Finanzielle Unabhängigkeit bleibt für viele Deutsche ein Wunsch ohne konkreten Plan. Nur jeder Vierte plant seine Finanzen für 2026, noch weniger denken an die Absicherung der eigenen Arbeitskraft. Eine neue Umfrage zeigt deutliche Lücken und großen Beratungsbedarf.
Finanzielle Unabhängigkeit gilt für viele Menschen in Deutschland als zentrales Ziel. Sie steht für Freiheit, Selbstbestimmung und Sicherheit im Alltag. Doch zwischen Anspruch und Wirklichkeit klafft eine erhebliche Lücke. Denn nur ein kleiner Teil der Bevölkerung plant seine Finanzen systematisch. Das Risiko einer Berufsunfähigkeit wird dabei nur selten berücksichtigt. Das zeigt eine aktuelle Umfrage der LV 1871 in Zusammenarbeit mit dem Marktforschungsinstitut Civey.
Demnach verfügen lediglich 25,1 Prozent der Bundesbürger ab 18 Jahren über einen konkreten privaten Finanzplan für das Jahr 2026. Im Vergleich zum Vorjahr ist dieser Wert sogar leicht gesunken: 2024 lag er noch bei 26,3 Prozent. Besonders deutlich wird die Lücke beim Blick auf die Inhalte der Finanzplanung. Nur 37,4 Prozent der Erwerbstätigen beziehen das Risiko Berufsunfähigkeit aktiv in ihre Überlegungen ein.
Die Umfrage zeigt zudem klare Unterschiede zwischen verschiedenen Bevölkerungsgruppen. Männer berücksichtigen das Risiko Berufsunfähigkeit deutlich häufiger als Frauen: Rund 40 Prozent der Männer beziehen es in ihre Finanzplanung ein, bei Frauen sind es nur etwa 32 Prozent.
Auch der Bildungsgrad spielt eine zentrale Rolle. Unter Personen mit Abitur denken rund 45 Prozent an die Absicherung der Arbeitskraft. Bei Menschen mit mittlerer Reife sinkt dieser Anteil auf etwa 35 Prozent. Bei Personen mit Hauptschulabschluss oder ohne Schulabschluss berücksichtigen lediglich rund 25 Prozent das Thema Berufsunfähigkeit in ihrer Finanzplanung.
„Wer Einkommensausfälle durch Krankheit oder Unfall nicht absichert, plant an der zentralen Stellschraube vorbei. Finanzbildung, strukturierte Finanzplanung und Berufsunfähigkeitsabsicherung gehören deshalb untrennbar zusammen – genau hier kommt die Beratungskompetenz von Maklern ins Spiel“, sagt Hermann Schrögenauer, Vorstand der LV 1871.