüsse. „Der Matching-Beitrag des Arbeitgebers liegt in unserer Analyse überwiegend bei 100 % des Entgeltumwandlungsbetrages, was für die Mitarbeitenden eine Eigenbeteiligung am Aufbau ihrer Altersversorgung äußerst attraktiv macht“, sagt Stefan Hillen, stellvertretender Bereichsleiter Markets, Products & Investments bei Funk Vorsorge. Solche Modelle fördern nicht nur die Eigeninitiative, sondern erhöhen auch die Bindungswirkung der bAV.

Im Mittelpunkt arbeitgeberfinanzierter Systeme stehen klar die Altersleistungen. Todesfall- und Invaliditätsleistungen werden dagegen zunehmend über separate Risikopläne abgesichert, häufig in Form einjährig erneuerbarer Direktzusagen. Typisch sind Todesfallleistungen in Höhe des doppelten Jahresgehalts. Wird eine Berufsunfähigkeitsabsicherung integriert, erfolgt sie meist als Rente oder Kapitalleistung. Übliche Absicherungshöhen für Invalidenrenten liegen bei rund 40 Prozent des Gehalts. Ein neuer Marktimpuls könnte zudem durch den Eintritt eines Lebensversicherers entstehen, der das zur Finanzierung eingesetzte kollektive Risikoversicherungsprodukt erstmals aus Deutschland heraus anbietet.