Versicherungsmakler verdienen eher mau

Quelle: derneuemann@Pixabay.com

Der Großteil der Versicherungsmakler zählt nach wie vor nicht zu den Gutverdienern, wie das aktuelle AfW-Vermittlerbarometer zeigt. Im Gegenteil: Zwei Drittel erzielen einen jährlichen Gewinn von weniger als 50.000 Euro, knapp 40 Prozent sogar weniger als 20.000 Euro. Und die Branche hat ein echtes Nachwuchsproblem.

Schwierig bis prekär: So ließe sich die Einkommenssituation vieler Versicherungsmakler beschreiben. Laut dem aktuellen Vermittlerbarometer des Bundesverbandes Finanzdienstleistungen (AfW), das dem Versicherungsboten vorliegt, erzielt die Mehrheit der Befragten (68 Prozent) einen Gewinn bzw. Überschuss von weniger als 50.000 Euro im Jahr.

Für viele Vermittler wird es gar richtig eng: Knapp 40 Prozent der Umfrageteilnehmer müssen mit weniger als 25.000 Euro Gewinn im Jahr Vorlieb nehmen. An der Umfrage beteiligten sich 1.600 Versicherungsvermittler, davon 94 Prozent Makler oder Mehrfachvertreter. Knapp jeder zweite Umfragenteilnehmer (46 Prozent) besaß zudem eine Zulassung als Finanzanlagenvermittler nach § 34f der Gewerbeordnung. Gewertet wurde der "Gewinn vor Steuern", wie AfW-Vorstand Frank Rottenbacher auf Nachfrage des Versicherungsboten bestätigte.

AfW-Vorstand Frank Rottenbacher betonte bei der Vorstellung der Zahlen beim Hauptstadtgipfel des Verbandes in Berlin, dass die Gewinne der Makler stagnieren. So bewege sich der Durchschnittswert seit sieben Jahren auf einem annähernd gleichbleibenden Niveau. Gerade jene knapp 40 Prozent, die weniger als 25.000 Euro im Jahr erlösen, werden in Zukunft kaum noch eine Überlebenschance haben, wenn nach Inkrafttreten der IDD die Anforderungen an Makler weiter verschärft werden, vermutet Rottenbacher.

Akute Nachwuchssorgen

Problematisch ist die Einkommens-Situation vieler Vermittler auch deshalb, weil sich die Nachwuchs-Sorgen der Branche künftig verschärfen dürften. So fragte die Studie auch danach, wie alt die Vermittler sind und wie lange sie ihren Beruf noch ausüben wollen.

Das alarmierende Ergebnis: Fast jeder dritte Makler, der eine Zulassung nach § 34d der Vermittlerverordnung hat, wird seinen Job innerhalb der nächsten zehn Jahre an den Nagel hängen. Bei den Finanzanlagenvermittlern nach § 34f GewO sieht es nicht besser aus. Kein Wunder, wenn man auf das Durchschnittsalter der Vermittler schaut: Es beträgt stolze 51,7 Jahre!

Laut Frank Rottenbacher waren nur 24 Prozent der Umfrageteilnehmer jünger als 45 Jahre. Nur etwas mehr als jeder fünfte Befragte (28 Prozent) gab an, dass er sich in den letzten zwölf Monaten aktiv darum bemüht habe, für seine Firma bzw. Maklerbüro Nachwuchs zu gewinnen. 56 Prozent der Befragten verneinten dies, 16 Prozent haben hierzu keine Angaben gemacht.

Hintergrundinformationen: Für die Umfrage wurden insgesamt 1.600 Vermittler online per Fragebogen befragt. Wie AfW-Vorstand Frank Rottenbacher auf Nachfrage des Versicherungsboten bestätigte, wurden bei der Studie jene Vermittler rausgerechnet, die angegeben haben, dass sie als Kapitalgesellschaft firmieren. Das traf auf circa 19 Prozent der Befragten zu. Somit bleiben jene übrig, die eine Einnahme-Überschuss-Rechnung machen. Anschließend wurde der "Gewinn vor Steuern" berücksichtigt.