Ergo erholt sich - und schreibt schwarze Zahlen

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Der Ergo schrieb im zweiten Quartal 2017 wieder schwarze Zahlen. Musste im Vorjahreszeitraum beim Konzernergebnis noch ein Minus von 17 Millionen Euro verkraftet werden, so konnten die Düsseldorfer nun wieder 104 Millionen Euro erwirtschaften. Der Mutterkonzern Munich Re erhöht die Jahresprognose für Deutschlands zweitgrößten Erstversicherer.

Der kriselnde Patient Ergo zeigt Anzeichen von Genesung: Im zweiten Quartal 2017 konnte der Düsseldorfer Versicherer ein Konzernergebnis von 104 Millionen Euro erwirtschaften. Das teilt der Mutterkonzern Munich Re in einer heutigen Pressemeldung mit. Noch im Vorjahr musste die Ergo im selben Quartal ein Minus von 17 Millionen Euro verkraften.

Das über den Erwartungen liegende Ergebnis wurde durch eine Steuergutschrift von gut 50 Millionen Euro begünstigt, heißt es weiter im Pressetext. Dennoch hätten alle drei Segmente - Leben/Gesundheit Deutschland, Schaden/Unfall Deutschland und International - ihr Halbjahresergebnis deutlich verbessern können. Von Januar bis Juni verzeichnete die Ergo demnach einen Gewinn von 195 Millionen Euro. Auch hier hatte im Vorjahr ein Minus vor der Zahl gestanden: 30 Millionen Euro Miese machte die Ergo im ersten Halbjahr 2016.

Die Schaden-Kosten-Quote konnte sich im zweiten Quartal verbessern, also das Verhältnis der ausgezahlten Schadenszahlungen zu den Beitragseinnahmen. Speziell im internationalen Geschäft hatte die Ergo im Vorjahres-Quartal mehr für Schäden ausgegeben als eingenommen: Die Quote lag bei 101,5 Prozent. Nun konnte sie auf 98,7 Prozent gesenkt werden. Im deutschen Schaden- und Unfallgeschäft gibt es ebenfalls ein besseres Ergebnis: Die Quote konnte von 93,3 Prozent im Vorjahr auf nun 92,7 Prozent gedrückt werden.

Operatives Ergebnis sinkt gegenüber Vorjahr

Aber es gibt auch weniger erfreuliche Zahlen in der aktuellen Bilanz der Ergo. Das operative Ergebnis des Versicherers für die Monate April bis Juni 2016 sank auf 260 Millionen Euro – hier hatte man im Vorjahreszeitraum noch 463 Millionen erzielen können. Dabei gilt es zu bedenken, dass das Umbau- und Digitalprogramm des Versicherers, angeschoben im Sommer 2016, zunächst Kosten erzeugt.

Speziell die Modernisierung der IT und der Abbau von Doppelstrukturen verschlingt zunächst Geld. Bis 2020 will der Versicherer operativ 540 Millionen Euro pro Jahr einsparen. Dafür sollen 18 Standorte geschlossen und 1.800 Vollzeitstellen abgebaut werden (der Versicherungsbote berichtete). Mehr als 50 Prozent des angestrebten Stellenabbaus konnten bereits umgesetzt werden, berichtete Ergo-Chef Markus Rieß vor einigen Wochen der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (FAZ).

Gewinnerwartung für laufendes Geschäftsjahr angehoben

Aktuell zeigt sich Rieß mit der Entwicklung zufrieden. „Das vor rund einem Jahr gestartete Strategieprogramm entwickelt sich gut. Wir liegen im Plan bei der Umsetzung der Maßnahmen wie auch bei der angestrebten Ergebnissteigerung. Ergo bleibt auf das Ziel verpflichtet, zum Abschluss des Strategieprogramms im Jahr 2021 einen nachhaltigen Ergebnisbeitrag von mehr als 600 Millionen Euro jährlich zum Konzernergebnis beizusteuern“, sagte Rieß laut Pressetext.

Der Mutterkonzern Munich Re hob die Gewinnerwartung für das laufende Geschäftsjahr der Ergo auf 200 – 250 Millionen Euro an. Bislang hatte man 150 – 200 Millionen Euro als Prognose vorgegeben.