Berufsunfähigkeitsversicherung: Individuelles Risiko wird deutlich unterschätzt

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Berufsunfähigkeitsversicherung: In Deutschland steigt das Bewusstsein dafür, dass die Absicherung der eigenen Arbeitskraft existentiell notwendig ist. Doch zwischen dem Wissen und dem eigenen Handeln klafft eine große Lücke. Denn das persönliche Risiko, den Beruf vorzeitig aufgeben zu müssen, wird nach wie vor unterschätzt. Das zeigt die Continentale Studie 2023, durchgeführt von Heute und Morgen.

Der Bevölkerung ist zunehmend bewusst, dass die Absicherung der eigenen Arbeitskraft existenziell notwendig ist. Das zeigt die repräsentative Continentale Studie 2023, die das Kölner Marktforschungs- und Ratinghaus Heute und Morgen im Auftrag des Versicherers durchgeführt hat. 74 Prozent der Befragten ab 18 Jahren sagen demnach, dass die Absicherung der Arbeitskraft „sehr wichtig“ oder „wichtig“ sei. Bei der Umfrage 2019 hatte dieser Wert noch bei 62 Prozent gelegen. Besonders hoch ist das Bewusstsein bei der jüngeren Generation: Bei den 18- bis 29-Jährigen halten aktuell sogar 80 Prozent die BU-Vorsorge für wichtig oder sehr wichtig.

Individuelles Risiko einer Berufsunfähigkeit als gering abgeschätzt

Diese Zahlen stehen aber im Kontrast zur tatsächlichen Absicherung. Aktuell haben nach eigenen Angaben 31 Prozent der 18- bis 60-Jährigen eine Berufsunfähigkeitsversicherung abgeschlossen und fünf Prozent immerhin eine Erwerbsunfähigkeits-Police. „Das etwas ausgeprägtere Bewusstsein führt aber nicht dazu, dass die Menschen auch vorsorgen“, sagt Helmut Hofmeier, Vorstand Leben bei der Continentale. Zwar schätzt mittlerweile ein Viertel der Befragten ihr eigenes Risiko, einmal berufsunfähig zu werden, als groß oder sehr groß ein (2019: 16 Prozent). Gleichwohl sagen 55 Prozent, das individuelle Risiko sei „weniger groß“, weitere 16 Prozent sogar „gering“.

Quelle: Continentale Studie 2023 / Heute und Morgen

Dabei ist objektiv betrachtet die Gefahr, im Lauf des Berufslebens berufsunfähig zu werden, sehr hoch: Durchschnittlich jeder vierte Arbeitnehmer ist laut dem Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) betroffen. Im Schnitt sind Menschen erst 47 Jahre alt, wenn sie erstmals eine Leistung aus einer privaten Berufsunfähigkeitsversicherung erhalten.

Junge Menschen unterschätzen das eigene BU-Risiko am stärksten: Nur 16 Prozent der 18- bis 29-Jährigen schätzen ihr persönliches Risiko, berufsunfähig zu werden, als „groß“ oder „sehr groß“ ein.
Dabei ist gerade in dieser Altersgruppe das Risiko über das gesamte Erwerbsleben betrachtet statistisch am höchsten. Auch wäre es ihnen möglich, noch vergleichsweise günstig einen BU-Schutz abzuschließen, da Alter und Vorerkrankungen die Höhe der zu zahlenden Versicherungsprämie beeinflussen. Frauen (22 Prozent) und Männer (25 Prozent) unterscheiden sich hingegen kaum in ihrer persönlichen Risikoeinschätzung zur Berufsunfähigkeit.

Auch die ausgeübte Tätigkeit hat einen Einfluss auf die Einschätzung des eigenen Risikos. Arbeiter (40 Prozent) schätzen das Risiko, selbst einmal berufsunfähig zu werden, deutlich häufiger als hoch ein als Beamte (9 Prozent). Selbständige und Freiberufler (25 Prozent), Angestellte (22 Prozent) sowie Auszubildende und Studierende (20 Prozent) liegen hier im Mittelfeld.

Gründe für fehlenden Berufsunfähigkeits-Schutz

Die Studie fragte auch danach, warum sich die befragten Berufstätigen, Studierenden und Azubis nicht absichern. Als wichtigster Grund wurde von den Abstinenzlern „Berufsunfähigkeitsversicherung ist zu teuer“ mit 71 Prozent Zustimmung genannt. Es folgen „Geld lieber für andere Dinge ausgeben“, was mehr als jede(r) zweite Befragte antwortet, gefolgt von „geringe Wahrscheinlichkeit, berufsunfähig zu werden“ mit 43 Prozent. Finanzielle Aspekte für den Verzicht stehen folglich im Vordergrund: und die Unterschätzung des eigenen Risikos.

Quelle: Continentale Studie 2023 / Heute und Morgen

Als weitere häufige Gründe werden genannt: „noch nicht über das Thema informiert“ mit 42 Prozent Zustimmung, „schon zu alt für so eine Versicherung“ mit 32 Prozent und „auf andere Weise mit einer BU vorgesorgt“ mit 32 Prozent.

„Die junge Zielgruppe ist insgesamt stärker sensibilisiert für das Thema der Absicherung der Arbeitskraft", sagt Continentale-Chef Hofmeier. "Das zeigt sich zum Beispiel auch daran, dass sie häufiger wissen, dass psychische Erkrankungen die Hauptursache einer Berufsunfähigkeit sind. Gleichzeitig sind sie seltener informiert. Hier liegt also großes Potenzial für den Vermittler. Besonders, weil der Vermittler beim Thema Beratung und Versicherungsabschluss für die Befragten eine wichtige Rolle spielt.“

Internet wichtigster Informationskanal, persönlicher Vermittler bevorzugter Abschlusskanal

Und welche Informationskanäle nutzen die Befragten? Bei der Suche nach Informationen zum Thema Berufsunfähigkeit steht das Internet mit 48 Prozent an erster Stelle. Es folgen der Vermittler mit 41 Prozent und Vergleichsportale mit 38 Prozent. Bei den 18- bis 29-Jährigen würde sich immerhin ein Drittel am liebsten bei einem Versicherungsvermittler informieren. Für diese Gruppe spielt auch der Austausch mit Freunden, Bekannten oder Verwandten eine wichtigere Rolle (46 Prozent) als für den Durchschnitt der Befragten (32 Prozent).

Dies bedeutet aber nicht, dass das Internet auch beim Abschluss eines Vertrages an erster Stelle steht. Auf die Frage: "Auf welchem Weg würden Sie am liebsten abschließen?", antworteten immerhin 55 Prozent "vor Ort bei einem Versicherungsvermittler". Einen Abschluss via Vergleichsportal kann sich immer noch jede(r) Fünfte (20 Prozent) vorstellen, auf der Webseite des Versicherers 17 Prozent der Befragten. Die Studie kann auf der Webseite der Continentale heruntergeladen werden.

Quelle: mit Pressematerial Continentale