Risikofaktor Widerstandsfähigkeit

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Die generelle Grundlage für diese Erkenntnisse bilden insgesamt drei Schlüsselindikatoren für eine hohe Resilienz: Erstens das Sicherheitsgefühl des einzelnen Mitarbeiters am Arbeitsplatz, zweitens das Gefühl dazu zu gehören und drittens die Möglichkeit, das eigene Potenzial voll ausschöpfen zu können.

Widerstandsfähig und belastbar zu sein bedeutet, dass Menschen sich besser an neue oder herausfordernde Situationen anpassen können. Sie gehen besser mit Stress um und besitzen die Fähigkeit, trotz negativer Einflüsse motiviert zu bleiben. Auf diese Weise helfen sie dabei, die Resilienz des gesamten Unternehmens zu erhöhen, damit übergreifende Veränderungen besser bewältigt werden können.

Die Studie zeigt anschaulich, dass eben diese Indikatoren das Problem der Unternehmen sind: 42 % aller befragten Arbeitnehmer gaben an, sich an ihrem Arbeitsplatz nicht sicher zu fühlen. 52 % haben den Eindruck, nicht zugehörig zu sein und 55 % sind der Meinung, sich nicht ihrem Potenzial entsprechend entwickeln zu können. Eine Erkenntnis, die von Arbeitgebern national sowie international als Grundlage genutzt werden sollte, um ihre jeweilige Wellbeing-Strategie grundlegend zu überdenken.

Konsequenzen, die weh tun

Abgesehen von der Einhaltung gesetzlicher Vorschriften, ist das Thema Gesundheit (körperlich sowie geistig) den Unternehmen als simple Gleichung leicht vermittelbar: Mitarbeiter, die nicht resilient sind und ihre Arbeit auf kurz oder lang – sei es aus physischen oder psychischen Gründen – nicht ausüben können, stellen heutzutage eine der stärksten Belastungen für Unternehmen dar, nicht nur in Deutschland, sondern weltweit. Der Ausfall nur eines einzigen Mitarbeiters kostet den Arbeitgeber ca. 204 Euro pro Tag! Und nicht zuletzt ein Blick auf die volkswirtschaftlichen Produktionsausfallkosten zeigt, wie wichtig die Reduzierung solcher Fehlzeiten für eine Organisation ist: 85.000.000.000 (!) Euro total kostet die Abwesenheit von Arbeitskräften die deutsche Wirtschaft – dies beziffert die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (baua).

Die Gründe für diese Entwicklung sind dabei sehr unterschiedlich – das Jahr 2020 hat uns jedoch gleich mehrere auf dem Silbertablett serviert und keinen wird es noch großartig verblüffen, wenn die Liste – angeführt von geistigen und körperlichen Krankheiten des Einzelnen – um einige weitere Punkte erweitert wurde. Denn nicht nur die Beeinträchtigung von Körper und Geist, sei es durch Überbelastung, Stress, persönliche Ängste hinsichtlich der finanziellen Situation oder ähnliches; auch die Herausforderung bei geschlossenen Schulen und KiTas Kinderbetreuung und eigenen Job unter einen Hut zu bekommen oder aber erkrankte Angehörige zu pflegen, können zu einem weiteren Anstieg der Fehlzeiten am Arbeitsplatz führen. Die genannten Punkte sind dabei vielleicht nur die Spitze des Eisberges – übergreifend gilt es zu verstehen, dass die Problematik der Unternehmen auf einer Vielzahl unterschiedlicher Faktoren und Auslöser fußt, denen es gezielt zu begegnen gilt.