Mitarbeiter der Versicherungsbranche erhalten überdurchschnittlichen Bruttolohn

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Wer in der privaten Versicherungswirtschaft vollzeitbeschäftigt ist, erhält einen überdurchschnittlichen Monatslohn: Mehr als 5.400 Euro brutto ohne Sonderzahlungen gab es im Schnitt. Das geht aus aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes hervor. Frauen verdienen allerdings im Vollzeitjob immer noch weniger als Männer.

Beschäftigte in der Versicherungsbranche verdienen in Deutschland überdurchschnittlich gut: Das geht aus aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes hervor. 5.418 Euro brutto gab es im 2. Quartal 2021 im Schnitt, wenn sie Vollzeit im Bereich „Versicherungen, Rückversicherungen und Pensionskassen“ beschäftigt waren. Der durchschnittliche Bruttoverdienst über alle Branchen hinweg lag bei circa 4.273 Euro im Monat. Auf die Zahlen macht das „Versicherungsjournal“ aufmerksam.

Zu bedenken gilt allerdings, dass die Studie des Statistischen Bundesamtes nicht das Medianeinkommen wiedergibt, welche sowohl Spitzen- als auch Niedrigverdiener herausrechnet. So unterscheiden die Statistiker zusätzlich fünf verschiedene Leistungsgruppen, von „Arbeitnehmern in leitender Stellung“ bis hin zu „ungelernten Arbeitern“. Hier zeigt sich, dass die Löhne auch in der Versicherungsbranche weit gespreizt sind. Zugespitzt formuliert: In der Statistik finden sich auch Top-Verdiener wie Allianzchef Oliver Bäte wieder. So weist auch das Statistische Bundesamt darauf hin, dass knapp zwei von drei Vollzeitbeschäftigten (63 Prozent) weniger verdienen als den gesamtwirtschaftlichen Durchschnittswert und die Daten durch Topverdiener nach oben verzerrt werden.

Männer verdienen mehr als Frauen

Eine weitere Erkenntnis: Vollzeitbeschäftigte Männer verdienen auch in der Versicherungsbranche mehr als Frauen. Während Männer im Schnitt einen Brutto-Monatslohn von 5.865 Euro in der Tasche haben (ohne Sonderzahlungen), sind es bei Frauen 4.731 Euro. Männer verdienen folglich fast ein Viertel mehr.

Auch im Schnitt der Gesamtwirtschaft gibt es die Lohnspreizung zwischen den Geschlechtern: Männliche Angestellte erhalten 4.273 Euro, weibliche hingegen 3.683 Euro.

Die Werte für die Sozialversicherung -Krankenkassen, Rentenkassen etc.- weist Destatis gesondert aus. Es zeigt sich: Hier wird im Schnitt weniger verdient. Auf durchschnittlich 4.856 Euro Monatsbrutto bringen es die männlichen Sozialversicherungsmitarbeiter, die Mitarbeiterinnen erzielen auch hier einen deutlich niedrigeren Monatsverdienst (4.146 Euro).

Die männlichen Topverdiener über alle Branchen hinweg sind in der Unternehmensberatung zu finden: Hier erhalten die Mitarbeiter im Schnitt 6.277 Euro Bruttolohn, während Mitarbeiterinnen 4.417 Euro bekommen. Hier ist die Spreizung zwischen den Geschlechtern folglich noch höher. Das Bankengewerbe schneidet ebenfalls besser ab als die Versicherungsbranche: Bei den Geldhäusern erhielten Männer 6.241 Euro, Frauen 4.629 Euro. Auf dem dritten Rang der bestbezahlten Jobs landet die "Rechts-, Steuerberatung und Wirtschaftsprüfung" (Männer: 5.932 Euro, Frauen: 3.774 Euro).

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