Personalpläne der Versicherer deutlich gesunken

Quelle: ChatGPT

Die Einstellungspläne der Versicherer verlieren deutlich an Dynamik. Besonders in der Lebensversicherung kippt die Stimmung. Hier rutscht der Saldo ins Minus. Von einem flächendeckenden Stellenabbau will die Branche dennoch nicht sprechen.

Die Versicherungswirtschaft blickt verhaltener auf ihre Personalplanung. Wie die aktuelle Konjunkturumfrage der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) zum Jahresbeginn 2026 zeigt, hat sich der Beschäftigungssaldo der Branche innerhalb eines Jahres massiv von 34 auf nur noch 5 Punkte abgeschwächt.

Zwar überwiegt weiterhin der Anteil der Unternehmen, die mit steigenden Mitarbeiterzahlen rechnen. Doch die Dynamik ist deutlich geringer als in den Vorjahren. 18 Prozent der befragten Entscheider erwarten in den kommenden zwölf Monaten einen Personalaufbau, 13 Prozent rechnen mit einem Stellenabbau. Die Mehrheit von 69 Prozent geht von einer stabilen Beschäftigungssituation aus.

Lebensversicherer besonders unter Druck

Besonders stark eingetrübt haben sich die Aussichten in der Lebensversicherung. Hier rechnen 30 Prozent der Unternehmen mit einem Rückgang der Stellenzahl binnen Jahresfrist. Nur 14 Prozent planen Neueinstellungen, während 56 Prozent von einer konstanten Mitarbeiterzahl ausgehen.

Der Saldo ist regelrecht eingebrochen: von 48 Punkten im ersten Quartal 2025 auf nunmehr minus 16 Punkte. Damit erreicht die Lebensversicherung den schlechtesten Wert seit Herbst 2018.

Die Sparte steht gleich mehrfach unter Druck. Neben regulatorischen Anforderungen belastet vor allem die demografische Entwicklung das Geschäft. Die Zahl der Leben-Verträge sank 2025 nach vorläufigen Angaben um 1,7 Prozent auf 78,9 Millionen. Die Zahlen waren bereits in den Vorjahren rückläufig gewesen. Mit einer alternden Gesellschaft schrumpft zudem die potenzielle Zielgruppe.

Schaden- und Unfallversicherung stabiler

Anders präsentiert sich die Lage in der Schaden- und Unfallversicherung. Hier planen 23 Prozent der Unternehmen, Personal aufzubauen, während lediglich acht Prozent einen Stellenabbau erwarten. Der Saldo stieg leicht von 14 auf 15 Punkte. Damit zeigt sich die Komposit-Sparte auch vor dem Hintergrund steigender Beiträge und einer anhaltend hohen Nachfrage nach Absicherungslösungen weiterhin robust.

Von einer branchenweiten Krise kann dennoch keine Rede sein. „Die Beschäftigungssituation in der Branche ist nach Jahren des kräftigen Anbaus von Personal nunmehr in eine Phase der Konsolidierung gewechselt. Es gibt Veränderungen in einzelnen Unternehmen, die moderat Personal abbauen. Es gibt jedoch derzeit keinen allgemeingültigen branchenübergreifenden Trend“, sagt Dr. Sebastian Hopfner, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des Arbeitgeberverbands der Versicherungsunternehmen in Deutschland (AGV), gegenüber dem Fachportal "Versicherungsjournal".