Welche privaten Krankenversicherer überzeugen bei Bilanz, Service und Beitragsentwicklung? Ein aktuelles PKV-Gesamtrating bewertet die Anbieter anhand dieser drei zentralen Bereiche und macht deutliche Unterschiede im Markt sichtbar. Versicherungsbote stellt in einer neuen Bildstrecke jene Krankenversicherer vor, die besonders gut abschneiden konnten.
Das PKV-Gesamtrating ermöglicht eine differenzierte Einordnung der Leistungsfähigkeit privater Krankenversicherer und zeigt, welche Anbieter in den zentralen Dimensionen Stabilität, Servicequalität und Beitragsentwicklung besonders überzeugen.
Hintergrund: Die private Krankenversicherung ist insbesondere in der Krankheitskostenvollversicherung auf langfristige Stabilität angelegt. Ein Wechsel erfolgt selten und ist oft mit erheblichen Hürden verbunden, sodass die Entscheidung für einen Anbieter nicht selten über Jahrzehnte Bestand hat. Umso wichtiger ist eine verlässliche Einschätzung der wirtschaftlichen Stabilität und strukturellen Leistungsfähigkeit eines Versicherers – sowohl für Versicherte als auch für Vermittler, die langfristige Absicherungslösungen beurteilen müssen.
Eine etablierte Orientierung bietet hier der traditionsreiche MAP-Report. Er analysiert die private Krankenversicherung seit den frühen neunziger Jahren systematisch und bündelt seine Teilratings einmal jährlich zu einem umfassenden Gesamtrating. Dieses vereint Bewertungen der Bilanzstärke, der Servicequalität sowie der Beitragsentwicklung im Bestand und ermöglicht damit eine differenzierte Einordnung der Leistungsfähigkeit privater Krankenversicherer über mehrere zentrale Dimensionen hinweg. Versicherungsbote stellt die aktuellen Rating-Sieger mit ausgewählten Kennzahlen in einer Bildstrecke vor.
Was wurde gemacht
Im Mittelpunkt des aktuellen Gesamtratings steht die Frage, wie sich wirtschaftliche Stabilität, Servicequalität und langfristige Beitragsentwicklung zu einem konsistenten Gesamtbild der privaten Krankenversicherer verbinden. Grundlage ist ein Punktesystem, das die drei Bewertungsbereiche Bilanz, Service und Vertrag beziehungsweise Beitragsentwicklung systematisch zusammenführt und gewichtet:
Der Bilanzbereich bewertet die wirtschaftliche Stabilität der Versicherer. Im Fokus stehen Kennzahlen zur Ertragskraft, zur Vorsorge und zur Risikotragfähigkeit. Sie geben Aufschluss darüber, wie solide ein Unternehmen finanziell aufgestellt ist und in welchem Maß es steigende Leistungsausgaben langfristig tragen kann.
Der Servicebereich richtet den Blick auf die Qualität der operativen Abläufe und die Verlässlichkeit im laufenden Geschäft. Bewertet werden unter anderem Beschwerdequoten, Prozesskennzahlen sowie strukturelle Merkmale der Organisation. Auch das Gesundheitsmanagement fließt ein und berücksichtigt beispielsweise Angebote zur Prävention, zur Unterstützung chronisch Erkrankter sowie digitale Services.
Der Vertrags- und Beitragsbereich untersucht die langfristige Entwicklung der Beiträge im Bestand. Anders als Tarifvergleiche betrachtet dieser Teil nicht einzelne Produkte, sondern die tatsächliche Beitragsentwicklung über verschiedene Abschlussjahrgänge hinweg. Grundlage bilden Musterrechnungen sowie offizielle Meldungen zur Beitragsentwicklung, wodurch nachvollziehbar wird, wie sich die finanzielle Belastung für Versicherte über die Zeit verändert hat.
Wie wurde gewertet
Die Gesamtbewertung erfolgt auf Basis eines Punktesystems mit maximal 1.100 erreichbaren Punkten. Grundlage sind insgesamt einundzwanzig Kennzahlen, die den drei Bewertungsbereichen zugeordnet sind. Der Bilanzbereich umfasst zwölf Kennzahlen und kann bis zu 300 Punkte erreichen. Der Servicebereich basiert auf sieben Kennzahlen und fließt mit bis zu 400 Punkten ein. Weitere neun Kriterien entfallen auf den Vertrags- und Beitragsbereich, der ebenfalls mit maximal 400 Punkten gewichtet wird. Servicequalität und Beitragsentwicklung bestimmen damit zusammen mehr als zwei Drittel der Gesamtbewertung, während die Bilanzanalyse weiterhin eine zentrale Grundlage der Einordnung bildet.
Aus der erreichten Punktzahl ergibt sich anschließend die Ratingnote. Maßgeblich ist der prozentuale Anteil an der maximal erreichbaren Punktzahl: Ab 85 Prozent wird die Bestnote „mmm+“ vergeben, ab 75 Prozent „mmm“, ab 65 Prozent „mm“ und ab 55 Prozent „m“. Anbieter, die weniger als 55 Prozent erreichen, werden mit „m-“ bewertet.
Dieses System ermöglicht eine vergleichbare Einordnung der privaten Krankenversicherer auf einer einheitlichen und transparenten Grundlage und macht Unterschiede in Stabilität, Service und Beitragsentwicklung im Gesamtergebnis sichtbar.
Versicherungsbote stellt die Rating-Sieger in einer Bildstrecke vor
Versicherungsbote stellt die Ratingsieger in einer Bildstrecke vor – berücksichtigt werden alle privaten Krankenversicherer, die im aktuellen Gesamtrating mindestens die Note „mm“ (gut) erreichen konnten. Sie zählen damit zur Spitzengruppe der Anbieter, die sich überdurchschnittlich in den Bereichen Bilanzstärke, Servicequalität und Beitragsentwicklung positionieren. Voraussetzung für eine entsprechend gute Bewertung ist jedoch auch die Offenlegung der erforderlichen Kennzahlen: Anbieter mit unvollständiger oder fehlender Datenbasis werden im Gesamtrating entsprechend zurückgestuft. Transparenz ist damit selbst ein Bestandteil der Bewertung und beeinflusst das Gesamtergebnis unmittelbar.
Der MAP-Report 942 „Rating Private Krankenversicherung“ enthält neben den Ratingergebnissen umfangreiche Musterrechnungen und Kennzahlen zur Beitragsentwicklung im Bestand. Die aktuelle Ausgabe wurde vom Analysehaus Franke und Bornberg veröffentlicht und kann – wie die Vorgängerausgaben – kostenpflichtig über die Webseite des Analysehauses bezogen werden.
Zusätzlich werden ausgewählte Kennzahlen zur Portfolio- und Bestandsstruktur ergänzt, etwa zur Verteilung der Prämien auf Voll- und Zusatzversicherung oder zur Zahl der versicherten Personen in einzelnen Segmenten. Diese Angaben stammen aus dem Branchenmonitor Krankenversicherung 2025 der V.E.R.S. Leipzig GmbH und dienen dazu, die Ratingergebnisse im Kontext der jeweiligen Marktstellung und Geschäftsstruktur einzuordnen. Stand der Zahlen ist das Geschäftsjahr 2024.