Dürreversicherung: Ver­si­che­rer for­dern mehr staat­li­che Unter­stüt­zung

Quelle: Couleur/Pixabay

Aber zumindest bei der Beteiligung an der Finanzierung einer Mehrgefahrenversicherung lehnt der Bund bisher ab. Anfang Mai habe Kaniber einen Brief an die Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Glöckner (CDU) geschrieben und sie gebeten, das Nein der Bundesregierung zur finanziellen Unterstützung der Dürreversicherung zu überdenken.

Nun erhöht der Versichererverband GDV den Druck und fordert Hilfe für die Bauern. „Bei einer entsprechenden staatlichen Unterstützung wären die Versicherer in der Lage, auch eine erhöhte Nachfrage an Mehrgefahrenversicherungen zu bedienen“, sagte Asmussen. Den Versicherern ginge die angedachte Senkung der Versicherungssteuer nicht weit genug.

Bei einem Musterbetrieb mit 50 Hektar würde der Beitrag lediglich von 4.300 Euro auf 4.000 Euro im Jahr gesenkt werden, rechnet der GDV vor. Doch die schmale Ersparnis reiche bei weitem nicht aus, um die Mehrgefahrenversicherung für Landwirte attraktiv zu machen.

Deshalb fordert der Lobby-Verband die Bundesregierung auf, die Absicherung von Dürreschäden stärker zu unterstützen. Dies sei in anderen EU-Staaten bereits deutlich besser etabliert. So würden Frankreich, Italien, Spanien, Polen oder die Niederlande die Prämien mit bis zu 70 Prozent bezuschussen.

Der GDV rechnet in einer weiteren Musterrechnung mit einem Zuschuss von 50 Prozent. Dadurch müsste der Betrieb mit 50 Hektar Fläche etwa 2.000 Euro pro Jahr weniger für eine Mehrgefahrenversicherung bezahlen. Überdies seien die Landwirte dann künftig nicht mehr auf Ad-hoc-Hilfen der Politik angewiesen, argumentiert der Verband. Ferner könne dies ein großer Schritt für die Planungssicherheit und die Wettbewerbsfähigkeit der landwirtschaftlichen Betriebe im Europäischen Binnenmarkt sein.