Wenn Hausverwaltungen über Versicherungen sprechen, geht es meist zuerst um den Preis. Entscheidend ist nicht der günstigste Tarif, sondern strukturierte Beratung mit Mehrwert. Denn wer als Makler nur über Beiträge diskutiert, verliert an Profil, unterstreicht Versicherungsmakler Kevin Klöber aus Darmstadt.
Ich erlebe in Gesprächen mit Hausverwaltungen immer wieder das Gleiche: Sobald es um Versicherungen geht, rückt schnell der Preis in den Mittelpunkt. „Können Sie da noch etwas machen?“ – eine nachvollziehbare Frage in Zeiten steigender Nebenkosten und enger Budgets.
Kritisch wird es jedoch, wenn sich die gesamte Diskussion ausschließlich um den Beitrag dreht. Wer sich als Makler darauf einlässt, reduziert seine Rolle auf die eines reinen Vermittlers. Damit schwächt er seine eigene Position – und gefährdet langfristig das Vertrauen seiner Kunden.
Eine nachhaltige Zusammenarbeit zwischen Maklern und Hausverwaltungen entsteht nicht über kurzfristige Beitragsoptimierung, sondern über fachliche Einordnung, Transparenz und klare Prozesse. Es geht nicht darum, den günstigsten Tarif zu finden, sondern den passenden Schutz für jedes Gebäude.
Warum so viele Makler in der Preisfalle stecken
Der Wettbewerb im Immobiliensegment ist anspruchsvoll. Steigende Prämien, Marktverengungen und häufigere Ausschreibungen führen dazu, dass Mandate regelmäßig überprüft werden. Makler stehen deshalb unter Druck, bestehende Mandate zu halten oder neue zu gewinnen.
In dieser Situation rückt häufig der Beitrag in den Mittelpunkt der Entscheidung. Wenn sich Gespräche fast ausschließlich um Beitragsunterschiede drehen, geraten Leistungsumfang, Schadenregulierung und langfristige Risikobetrachtung in den Hintergrund.
Die Folge: Es wird der günstigste Beitrag gewählt, ohne alle Leistungsdetails gleichwertig zu prüfen. Unterschiede bei Selbstbehalten, Ausschlüssen oder der Regulierungspraxis treten erst später zutage – häufig dann, wenn ein Schaden eingetreten ist.
Was Hausverwaltungen wirklich erwarten
Hausverwaltungen tragen Verantwortung für komplexe Immobilienbestände mit erheblichem wirtschaftlichem Wert. Von einem Versicherungsmakler erwarten sie daher:
- Fachkenntnis über Gebäudetechnik, Recht und Schadenprävention
- Erreichbarkeit und Reaktionsgeschwindigkeit, gerade im Schadenfall
- Transparenz über Prämienentwicklung, Selbstbehalte und Leistungsgrenzen
- Proaktive Hinweise, wenn sich Rahmenbedingungen oder Risikobewertungen verändern
Dazu gehört, dass potenzielle Schwachstellen im Bestand frühzeitig angesprochen werden – beispielsweise im Bereich Leitungswasser oder Brandschutz – bevor sie zu einem Schaden führen.
Strategien für professionelle Zusammenarbeit
Wer mit Hausverwaltungen erfolgreich arbeiten will, muss Strukturen schaffen, die über die klassische Vermittlung hinausgehen. Einige Strategien, die sich in der Praxis bewährt haben:
1. Feste Ansprechpartner und klar definierte Prozesse
Verlässliche, feste Ansprechpartner sind für Hausverwaltungen entscheidend. Wenn Makler bei wichtigen Entscheidungen frühzeitig eingebunden werden und Schadenentwicklungen gemeinsam besprochen werden, entsteht Vertrauen und Effizienz.
2. Branchenverständnis statt Produktschlacht
Verwaltungen erwarten keine Tarifakrobatik, sondern Einschätzungen: Was bedeutet die neue GDV-Richtlinie? Wie verändert eine energetische Sanierung die Versicherungssumme? Wer diese Fragen beantworten kann, wird zu einem verlässlichen Gesprächspartner.
3. Prävention als Beratungsansatz
Viele Schäden entstehen, weil Instandhaltungen verschoben werden. Makler, die systematisch auf Risiken wie zum Beispiel alte Rohrleitungen, Flachdachprobleme oder veraltete Elektroanlagen hinweisen, leisten damit einen messbaren Beitrag zur Schadenprävention. Das senkt nicht nur Schadenquoten, sondern stärkt die Beziehung.
4. Auswertung von Schadenhistorien
Die Analyse von Schadenverläufen zeigt, wo sich bestimmte Schadenursachen häufen oder Kosten überproportional steigen. Werden diese Entwicklungen in Jahresgesprächen transparent gemacht und mit konkreten Handlungsempfehlungen verknüpft, entsteht eine belastbare Entscheidungsgrundlage für Verwalter und Eigentümer.
Transparenz statt Beitragsdebatte
Entscheidend für die Bewertung einer Police ist nicht nur der Beitrag, sondern der Zusammenhang von Risiko, Leistung und langfristiger Kostenentwicklung.
Makler übernehmen in diesem Prozess eine strukturierende Rolle. Sie ordnen Risiken ein, schaffen Transparenz über Kostenentwicklungen und unterstützen fundierte Entscheidungen.
Fazit: Beratungsqualität schlägt Preisvorteil
Langfristig entscheidet nicht der niedrigste Beitrag, sondern die Qualität der Einordnung. Makler, die mit Hausverwaltungen strukturiert zusammenarbeiten, schaffen Transparenz über Risiken und Kostenentwicklungen.
In einem anspruchsvollen Marktumfeld wird sich zeigen, dass fachliche Tiefe und verlässliche Prozesse tragfähiger sind als kurzfristige Preisvorteile.