Der Versicherer Ergo und die Gewerkschaft ver.di haben sich auf einen sozialen Ordnungsrahmen geeinigt. Bis 2030 soll es keine betriebsbedingte Kündigungen geben. Zudem sollen Standorte geschützt und Qualifizierung zugesichert werden.
Nach dem Konzernmutter Munich Re sein neues Strategieprogramm angestossen hatten und im Zuge dessen umfangreiche Stellenverlagerungen nach Polen und Indien anstehen, zieht nun auch die Ergo nach. Verwaltungs- und Servicefunktionen sollen teilweise nach Polen und Indien verlagert werden. Dabei dürften die bereits bestehenden IT-Hubs vor Ort helfen. Auch in den USA sollen neue Stellen entstehen.
Nun haben sich Ergo ver.di auf einen Ordnungsrahmen verständigt. Die Vereinbarung gilt bis Ende 2030 und ersetzt die seit 2021 bestehende Regelung. Ziel ist es, den tiefgreifenden Transformationsprozess des Versicherers in Deutschland sozialverträglich zu gestalten. Unterzeichnet wurde der neue Rahmen am 18. Februar 2026 von Vertretern der Unternehmensleitung und der Gewerkschaft. Parallel hat auch der Konzernbetriebsrat zugestimmt.
Kernpunkte der Vereinbarung sind der Verzicht auf betriebsbedingte Beendigungskündigungen sowie ein weitreichender Standortschutz. Geschützt sind die sieben Verwaltungsstandorte in Berlin, Düsseldorf, Hamburg, Köln, Mannheim, München und Nürnberg sowie die Regionaldirektionen der Ausschließlichkeitsorganisation. Auch künftig soll es keine betriebsbedingten Beendigungskündigungen geben.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf Qualifizierung und Umschulung. Das Düsseldorfer Unternehmen plant den Aufbau einer eigenen „ERGO Reskilling Academy“, um Mitarbeiter gezielt auf neue Aufgaben vorzubereiten. Digitale, sprachliche und interkulturelle Kompetenzen sollen systematisch gestärkt werden.
„Gemeinsam mit ver.di und dem Konzernbetriebsrat schaffen wir die Grundlage für eine erfolgreiche, zukunftsorientierte Transformation und gehen auch weiterhin einen verantwortungsbewussten Weg, der von hohen sozialen Standards geprägt ist“, sagt Lena Lindemann, Arbeitsdirektorin und Mitglied des Vorstands der Ergo Group.
„Es ist uns in konstruktiven Verhandlungen gelungen, soziale Leitplanken in einem neuen Tarifvertrag zu vereinbaren. Damit schaffen wir in Zeiten der Transformation Sicherheit, Transparenz und verlässliche Perspektiven für die Beschäftigten“, sagt Deniz Kuyubasi, ver.di-Verhandlungsführerin.